Management

Technokraten an der Spitze

Manager zeigen sich mit neuem Profil

Manager zeigen sich mit neuem Profil

17. April 2007 

Deutsche Manager haben heute andere Stärken und Schwächen als noch vor zehn Jahren. Während sie Führungsaufgaben wie etwa Veränderungsmanagement und die dazugehörigen Methoden besser beherrschen als damals, haben sie im gleichen Zeitraum bei den weichen Faktoren wie Einfühlungsvermögen und Sensibilität stark nachgelassen, ergab eine Studie des Beratungsunternehmens Saaman Consultants. Saaman verglich dazu die Profile von 250 Managern aus den Jahren 1997 mit solchen von Führungskräften aus den gleichen Unernehmen im Jahr 2007.

Sachorientiertes Arbeiten

Ergebnis: Management im Sinne von „Machen“, „Erledigen“ und „An der Organisation arbeiten“ können die Führungskräfte von heute besser als vor zehn Jahren, bei Fähigkeiten wie der Beziehungspflege hapert es dagegen. Während beispielsweise im Jahr 1997 noch 137 von 250 Führungskräftegute Noten für ihr Einfühlungsvermögen erhielten, waren es im Jahr 2007 nur noch 94 aus 250. „Gerade den Absolventen der modernen, international ausgerichteten Business-Schools merkt man an, dass sie vor allem Management-Tools gepaukt haben“, kommentiert Berater Wolfgang Saaman die Ergebnisse. Bei härteren Faktoren wie Zielorientierung und Durchsetzungsvermögen schnitten die Manager heute besser ab als 1997. Bestnoten für Zielorientierung erhielten vor einer Dekade 170 Manager, 2007 waren es 229 von 250 betrachteten Führungskräften. „Manager arbeiten heute deutlich sachorientierter als vor zehn Jahren. Auf den richtigen Umgang mit ihren Mitarbeitern legen sie dagegen weniger Wert als früher“, sagt Saaman.

Geld spielt (fast) keine Rolle

Management: Technokraten an der Spitze

Manager haben heute allerdings auch weniger zu sagen als vor zehn Jahren. „Die Entscheidungsspielräume sind kleiner geworden“, hat Saaman beobachtet. Mögliche Einkommenszuwächse seien als Motiv zum Wechsel des Arbeitgebers weniger wichtig geworden. Während 1997 119 von 250 untersuchten Managern höheres Einkommen als Motiv für einen Stellenwechsel angaben, waren es 2007 noch ganze 18. „Größere Herausforderungen“ waren zuletzt für 129 (1997: 64) Manager das wesentliche Motiv für den Wechsel, „erweiterte Entscheidungsspielräume“ lockten 145 (1997: 76) Führungskräfte.

Besser geworden sind die Manager auch in Sachen Fremdsprache. Nahezu 100 Prozent der Führungskräfte beherrschen heute mindestens eine Fremdsprache, vor zehn Jahren waren es nur 80 Prozent. Dagegen hapert es mit dem Deutschen. In gut drei Viertel der Bewerbungen und Lebensläufe der betrachteten Manager waren Rechtschreib- oder Grammatikfehler zu finden.

Text: nr./F.A.Z.
Bildmaterial: F.A.Z.

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