Der Artikel war zwar allgemein, aber ich denke, daß die IT Branche als neueste Branche die zukünftige allgemeine Entwicklung antizipiert. Nehmen wir mich als Beispiel - ich schätze, daß ich da ziemlich repräsentativ bin:
- nach Inf. Diplom Übernahme bei der Firma, bei der ich das Diplom gemacht habe
- Firma ist 1/2 Jahr später pleite
- gleich danach externer Mitarbeiter bei einem großen deutschen Finanzdienstleister
- 1/2 Jahr später Festanstellung dort. Kommentar des Personalers:"...sie können heutzutage nicht mehr davon ausgehen, 10 Jahre lang für dieselbe Firma zu arbeiten..."
- 3 Jahre später Ausgründung meiner Abteilung in eine eigene Firma, welche zu 80% eine Tochter des FDL bleibt. Meine Tätigkeit ändert sich nicht.
- 1/2 Jahr später Abteilungswechsel. Dort Projektarbeit.
- 1 Jahr später: Beteiligungsveränderung, FDL hält nun 20%, anderes Unternehmen 80%
- 4 Jahre später: Abteilungswechsel
- 1/4 Jahr später: Firma wird aufgelöst, 2/3 entlassen 1/3 vom Mutterkonzern (der mit den 80%) übernommen
- ich werde übernommen. Meine Tätigkeit ändert sich nicht.
Was ist in 1-2 Jahren? Nun, ich werde vermutlich weiter umhergeschoben oder schiebe selbst. Ich habe mich daran gewöhnt - bleibt mir gar nichts anders übrig.
Zugegeben, es gibt viele Theorien, wie sich unsere berufliche Zukunft entwickeln und gestalten ließe. Eine valide Vorhersage für eine bestimmte Art wird aber niemals möglich sein. Und das ist auch gut so, denn nur wenn der Markt diversifiziert ist und bleibt, ist für die Vielzahl an unterschiedlichen Neigungen und Fähigkeiten in den unterschliedlichen Kulturkreisen genug Entfaltungsspielraum für jeden Einzelnen da.
Wahr ist, dass sich alle und insbesondere unsere Kinder beruflich flexibler und internationaler aufstellen müssen.
Die Wirklichkeit sieht jedoch in Deutschland immer noch trist aus, was es derzeit an Unterstützung für diese Zukunftsfähigkeit unserer Kinder im Schul- und Bildungswesen gibt.
Wahr und interessant ist, dass es viele kreative berufliche Alternativen zur Festanstellung gibt.
Die Wirklichkeit sieht so aus, dass diese Formen der Selbständigkeit nicht für jeden geeignet sind und viele im ersten Versuch scheitern.
Ohne gute Kontakte, ein (über mehrere Jahre) gut aufgebautes Netzwerk, eine gute betriebswirtschaftliche Bildung und das nötige Maß an Disziplin und Organisationstalent funktioniert dies nicht.
Wenn wir in die Schulung dieser Fähigkeiten investieren, dann wird die Zukunft für jede/n planbarer.