sagt wenig aus, solange man
dabei nicht die Studieninhalte
berücksichtigt.
Zum Beispiel ist durch die Flut
von Dünnbrett- und Schmalspur-
studiengängen der letzten Jahre
die deutsche Akademikerquote
vielleicht gestiegen. Das heisst
aber nicht, dass dadurch mehr
Leute eine wissenschaftliche
Ausbildung erhalten hätten,
die sie für die (angeblich)
so dringend vakanten Stellen
in Forschung & Entwicklung
qualifizierten.
Durch das Vordiplom als Regelabschluss
(d.h. Bachelor) wird sich die Akademiker-
quote ebenfalls erhöhen. Nicht, dass die
Idee, einen ersten (begrenzt) berufs-
qualifizierenden Studienabschluss nach
überschaubarer Zeit zu ermöglichen,
schlecht wäre, aber sie gaukelt einen
sprunghaften Anstiegt der Akademiker-
quote vor, wo sich de facto nichts geändert hat.
Auch der Vergleich mit anderen
Ländern ist mit Vorsicht zu
genießen. In den USA z.B. wird
in die Akademikerquote schon
eingerechnet, wer ein College
besucht - d.h. nach hiesigen
Maßstäben Abitur gemacht hat.
Ausserdem neigen Mädchen über-
proportional dazu, sich für die
sogenannten "Schwafelfächer"
einzuschreiben, die oft keinerlei
konkrete Qualifikation vermitteln.
Auch das bläht die Akademikerquote auf.
Ich stimme zu großen Teilen dem ersten Beitrag zu: Heutzutage bedarf es für jede Tätigkeit, die nicht unter freiem Himmel statt findet, einer akademischen Qualifikation. Besonders deutlich wird dies m.E. im Bereich der Wirtschaftswissenschaften. Dort werden Tätigkeiten, die früher von Bankkaufleuten, Industriekaufleuten, Steuerfachgehilfen ausgeübt wurden, mittlerweile von Diplomkaufleuten, Doktoren, MBA-Absolventen ausgeübt.
Warum?
Früher in den 60er- und 70er-Jahren machten ca. 10% eines Jahrgangs die Allgemeine Hochschulreife und studierten ggf. im Anschluss daran. Fast jeder bekam nach dem Examen einen adäquaten Job und zwar nach Verdienst und Jobprofil. Der deutschen Wirtschaft hat dies nicht geschadet.
Geplant ist Berichten zufolge die Studierendenquote auf über 60% anzuheben. Hierdurch ist m.E. nichts gewonnen, sondern führt lediglich zu neuen Ungerechtigkeiten, da schließlich in einer solchen großen Zahl keine Jobs mit Führungsverantwortung benötigt werden. Das Studium erweist sich dann als Fehlinvestition (in Deutschland ist die Bildungsrendite nachweislich am geringsten). Früher wäre die Ausbildung betrieblich erfolgt mit der Konsequenz, dass die AG auch hierfür zahlen. Jetzt zahlt die Allgemeinheit hierfür.
Beim Betrachten von Stellenanzeigen oder IT-Projektausschreibungen finde ich mich immer wieder in meiner These bestätigt, dass das eigentliche Problem in unfähigen Personalabteilungen und im Management zu suchen ist. Da werden Kenntnisse als unbedingt notwendig gefordert, die im Projekt überhaupt keine Rolle spielen und die gleichzeitig den Kreis möglicher Bewerber enorm verengen. Hinzu kommt dann, dass die Entlohnung überhaupt nicht auf einen Mangel hindeutet. Falls es überhaupt einen Mangel gibt, dann vielleicht zu den Preisvorstellungen der Arbeitgeberverbände. Völlig unbeleuchtet ist hingegen in der Öffentlichkeit, dass betriebsinterne Weiterbildung ein Fremdwort ist. Gäbe es einen Mangel, so würde ich eine enorme Zunahme der Weiterqualifizierung erwarten. Stattdessen erlebe ich, dass hochqualifizierte Menschen mit eher niederwertigen Tätigkeiten betraut werden. Falls es also einen Mangel geben sollte, so ist dieser hausgemacht und mit Hausrezepten leicht behebbar - völlig ohne jede Zuwanderung. Solange nicht jeder Qualifizierte 6 Tage zu 10 Stunden Arbeit angeboten bekommt (zum Überstundentarif), entlarvt sich die Mär vom Fachkräftemangel selbst.
Studierte Frauen in Deutschland kriegen 0,75 Kind (Kinder kann man nicht schreiben, Kind trifft auch nicht, was ist die Verminderung des Singular?).
Und weil die Ingenieurin ihrem 0,75 Kind 30 Jahre die Brust geben muss, findet die keine Arbeitsstelle. Aber Hilfe naht. Bald gibt es genügend Kinderkrippen – und die Unternehmen werden sich nicht retten können vor Ingenieurinnen.
Leute, überlegt Euch doch mal was ihr schreibt!