7 Monate mit dem Kind zu Hause? Schöne Vorstellung, so intensiv
würde ich mich gerne um meinen Sohn kümmern können.
Problem dabei ist nur, daß dann meine Familie vor dem finanziellen
Ruin stünde. Bei gerade mal noch 20% des Nettoeinkommens bliebe
nichts mehr übrig, außer vielleicht Hartz IV.
Ich frage mich auch, ob die kleinen so ohne weiteres damit
klarkommen, wenn Papi und Mami jeweils 7 Monate Erziehungsurlaub
nehmen und dann jeder wieder ins Berufsleben zurück gehen?
Man stelle sich das einmal vor, das Kind ist z.B. die ersten 7 Monate
überwiegend mit der Mutter zusammen, die dadurch zur Bezugsperson
wird, dann wird ihm die Bezugsperson genommen, jetzt ist der Vater
dran und nimmt sein Recht wahr. Nach weiteren 7 Monaten dann gehen
beide wieder arbeiten, dem Kind wird erneut die Bezugsperson
genommen, jetzt kommt es mit Glück in die Obhut der Großeltern,
oder bei den übrigen, weniger glücklichen, in staatliche Einrichtungen
und erhält die dritte Bezugsperson vorgesetzt?
Ob das so erstrebenswert ist?
Schade, dass die meisten Männer NUR 2 Monate Elternzeit nehmen. Man möchte davon ausgehen, dass die Kinder in Kindergarten und Grundschule mehr als genug "Frauen-geschädigt" werden, und der Papa, der einzige Mann weit und breit, könnte sich da ruhig etwas mehr Zeit nehmen. In einer gleichberechtigten Ehe stehen ihm immerhin 7 Monate zu.
Wenn er dann nur 2 nimmt, dann sieht das doch sehr nach "Mitnahme-Effekt" aus: bevor man die Förderung verfallen läßt, nimmt man halt die 2 Monate.
Schade.
... wenn man denn vom Staat nicht ausgebremst wurde.
Gerne hätte ich mir 2 Monate Auszeit genommen, wäre zu Hause
bei meinem Sohn geblieben und hätte mich um ihn gekümmert.
Leider bleib mir dies versagt. Weshalb?
Nun, ich verdiene alleine 80% des Lebensunterhaltes, bin selbständig,
und Vater Staat zahlt uns nicht einen einzigen Cent, da unser Sohn vor dem 01.01.07 geboren ist. So verlief denn die Idee von der Auszeit
und dem sich 2 Monate intensiv um den Sohn kümmern, im Sande.
Andere, die weit mehr verdienen als wir, haben die Unterstützung vom
Staat erhalten, da deren Kinder nach dem Stichtag geboren sind.
So viel zum Thema soziale Gerechtigkeit und Unterstützung der
Familien. Wenn dann das nächste Kind unterwegs ist, wird vermutlich
das Geld wieder gestrichen und wir sind abermals die, die in die
Röhre gucken.