Der Stellenwert fachübergreifender Kompetenzen, neudeutsch: Soft skills, in der betrieblichen Weiterbildung nimmt deutlich zu. Der Anteil der Unternehmen, die bei ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Sozialkompetenzen für besonders wichtig halten, steigt von gegenwärtig 30 auf künftig 40 Prozent an. Das geht aus einer Untersuchung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) hervor, die gerade veröffentlicht worden ist. Allerdings ist der Begriff der Soft skills unscharf gefasst. Es gibt Meinungen, nach denen er mit Sozialkompetenz nur unzuzeichend übertragen ist.
Sicherer lässt sich demnach folgende Aussage treffen: Unangefochten auf Platz 1 rangieren weiterhin die Fachkompetenzen. 77 Prozent der befragten Unternehmen halten sie für besonders wichtig. Ihre Bedeutung in der betrieblichen Weiterbildung werde jedoch in Zukunft leicht abnehmen. Veröffentlicht sind die Ergebnisse der BIBB-Studie in der neuesten Ausgabe des BIBB Report, Heft 7/2009.
Erstmals wurden in der Untersuchung auch Daten darüber erhoben, welche der in den Unternehmen angebotenen Lernformen in der betrieblichen Weiterbildung die fachübergreifenden Kompetenzen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am besten fördern. Demnach werden personale Kompetenzen nach Auffassung der Betriebe am stärksten durch interne Lehrveranstaltungen gefördert. Sozialkompetenzen lassen sich am stärksten durch Job-Rotation und/oder Austauschprogramme fördern, und zur Verbesserung der Methodenkompetenz schätzen die Unternehmen die Lernformen Lern- und/oder Qualitätszirkel, Job-Rotation und Unterweisung und/oder Einarbeitung am meisten.
Die Ergebnisse der Erhebung unter mehr als 300 Unternehmen, die mit finanzieller Unterstützung des Bundesbildungsministeriums zustande kam, stärken frühere Erkenntnisse europäischer Studien über die betriebliche Weiterbildung in Unternehmen.
Ein Vergleich der europäischen Haupterhebungen aus den Jahren 1999 und 2005 durch das BIBB bestätigt die zunehmende Bedeutung von Soft skills in der betrieblichen Weiterbildung sowohl in Deutschland als auch in allen anderen west- und nordeuropäischen Ländern. So stieg der Anteil der Teilnahmestunden im Bereich Persönlichkeitsentwicklung, Qualitätsmanagement, Arbeitstechniken, Kooperationstraining und Gesprächsführung von 12 auf 16 Prozent. Gleichzeitig sank im selben Zeitraum die Teilnahme an Schulungen zum Thema EDV, Informationstechnik und Computerbedienung im europäischen Durchschnitt von 17 auf 11 Prozent.
Der BIBB-Report lässt sich im Internet kostenlos herunterladen: www.bibb.de
Text: tor./F.A.Z.
Bildmaterial: Bundesinstitut für Berufsbildung