Auf dem Christopher Street Day in New York

Kirche und Homosexualität

Umschwulung zum Ehemann

In Amerika wollen religiöse Gruppen homosexuellen Männern helfen, ihre Neigung zu überwinden. Das klappt nur selten. Hinter den „Hilfsangeboten“ stecken politische Absichten: Die Gruppen wollen rechtliche Freiheiten für die Schwulen verhindern.

Lesermeinungen zum Beitrag

01. Juli 2007 00:00

Nur ein weiterer krankhafter Versuch.....

thomas schulz (peanutbutter)

die Bibel wortwörtlich zu nehmen und sie gegen wissenschaftliche Erkenntnisse, die diesen zuwiederlaufen, in Frage zu stellen. Viele US Amerikaner, denen ich persönlich im Laufe der Jahre begegnet bin und falls beiläufig durch Presseberichte Homosexualität zum Gesprächsthema wurde, waren sie fast immer der irrigen Meinung, daß Homosexualität eine Lifestyle-Entscheidung sei und nicht einem normalerweise inaktivem Gen zu verdanken ist.

Erschwerend ist das Hochhalten des traditionellem Männlichkeitskult dort und daß die (christliche) Religion als Bindemittel für diese Einwanderungsnation von großer Bedeutung ist, auch wenn formell Religion und Staat strikt getrennt sind, was aber seit Reagen immer mehr aufgeweicht wurde.

Es gibt eine schier unendliches kostenloses Angebot von Therapien (programs) für Alkoholiker, Drogensüchtige, Wohnsitzlose und vieles mehr, die in der überwiegenden Mehrheit von irgendeiner religiösen Organisation geleitet werden. Das diese auch ins Ausland exportiert werden, ist nichts neues. Selbst der jetzige US-Präsident ist ein Ex-AAA Teilnehmer, dessen Durchführung bei der Kirche lag, der er seitdem angehört. Diese US spezifische Variante der Mitgliederwerbung ist mit höchster Vorsicht zu geniessen.

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20. Juni 2007 01:29

Verharmlosende Darstellung Menschen verachtender, (neo)faschistischer Praktiken

Sascha Schlamp (Social_Revolution)

Der Artikel stellt in nur unzureichendem Maße die Menschen verachtende, kriminelle und klerikalfaschistisch motivierte Gesinnung heraus, die den zitierten "Umpolungsprogrammen" zu Grunde liegt. Auch die unter seriösen Psychologen unstrittigen, unverantwortlichen psychischen Folgen solcher perversen Experimente werden meiner Meinung nicht hinreichend deutlich als solche angesprochen. Nicht wenige Teilnehmer entsprechender Programme werden in deren Verlauf an den Rande des Suizids getrieben. Hier versuchen klerikalfaschistische Gruppierungen, auf Kosten von Menschen mit homosexueller Identität (nicht "Neigung"!) ihre Macht- und Unterdrückungspolitik voranzutreiben, die einen Frontalangriff auf alle Grundsätze von Freiheit, Gleichheit, Demokratie und universellen Menschenrechten darstellt. Angesichts der Tatsache, dass auch in unserem Lande Homosexuelle nach wie vor in vielerlei Hinsicht diskriminiert werden und Opfer von Gewalt sind, hätte ein den Grundsätzen einer pluralen Demokratie verpflichtetes Medium die unverantwortlichen, Menschen verachtenden und verbrecherischen Praktiken der betreffenden Programme auch unmissverständlich als solche ansprechen müssen, anstatt indirekt auch noch nach Rechtfertigungen zu suchen.

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19. Juni 2007 17:08

Gute Christen

Silke Röttger (sledzik)

Leute "umpolen", um sie zu guten Christen zu machen? Meine Güte. Als ob jemand, der regelmäßig in die Kirche geht und nicht schwul ist, schon allein dadurch ein gute Christ wäre. Da gibt es doch wohl bei jedem Einzelnen jede Menge andere Sachen, die den Geboten der Bibel zuwiderlaufen. Angefangen bei Lästereien über andere, Geiz, Hochmut, Verachtung für andere aus bestimmten oder unbestimmten Gründen... Die Liste ist lang und hat mit der sexuellen Orientierung gar nichts zu tun.
Was ist ach so unchristlich daran, wenn ein Mann einen anderen Mann liebt? Liebe ist eine tolle Sache und sehr christlich. Promiskuität und Abenteuer dagegen gibt es meines Wissens auf beiden Seiten des Ufers!!!

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19. Juni 2007 11:05

Guter Text

Matthias Rüttgen (MRuettgen)

Guter, informativer Text!

Was bei der Diskussion allerdings immer ein wenig fehlt, ist die kulturgeschichtliche Komponente (wie sie etwa von David M. Halperin aufgearbeitet worden ist). Dann wird nämlich zweifelhaft, ob die Frage nach der So-Gegebenheit der Homosexualität überhaupt richtig gestellt ist.

Und es ist ja inzwischen nicht mehr ganz unbekannt, daß Schwulsein wenig mit verminderter "Männlichkeit" zu tun haben muß. Wie kann es dann eigentlich sein, daß diese "Therapien" Männlichkeit stärken wollen? Was soll da passieren? Ich stelle mir diese Veranstaltungen sehr peinlich vor.

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