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| Mehr Frauen in den Hörsälen - und am Rednerpult. |
07. Juli 2008
Ende 2007 lehrten und forschten nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) 37 700 Professoren und Professorinnen an deutschen Hochschulen. Während die Gesamtzahl der Forscher in den vergangenen zehn Jahren nahezu unverändert blieb, galt das nicht für die Frauen: Ihr Anteil an der Professorenschaft verzeichnet stetige Zuwächse. Im Vergleich zu 1997 stieg der Anteil der Lehrstuhlinhaberinnen von 9 auf mehr als 16 Prozent an. 2007 war ein neuer Höchststand von 6100 Professorinnen erreicht.
Auf das Fach kommt es an
Der Zuwachs ist aber nicht in allen Fächern gleich. Während in der Fächergruppe der Sprach- und Kulturwissenschaften und der Kunstwissenschaften schon jeder vierte Lehrstuhl (je 28 Prozent) mit einer Frau besetzt war, lag der Anteil der Professorinnen in allen anderen Fächergruppen unter der Marke von 20 Prozent.
Am deutlichsten unterrepräsentiert waren Professorinnen in den Fächergruppen Ingenieurwissenschaften (8 Prozent) sowie Mathematik und Naturwissenschaften (11 Prozent), wobei auch in diesen Fächergruppen ihr Anteil im Vergleich zum Vorjahr um einen halben beziehungsweise einen Prozentpunkt gestiegen ist.
Programm für Professorinnen
Dieses Jahr soll der Anteil der Professorinnen mit Hilfe des Professorinnen-Programms weiter vergrößert werden. Die 113 Hochschulen, die sich bisher beworben haben, haben schon 200 sogenannte Vorgriffs- und Regelprofessuren beantragt. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung und die Länder fördern dieses Programm mit jeweils 75 Millionen Euro für fünf Jahre. Je Berufung und Jahr stehen bis zu 150 000 Euro zur Verfügung. Es können maximal drei Stellen je Hochschule ausgeschrieben werden. 2011 soll das Projekt bewertet werden, dann steht auch eine Entscheidung über seine Fortsetzung an.
Die Voraussetzung für die Teilnahme am Professorinnen-Programm ist eine positive Begutachtung des Gleichstellungskonzepts der interessierten Hochschulen durch ein unabhängiges Expertengremium. Daraufhin müssen sich die Wissenschaftlerinnen regulär bewerben. Um teilnehmen zu können, sind die Hochschulen verpflichtet, Konzepte zu erstellen und umzusetzen, die die Situation aller Frauen auf allen Ebenen verbessern. So nützt das Projekt nicht nur den Professorinnen individuell, sondern ebnet den Weg für viele weitere, sagt Jutta Dalhoff, die Leiterin des Kompetenzzentrums Frauen in Wissenschaft und Forschung.
Weniger Frauen im nichtwissenschaftlichen Bereich
Insgesamt waren Ende 2007 an deutschen Hochschulen und Hochschulkliniken 514 800 Personen tätig. Das waren 10 900 beziehungsweise 2,2 Prozent mehr als Ende 2006. Der Anteil der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in nichtwissenschaftlichen Bereichen, wie Verwaltung, Bibliothek, technischer Dienst und Pflegedienst, sank im Vergleich zum Vorjahr um einen halben Prozentpunkt auf 50 Prozent.