Der Zuzug von qualifizierten Arbeitskräften aus dem Ausland begünstigt die Innovationskraft deutscher Unternehmen. Nach einer aktuellen Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) sind Regionen mit einem hohen Anteil ausländischer Beschäftigter bei der Entwicklung neuer Produkte deutlich erfolgreicher und melden mehr Patente an als jene mit einem niedrigen Anteil. Diese innovativen Gebiete liegen vor allem in Baden-Württemberg, Südhessen, Rheinhessen und Teilen von Bayern sowie Nordrhein-Westfalen und Hamburg, während die kulturelle Vielfalt in ganz Ostdeutschland generell sehr gering ausgeprägt ist.
Das Wissen und die Fähigkeiten von Menschen mit unterschiedlichem kulturellen Hintergrund ergänzen sich bei Forschung und Entwicklung“, sagt IAB-Forscherin mit Blick auf die Studienergebnisse. Die Vorteile dieser Komplementarität wiegen demnach auch die Nachteile einer solchen Zusammenarbeit deutlich auf, die etwa aus Sprachbarrieren zwischen Menschen unterschiedlicher Nationalität resultieren können. Die Autoren betonen jedoch die Bedeutung des Bildungsgrades der Migranten. Gegenwärtig leben mehr als 15 Millionen Ausländer und Deutsche mit Migrationshintergrund in Deutschland. Etwa 7 Prozent der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten hierzulande sind Ausländer.
Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, sind im Jahr 2006 nach vorläufigen Ergebnissen 662.000 Personen nach Deutschland zugezogen und 639.000 Personen fortgezogen. Damit setzte sich die seit 2001 anhaltende Tendenz einer rückläufigen Zuwanderung ausländischer Personen fort. Ein wesentlicher Grund für den Rückgang der Zuzüge ist darin zu sehen, dass in den letzten Jahren immer weniger Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler nach Deutschland zugewandert sind. Daraus ergibt sich ein Wanderungsüberschuss von 23.000 Personen. Dies waren 46.000 Zuzüge weniger und 11.000 Fortzüge mehr als 2005. Dadurch ging der Wanderungsüberschuss gegenüber dem Vorjahr stark zurück (minus 71 Prozent), nachdem er von 2004 auf 2005 nur um 4 Prozent gesunken war.
Text: F.A.Z.
Bildmaterial: IAB