16. November 2007 Ärztliche Befunde stützen sich auf die Analyse von Körpergeweben oder -flüssigkeiten. Die große Bedeutung der Labordiagnostik zeigt sich aber nicht unbedingt in den Wirtschaftsdaten. So schätzt der Verband der Diagnostica-Industrie (VDGH), dass der Europa-Umsatz der Branche im laufenden Jahr um 3,5 Prozent auf gerade einmal 9,5 Milliarden Euro zunehmen wird. Für Deutschland rechnet der Verband mit einem Umsatzzuwachs von 2,7 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro. Allerdings gehören zur Branche im engeren Sinne nur die Anbieter von Geräten und Ingredienzen. Mit der Analyse befassen sich dann die Labore. Der gesamte Umsatz mit Labordiagnostik dürfte einschließlich der Laborarbeiten allein in Deutschland bei etwa 10 Milliarden Euro liegen.
Aus der Sicht der Labordiagnostik-Anbieter gibt es derzeit in Deutschland zwei große Herausforderungen: den enormen Preisdruck, den die Gesundheitspolitiker auch auf diesen Wirtschaftszweig ausüben, und die - ebenfalls preisdrückende - anhaltende Konzentration unter den wichtigsten Kunden, den Laborketten und Kliniken. Habe es vor 25 Jahren noch rund 1000 Laborgemeinschaften in Deutschland gegeben, so sei deren Zahl auf weniger als 200 gesunken, berichtet Verbandsvorsitzender Jürgen Schulze. Doch auch die Anbieter befinden sich im Wandel, da Konzerne der bildgebenden Diagnostik zunehmend Gefallen an der Labordiagnostik finden. Ein Beispiel ist der Siemens-Konzern, der mit den Übernahmen von Bayer Diagnostics und Dade Behring dem Labordiagnostik-Weltmarktführer Roche deutlich näherkommt.
Text: F.A.Z., 17.11.2007, Nr. 268 / Seite C9
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