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Arbeitskosten

Der Osten ist billiger

Von Matthias Müller




23. Mai 2008 
Die Industrieunternehmen in Ostdeutschland haben immer noch einen deutlichen Kostenvorteil gegenüber ihren Konkurrenten in Westdeutschland. Während in Westdeutschland im vergangenen Jahr die Arbeitskosten im Produzierenden Gewerbe 54.870 Euro je Arbeitnehmer betragen hätten, müssten die Unternehmen in Ostdeutschland ihren Beschäftigten nur 36.280 Euro zahlen, heißt es in einer Studie des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Allerdings hätten die Arbeitskosten in den neuen Ländern vor 16 Jahren nur 55 Prozent des Westniveaus betragen, im vergangenen Jahr wäre dieser Wert schon auf 66 Prozent gestiegen. Das sei eine Folge der insgesamt deutlich kräftigeren Lohnsteigerungen im Osten Deutschlands im Vergleich zum Wesen. 1992 hätten sich die Arbeitskosten in Ostdeutschland noch auf annähernd 21.000 Euro, in Westdeutschland auf mehr als 38.000 Euro belaufen.

Insgesamt stellten die im internationalen Vergleich hohen Arbeitskosten jedoch ein "Standort-Handikap" für die Industrieunternehmen dar, schreibt der Verfasser der Studie, Christoph Schröder. In Deutschland hat die Industrie einen im Vergleich mit anderen Industrieländern hohen Anteil an der Wertschöpfung der Volkswirtschaft.

Nicht alle Kosten sind verhandelbar

Schröder weist darauf hin, dass die Arbeitskosten neben den von den Unternehmen gezahlten Löhnen und Gehältern auch die Zahlungen der Arbeitgeber etwa an die Sozialversicherungen enthielten. Der Staat verteuere mit den gesetzlich vorgegebenen Beiträgen zur Sozialversicherung und den Leistungen für die betriebliche Altersversorgung die Arbeitskosten um 24,9 Prozent. Dieser Wert sei seit 1992 nur leicht um 0,6 Punkte gesunken. "Die Tarifparteien können somit nur über drei Viertel der Arbeitskosten frei verhandeln", heißt es in der Untersuchung des IW. Für die Arbeitnehmer käme erschwerend hinzu, dass sie wegen der starken Belastung durch Steuern und Sozialabgaben über die Verwendung eines Großteils ihres Verdiensts nicht frei entscheiden könnten. In diesem Jahr verringerten sich die Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung um rund 0,3 Prozentpunkte.

Text: F.A.Z.
Bildmaterial: F.A.Z.
 
 
   
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