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Papa macht Pause (7) Bedenklicher Rollentausch 
03. Juli 2008 Wird Zeit, dass die Schule wieder anfängt", pflegte meine liebe Mutter immer zu sagen, wenn während der Schulferien - sie war Lehrerin - ihre fünf halbwüchsigen Söhne zu sehr nervten. Der Stoßseufzer kommt mir derzeit in den Sinn, allerdings in anderem Zusammenhang. Da macht man und tut man, kutschiert die Kinder durch die Gegend. Gottlob hat sich die kleine Johanna inzwischen an die Krippe gewöhnt. Man bügelt, wäscht die Wäsche - von mir aus auch getrennt nach bunt und dunkelbunt. Selbst Wohnzimmer und Bad habe ich während meiner zwei Monate Elternzeit schon geschrubbt - klaglos. Als Junggeselle habe ich so viel in sechs Monaten nicht geputzt. Und was ist der Lohn: Mäkeleien.
Relativ sauber, absolut rein Mein Begriff von Sauberkeit und Ordnung ist nun mal ein relativer. Wenn es auf den wohlmeinenden Betrachter - das bin ich - einen guten Eindruck macht, dann langt es, und die Unordnung darf allmählich wieder aufblühen bis zur nächsten Putzaktion. Meine Gattin hat dagegen einen absoluten Anspruch, Krümel oder eine einsame, ungespülte Pfanne sind Anlass genug für tadelnde Blicke. Was soll das? Schließlich habe ich in der gesparten Zeit den Garten in Schuss gebracht, das Geländer gestrichen und das Gehege der Kaninchen repariert. Das Gehege der Kaninchen, die ich nie wollte. Ist das alles nichts? Und überhaupt, sie geht arbeiten, ich bleibe zu Hause. Da verbietet sich schon von Rechts wegen jeder Vorwurf. Sonst könnte ich ja demnächst auch nach der Arbeit kommen und fragen, warum das Essen immer noch nicht auf dem Tisch steht. Den Skandal möchte ich lieber nicht erleben. "Das ist nicht dasselbe." Ach ja, natürlich nicht. Unsere Rollen haben sich bedenklich verschoben. Gegen die regelmäßigen Chorbesuche kann man ja nichts einwenden, auch die Fortbildungsveranstaltungen an den Nachmittagen müssen wohl sein, aber nun geht sie mit ihren Freundinnen zum Cocktailschlürfen in Bars, die mir auch gut gefallen würden. So weit sind wir schon. Wird Zeit, dass die Arbeit wieder anfängt. Stefan Ruhkamp beschreibt Freud und Leid in acht Wochen Elternzeit Text: F.A.Z. Bildmaterial: F.A.Z. - Cyprian Koscielniak
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