Internationalisierung

Schlechte Noten für die Personalprofis

Eine schwierige Operation für Personalmanager

Eine schwierige Operation für Personalmanager

14. September 2007 

Deutsche Unternehmen sind zur Zeit nicht ausreichend in der Lage, internationales Personal erfolgreich zu integrieren. Dabei gehört aber die Internationalisierung der Belegschaft zu einer der wichtigsten Aufgaben der Personalabteilungen in den kommenden Jahren. Zu diesen Ergebnissen kommt die Managementbefragung „Personalarbeit im Wandel“ unter 237 Personalberatern und Beratern des Personalmanagements.

Nur etwa jeder Zehnte der Befragten ist demnach der Meinung, dass aktuell die Integrationsfähigkeit hoch ist. Knapp die Hälfte der Berater erteilt den Firmen ein eher schlechtes Zeugnis. „In vielen Unternehmen fehlen grundlegende Voraussetzungen, um internationale Mitarbeiter erfolgreich einzuarbeiten. Umfassende Integrationskonzepte - von der Unterstützung bei Immobilien-, Kindergarten- oder Schulsuche über eigene Sprachkurse bis hin zum Mentoringprogramm - sind noch allzu oft Mangelware“, so der Vizepräsident des Bundesverbandes Deutscher Unternehmensberater (BDU), Joachim Staude. „Die demografische Entwicklung und der hierdurch notwendige, stärkere Zuzug von internationalen Fach- und Führungskräften wird der Industrie und Wirtschaft aber künftig ein höheres Engagement abverlangen.“ (lesen Sie zum Thema: In wenigen Jahren fehlen Deutschland Akademiker)

Eingliederung gelungen: Fach- und Führungskraft Diego in Bremen

Eingliederung gelungen: Fach- und Führungskraft Diego in Bremen

Als wichtigste Zukunftsthemen werden `Demografische Entwicklung und Altersstruktur`, `Talentbindung und -management` sowie `Internationalisierung der Belegschaft` auf den Plätzen eins bis drei genannt - wie auch erst jüngst in einer Studie der Fachorganisation DGFP Was den HR-Profi bewegt: Talente und Demografie . Dahinter folgen die Themen `Ausrichtung der Organisationsstruktur an der Geschäftsstrategie` und `Employer Branding`.

Dreiviertel der Berater erwarten, dass die Nachfrage nach Coaching-Leistungen für Führungskräfte durch externe Spezialisten steigen wird. Rund 40 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass die deutschen Unternehmen künftig ihre Mitarbeiter auch beim Karriereeinstieg häufiger professionell begleiten und unterstützen lassen. „Die drei Top-Themen Demografie, Talentbindung und Internationalisierung der Belegschaft setzen individuelle Konzepte und Lösungen bei den Personalverantwortlichen voraus. Der Einsatz von Coaches ist hier die logische Folge“, so Staude.

Zur Zeit ist die Arbeit der Personalverantwortlichen in deutschen Unternehmen aus Sicht der Personalberater und Human-Resources-Managementberater besonders durch die wachsende Komplexität (78 Prozent stark bis sehr stark) sowie durch schnell wechselnde Unternehmensstrategien (68 Prozent stark bis sehr stark) geprägt. Auch der Umbruch in vielen Personalabteilungen stellt aktuell für rund 60 Prozent der Befragten eine zentrale Anforderung dar. Danach sollen die Human-Resources-Abteilungen einen aktiven Beitrag zur Wertschöpfung leisten (lesen Sie dazu das Porträt des Management-Gurus Dave Ulrich: Mangement-Guru Dave Ulrich: Der Wertschöpfer). In größeren Unternehmen werden sie zum Beispiel hierfür in die drei Kernbereiche Business Partners, Kompetenzzentren sowie Service Center gegliedert. Wie schnell sich die Zeiten ändern, zeigt ein Blick auf das Ende des Themenrankings: Nur 34 Prozent sehen momentan die Senkung von Personalkosten durch Personalabbau als Kernaufgabe der Personalabteilungen an.

Die Befragung wurde vom BDU gemeinsam mit der Zeitung „Handelsblatt“ im August/September durchgeführt. Rund 240 Führungskräfte beteiligten sich daran.

Text: tor./F.A.Z.
Bildmaterial: dpa, Michael Hauri

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