Spanische und irische Unternehmen sind die beliebtesten Ziele für europäische Arbeitnehmer, die ihr Heimatland verlassen wollen. Wie eine Umfrage im Auftrag des Personaldienstleisters Robert Half ergab, erhalten 95 Prozent der spanischen und 90 Prozent der irischen Arbeitgeber Bewerbungen aus dem Ausland. Auch Großbritannien und Frankreich stehen mit jeweils mehr als 80 Prozent hoch im Kurs. Deutschland liegt dagegen im Vergleich von sechs Ländern mit 61 Prozent nur auf dem letzten Platz. Dabei messen hierzulande immerhin zwei Drittel der befragten Personalmanager der Auslandserfahrung ihrer Mitarbeiter einen hohen Stellenwert zu.
Für die Arbeitnehmer steht die Hoffnung auf einen Karrieresprung durch den Auslandsaufenthalt an erste Stelle (63 Prozent). Weitere Motive sind die Verbesserung der Fremdsprachenkenntnisse (32 Prozent) und ein höheres Gehalt (16 Prozent).
Viele deutsche Unternehmen versäumen es bislang allerdings, die Mitarbeiter entsprechend zu binden, warnt Sven Hennige, zuständig für das Europa-Geschäft von Robert Half. Die Befragung ergab, dass in mehr als jedem dritten Unternehmen (37 Prozent) die Mitarbeiter dazu tendieren, mit dem Land auch gleich den Arbeitgeber zu wechseln. Vor zwei Jahren lag dieser Wert noch bei lediglich 17 Prozent.
Wenn Mitarbeiter ins Ausland gehen wollen, suchen die meisten, nämlich 29 Prozent, zunächst den Kontakt zu ihrem direkten Vorgesetzten. Nut 15 Prozent wenden sich an die Personalabteilung vor Ort. Gar nur 6 Prozent haben als Ansprechpartner einen Mitarbeiter der Personalabteilung, der auf die internationale Vermittlung spezialisiert ist.
Text: F.A.Z.
Bildmaterial: Robert Half