Wo der Kardinal auftaucht ist sofort kein Leben und keine Kunst, aber bestes Museum.
Also ab mit dem Herrn Kardinal ins Museum, am besten in den Vatikan.
Zwar ist "Entartung" ein von den Demagogen der NSDAP geprägter Begriff; jedoch ist er damals rassisch gemeint gewesen: Was nicht dem germanischen Wesen entsprach war entartet. Kardinal Meisner hat das Wort völlig anders gebraucht: Entartung nennt er etwas, dass nicht dem menschlichen Wesen enstpricht (namentlich die Entfernung des Menschen von Gott).
Insofern hat das Wort bei ihm keinen kritisierbaren Charakter. Die Verwendung des Wortes durch die NSDAP vor 70 Jahren kann man als rassistisch verurteilen - die Verwendung des Wortes von Meisner kann man nicht kritisieren! Es sei denn man hat die Political Correctness zum Götzen erhoben.
Aber ganz ernsthaft: Worauf sollte man mehr achten? Auf die P.C. der Wortwahl oder auf den dringlichen und ersthaften Hintergrund - nämlich, dass es schmerzlich für die seelische Verfassung des Menschen ist ohne Gott zu leben. An alle Atheisten und Götzenverehrer der P.C. ist dieser Appell gerichtet. Vielleich deshalb die Wortwahl - um gehört zu werden ...
Wenn eine bedeutungslose TV-Moderatorin , wie Eva Herman es ist , nach unsäglichen Äusserugen sofort entlassen wird , sollte ein alter Mann mit hohen Ämtern und einer ungleich höheren Verantwortung , der sich desgleichen Vokabulars bedient , ebenso schnell .... na Sie wissen schon , was ich sagen will , aber - die Frage der medialen Präsenz der Einen und des Anderen , muß man sich die etwa noch stellen ?
Ich zitiere: "Andere denken nicht einmal, was sie sagen: So einer ist der Kardinal nicht. Er trägt das Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland mit Stern und Schulterband."
Da verrät aber jemand ganz heftig, wo die eigentlichen Brennpunkte in dieser Sache liegen, nämlich erstens, dass ästhetische Debatten dauernd politisiert werden (und umgekehrt), weil niemand mehr wirklich den Unterschied kennt, und zweitens, dass es verwunderlicherweise nach wie vor Journalisten gibt, die beim Anblick farbenprächtiger Orden in einen ehrfürchtig stammelnden Telegrammstil übergehen. Dass Kardinal Meisner's Kunstverständnis eher aus der Apothekenrundschau als aus der Summa Theologica stammt, ist dabei das eigentliche Pech der Sache. Ein wenig Mühe mehr, und er hätte vielleicht eine wirklich interessante Diskussion initiieren können... so bleibt seine Aussage "bei Hitler hätt's das nicht gegeben" zwar weiterhin formal richtig, erinnert aber zu sehr an das reaktionär-vulgärreligiöse Gemecker von Crusty the Clown (das rote Hütchen stimmt schon mal), als dass sich jemand, der sich sowohl mit Kunstgeschichte als auch mit Theologie auskennt, nachhaltiger damit auseinandersetzen müsste. Kurzum: Es lohnt nicht. Ein Kirchgang ist dankbarer.
Zitatissimo:
diese Sudeleien diese Sudeleien diese Sudeleien diese Sudeleien diese Sudeleien diese Sudeleien diese Sudeleien diese Sudeleien diese Sudeleien diese Sudeleien diese Sudeleien
knapp aber witzig treffend geschrieben...