Wenn ich solche Artikel lese, frage ich mich, ob wir wirklich keine anderen Probleme haben als die Karrieresorgen einer winzig kleinen Minderheit von Businessfrauen.
Abgesehen von den ziemlich dumpfen Verallgemeinerungen und Geschlechterklischees, die in diesem Artikel zur Sprache kommen: Auch Männer, die nach oben wollen, haben es nicht leicht. Mit Däumchendrehen kommt niemand in den Vorstand eines DAX-Unternehmens. Dafür ist viel Verzicht und harte Arbeit notwendig. Warum überkommt mich manchmal das Gefühl, dass Frauen deswegen so ausdauernd über "gläserne Decken" klagen, weil sie hoffen, ihnen würde eine Extrawurst gebraten?
Dabei wird es ihnen doch jetzt schon leichter gemacht als den Männern: Bevorzugung schon in der Schule, Frauenförderprogramme en Masse, Etablierung teurer Frauen-Netzwerke. Trotzdem klappt's immer noch nicht so wie gewünscht mit der Karriere. Die gelingt Männern ohne diese Fördermittel weitaus problemloser. Ob daran immer bloß die ominösen Männerseilschaften schuld sind?
Aber was ist mit den "Netzwerken" der Bauarbeiter, Müllmänner und Montagearbeiter, die einfach keine Frauen durch den gläsernen Keller nach unten lassen wollen? Was machen Frauen falsch, wenn sie nicht in solche Knochenjobs gelangen?
Was soll dieser diskriminierende Satz?
"Frauen sind oft fleißiger und besser ausgebildet als Männer."
Ist es jetzt "in" Männer zu diskriminieren in dem man pauschal weniger Fleiß unterstellt?
Unfassbar, wie unsere Gesellschaft auf dem Weg zur Gleichberechtigung bewußt Männer diskriminiert und benachteiligt.
Der Artikel trifft nur vor Selbstbeweihräucherung von Frauen, die ja edler, besser und intelligenter sind.
"Frauenbünde" gibt es nicht? Oh, da kennt die Autorin aber die Netzwerke nicht, vielleicht sollte sie nicht aus eigener mangelnder Erfahrung berichten?
Und wer schonmal das Hauen und Stechen in einer Arztpraxis zwischen Frauen erlebt hat, der wird das Freundinnen Argument nur müde belächeln.