E-Mail hat die Art, wie wir arbeiten und kommuniziieren grundlegend verändert - man kann getrost von einer Kulturrevolution sprechen. Diese ist aber nur technisch (bzgl. Ausrüstung, Bandbreiten, etc.) vom Unternehmen gestaltet. Beuüglich der "E-Mail-Kultur" fühlt sich in deutschen Unternehmen niemand zuständig. Eine Untersuchung von SofTrust Consulting zeigt, dass sowohl die IT-Abteilung, als auch die Organisationsentwicklung und die Weiterbildungsabteilung gefließendlich wegschauen, wenn man Verantwortliche sucht. Die Konsequenz: jeder Mitarbeiter macht das, was er persönlich für richtig hält. Ein E-Mail-freier Tag ist da keine Lösung. Das ist so, als würde man den Autofahrern verbieten, Freitags nicht zu fahren - ihnen an den restlichen Tagen aber weiterhin freie Entscheidungsfreiheit über Straßenseite, Geschwindigkeit, Beleuchtung, etc. zu überlassen. Es ist Zeit, dass in den Unternehmen bzgl. E-Mail "Straßenverkehrordnungen" eingeführt werden. Doch dafür gibt es weder einen Verantwortlichen noch Budget. Denn mit ein paar Schulungen ändert man kein über 10 Jahre eingefahrenes System. Die Unternehmen werden aber wohl nicht umhin kommen. Und je später sie es tun, desto teuerer wird es.
... heute habe ich damit Möglichkeit, Sachverhalte innerhalb von - manchmal Minuten -, oft nur Stunden oder Tagen zu klären, für die ich früher - mit Briefpost oder sehr teuer mit Übersee-Telefonaten - in jedem Einzelfall oftmals Wochen oder gar Monate brauchte. Vieles war sogar gar nicht klärbar bzw erledigte sich erst irgndwann von durch 'Aussitzen' von selbst ... Heute hilft ein guter Spam-Filter, um den größten Schrott in den eingehenden Mails schon mal vorzuselektieren und dann - nach kurzem Blick darüber - mit einem Klick in den Papierkorb zu befördern. Von den Mails, die dann übrig bleiben, braucht der überwiegende Teil meist auch gar nicht bearbeitet zu werden, da es sich vielfach nur um Informationsmails handelt. Klar, die restliche zu bearbeitende elektronische Post kostet Aufwand. Aber ohne EMail könnte man manche Sachverhalte davon gar nicht erst angehen bzw der Zeitaufwand wäre zu groß. EMails sind eben ein Produktivitätsfaktor: man schafft in vergleichsweise kurzer Zeit viel mehr als ohne dieses Hilfsmittel. Weniger(!) Arbeit hat man durch den Mailverkehr natürlich nicht. Das wäre auch naiv anzunehmen.
Die Grafik zeigt ja sehr eindrucksvoll, wie Jahr für Jahr die E-Mail Flut ansteigt. Der Grund für den rasanten Anstieg sind aber nicht die mehr geschriebenen E-Mails, sondern Spam-Massenmails, die sowieso niemand lesen sollte...