Von Daniel Deckers
15. Januar 2008 Der Mainzer Kardinal Lehmann legt das Amt des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz nieder. In einem Schreiben, das der 71 Jahre alte Kardinal am Dienstagvormittag allen Mitgliedern der Deutschen Bischofskonferenz zustellen ließ, begründete er seine Entscheidung mit den Herz-Rhythmus-Störungen, die er im vergangenen Monat erlitten habe. Es sei eine eindeutige Zäsur erreicht, die ihm in Zukunft eine Ausschöpfung seiner Kräfte im bisherigen Maß nicht mehr erlaube. Deshalb mache er nun von der bei seiner Wiederwahl im September 2005 angekündigten Option Gebrauch, die sechs Jahre währende Amtszeit des Vorsitzenden nicht auszuschöpfen.
Nach Lehmanns Worten ist ein Wechsel im Amt des Vorsitzenden jetzt auch deswegen sinnvoll, weil die jüngsten Bischofsernennungen in München, Limburg und Speyer einen notwendigen Generationswechsel und Zeit für eine Wachablösung anzeigten.
Dreimal im Amt bestätigt
Lehmann stand seit fast 21 Jahren an der Spitze der Deutschen Bischofskonferenz. 1983 war er von Papst Johannes Paul II. nach fünfzehnjähriger Tätigkeit als Theologieprofessor zum Bischof von Mainz ernannt worden. Schon 1985 wurde er stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, die damals von dem Kölner Kardinal Höffner geleitet wurde.
Bei der Wahl von Höffners Nachfolger obsiegte der damals 51 Jahre alte Lehmann im September 1987 über den neun Jahre älteren Münchner Kardinal Wetter. Seither wurde Lehmann dreimal im Amt des Vorsitzenden bestätigt. Zum ersten Mal 1993, sodann auf dem Höhepunkt des Streits über die Schwangerenkonfliktberatung im Jahr 1999, zuletzt - schon damals unter dem Eindruck schwindender körperlicher Kräfte - im Jahr 2005.
Noch einige Jahre dienen
Lehmanns Rücktritt vom Amt des Vorsitzenden wird nach seinen Worten zum 18. Februar wirksam. Zuvor wolle er noch die turnusmäßige Frühjahrvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz vom 11. bis 14. Februar in Würzburg leiten. In diesen Tagen sollen die annähernd siebzig deutschen Bischöfe den Nachfolger Lehmanns im Amt des Vorsitzenden wählen. Lehmanns letzte Amtshandlung vor dem Rücktritt soll am 17. Februar die Würdigung des Münchner Kardinals Wetter aus Anlass des 80. Geburtstags sein.
Dem Bistum Mainz möchte Lehmann noch einige Jahre dienen können. Auch werde er gerne seine Kenntnisse, Informationen und Erfahrungen weiter in die Bischofskonferenz einbringen, sich noch stärker Grundsatzfragen und auch der schwierigen Situation der Ökumene widmen.
Text: FAZ.NET
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