Die Analyse der Autoren schön und gut, aber an den Schlussfolgerungen muss man wohl zweifeln. Wenn die "Waren erzeugende" Industrie immer weniger Leute beschäftigen wird, wer soll dann die Dientsleistungen bezahlen? Veilleicht sollten die Autoren doch mal im "Kapital" nachschlagen oder bei Norbert Blüm nachfragen. So belächelt der Mann auch wird, von Neoliberalen, so unwiderlegbar ist seine wirtschaftliche Logik, erlangt in langen Jahren der Erfahrung, nicht Hochschulbänken. Werschöpfung findet nur durch Herstellung von Werten statt, das was man in der puren Form, "Arbeit" nennt. Die einfache Logik, viele alte Menschen = viel Plege- und Gesundheistleistung, scheitert am bezahlbaren Machbaren. Übrigens hat auch ein gewisser Heiner Geissler und Sozialtheologen bereits vor Jahren vor der Nichtnachhaltigkeit des Neoliberalismus gewarnt. Ludwig Erhard und Karl Schiller wären da auch eine nicht zu vernachlässingende geschichtliche Informationquelle.
Wer will schon wissen, wie der Arbeitsmarkt 2030 aussieht. Was wir benötigen, sind existenzsichernde Arbeitsplätze heute und hier. In einem Land, in dem selbst hochqualifizierte Menschen jenseits der 50 keinen Arbeitsplatz erhalten, da genügend Jüngere zur Verfügung stehen, sollte man sich weniger Gedanken über 2030 machen, als endlich dieser Klientel existenzsicherende Arbeitsplätze zur verfügung zu stellen. Und wenn auf Grund des Altersrassismus dies Unternehmen nicht tun, sollte über gezielte Steuerpolitik dies erreicht werden. Über 50 Prozent aller Unternehmen beschäftige keine Arbeitnehmer über 50. Deren Steuerlast sollte verdoppelt werden, wenn diese nicht Mindestquote bei der Beschäftigung Älterer erfüllen. Und über 2030 sollten wir uns vielleicht ab 2020 bis 2025 gedanken machen
Deutschlands Wohlstand wird von der Zahl der Akademiker abhängigen die es produziert. Der Wohlstand der Zukunft hängt daran welche 'geistige Ware' bzw. geistiges Eigentum ein Land in der Lage ist zu produzieren. Dabei werden so ziemlich alle Fachgebiete benötigt. Nicht nur Ingenieure und Informatiker sondern auch Juristen, Kaufleute, Architekten, Historiker, Biologen, Philosophen, Germanisten etc. produzieren schon heute in den Unternehmen, Verlagen, Universitäten, Agenturen, Laboren etc. einen großen Teil des deutschen Inlandproduktes mittels rein geistiger Tätigkeit. Wenn Deutschland sich nicht selber ausbildet, weil man kleinkarrierte Haushaltsbedenken vorschiebt, dann ist es verloren...
Fünfter Punkt: Abschaffung der Studiengebühren oder mindestens Kostenfreiheit des Erststudiums für alle Abiturienten, damit aus allen Bevölkerungsbereichen die jungen Menschen eine Chance auf eine gute und umfassende akademische Ausbildung haben. Es kann in einem Land wie Deutschland nicht sein, das die fähigsten Köpfe aus der Uni ausgesperrt werden, nur weil die Eltern aus einfachen Verhältnissen kommen, eben gerade genug Geld zusammenkratzen können, um Miete und Nebenkosten für ein Wohnklo abseits des Campus finanzieren zu können. Es ist einfach unglaublich, wie aus Profilierungssucht sich um Förderung aus der Wirtschaft gezankt wird und zugleich die später einmal fähigen Köpfe durch solche Hindernisse ausgesperrt werden...