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L'Oréal Spiel mit den Bewerbern Von Christian Schubert
Die Fabrik ist gerade gekauft worden und wartet darauf, mit Maschinen und Fließbändern ausgestattet zu werden. Anzuwenden sind höchste Standards für Arbeitssicherheit, Gesundheit und Umweltschutz. Ist alles eingerichtet, kann die Produktion der Shampoo- und Conditioner-Reihe Fructis starten. Jetzt wird sich zeigen, ob das Management die Zuliefererketten und die Informationssysteme richtig aufgebaut hat. Ein Vierteljahr lang haben sich drei Maschinenbau-Studenten aus Karlsruhe mit dieser Aufgabe beschäftigt - zwar nur virtuell am Computer, doch unter realen Vorgaben. Ihre Ergebnisse präsentierten sie im Februar beim L'Oréal-Konzern, dem Veranstalter des Wettbewerbs, an seinem Hauptsitz in Paris. Aus 27 Teams aus sieben Ländern gab ihnen die aus L'Oréal-Managern bestehende Jury die höchsten Noten. Der Gewinn besteht aus Praktika bei L'Oréal in einem Land ihrer Wahl. Bewerberspiele sind bei dem weltführenden Kosmetikkonzern L'Oréal ein zunehmend beliebter Weg der Mitarbeiter-Rekrutierung. Das Ingenieurspiel, das von L'Oréal zunächst nur in China angeboten wurde, ergänzt seit 2005 zwei andere weltweit und jährlich neu aufgelegte Spiele: den Online-Wettbewerb "e-Strat Challenge" für Betriebswirtschaftsstudenten sowie das stärker auf Kreativität ausgerichtete Spiel "Brandstorm" für angehende Marketingspezialisten. Deutsche stehen dabei hoch im Kurs. Den Wettbewerb e-Strat Challenge gewannen unter 44000 Studenten kürzlich drei junge Leute von der Technischen Universität Bergakademie Freiberg. L'Oréal taucht in der Beliebtheitsskala der Bewerber unter den großen internationalen Arbeitgebern immer wieder weit oben auf. Dafür macht das Unternehmen seine Betriebskultur verantwortlich, die auf einer intensiven Aus- und Fortbildung, der frühen Zuweisung von Verantwortung sowie auf vielen internationalen Entwicklungsmöglichkeiten beruht. Das schweißt Mitarbeiter und Unternehmen zusammen. In Frankreich beträgt die durchschnittliche Zugehörigkeitsrate 14 Jahre. Rund 600000 Menschen bewerben sich jährlich für einen der weltweit 60000 Arbeitsplätze. "Wir interviewen im Schnitt rund 20 Leute pro Job. Wir haben mehr Bewerber als Text: F.A.Z., 28.04.2007, Nr. 99 / Seite C4Bildmaterial: AFP |
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