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Angelina Trichilo

Die Tee-Managerin



Eva Thiel (l.) berät Angelina Trichilo
14. Mai 2008 
Welchen Schwarztee sollte das Unternehmen Teekanne ins Sortiment aufnehmen? Und wie lässt sich das vermarkten? Solche Fragen gehören zu Angelina Trichilos Arbeitsalltag. Die Produktmanagerin muss ihre Einschätzung immer wieder vor großen Gruppen präsentieren - und ihre Ideen verkaufen. "Irgendwann habe ich gemerkt, dass ich dabei an meine Grenzen stoße", sagt Trichilo. Sicherheit im Umgang mit den Kollegen, eine bessere Selbstwahrnehmung und mehr Spontanität sind ihre Ziele.

Deshalb hat sie sich im Herbst des vergangenen Jahres zu einer kreativen Variante des Coachings entschlossen. Sie besuchte einen Theater-Improvisationskurs der Kölner Improschule. Ihr Coach Eva Thiel sagt, 56 bis 80 Prozent der Außenwirkung hingen von der Körpersprache ab. Im Improvisationskurs übt Trichilo, darauf zu achten, wie sie sich gibt. Sie sieht, wie andere auf sie reagieren, und merkt, welches Verhalten ihr Probleme bereitet. Loslassen zum Beispiel. "Ich habe völlig verlernt, mal etwas zu machen, ohne gleich an Vorschriften zu denken, ohne alles genau durchzustrukturieren", sagt Trichilo. Das führt zu permanenter Anspannung - gerade in beruflichen Situationen, in denen es darauf ankommt, gelassen zu sein. Im Gruppenkurs lernt sie gegenzusteuern. Wenn ihre Gruppe etwa in einer Phantasieübung über einen mittelalterlichen Markt schlendert, fällt es ihr leichter, die Kontrolle einmal seinzulassen. Gleichzeitig offenbart sie sich und den anderen in genau diesen Situationen ihre Körpersprache. So erfährt Trichilo auch, ob ihr eigenes Bild mit dem der anderen übereinstimmt.

Im Anschluss holt sie sich oft in Einzelgesprächen mit Thiel individuelle Tipps. Thiel schreibt ihr keine Verhaltensweisen vor. Sie will nur Anstöße geben, die Arbeit macht jeder selbst. Für Trichilo ist das genau das richtige Prinzip: "Ich nehme Erkenntnisse mit aus den Improvisationen und rede auch anschließend viel darüber." Ein Beispiel ist die "Statusübung". Wer den Status 1 erhält, soll in der improvisierten Szene den dominierenden Part übernehmen, wer Status 4 hat, spielt den Untergebenen. Nummer 2 und 3 bewegen sich dazwischen. Es ist gar nicht so leicht, seinen Alltag dabei außen vor zu lassen. "Wenn man beruflich in einer Führungsposition ist, kann es schwierig sein, den ,Loser' glaubhaft zu verkörpern", sagt Trechilo. Durch die Improvisation schule sie also auch ihr Einfühlungsvermögen gegenüber anderen Menschen, zum Beispiel ihren Mitarbeitern. "Im Berufsalltag denke ich häufig an diese Erkenntnisse", sagt sie. Vor Präsentationen ist sie inzwischen gelassener, in unsicheren Situationen reagiert sie souveräner, "denn genau darin werde ich durch die Theaterimprovisation jede Woche gecoacht".

Kosten: Ein Gruppenkurs in der Kölner Improschule kostet 250 Euro für 10 Termine.



Text: F.A.S.
Bildmaterial: Daniel Pilar
 
 
   
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