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Lesermeinungen zum Beitrag
Warum nur mit Stipendien die Wirtschaft beteiligen?
Die Wirtschaft profitiert von jedem Hochschulabsolventen, den sie beschäftigt. Sie nutzt die Globalisierung zur Schwächung des Steueraufkommens und des öffentlich finanzierten Bildungssystems durch die Standortfrage und plädiert für neoliberale Lösungen in allen bisher steuerfinanzierten finanzierten Leistungsbereichen.
Warum nur die eine Seite der Profiteure an den Bildungskosten beteiligen, die Studierenden und nicht auch die andere, nämlich die Abnehmer?
Wenn schon neoliberale Bildungspolitik, dann aber auch konsequent!

Prof. Dr. Thomas J. Feuerstein, Fachhochschule Wiesbaden
 
Ausbildung und Studium muss auch bezahlbar bleiben !
03.05.2008, 10:37
Wie soll unsere Welt in 20 Jahren aussehen, wenn wir es den jungen Leuten nicht ermöglichen sich angemessen ausbilden zu lassen und die Möglichkeit eines Studiums immer mehr verbaut wird ?
Wir brauchen top ausgebildete Leute, heute und auch in der Zukunft - in guten, wie auch in schlechten Zeiten. Bildung muss breit angelegt sein, nicht nur ein paar Eliten.
Politik und Wirtschaft haben das in den letzten Jahren versaubeutelt, weil sie nur ans Sparen gedacht haben. Heute sieht man, dass das ein Fehler war - man tut aber auch nichts wirklich dagegen.
Wie das besser werden könnte - einige Dinge stehen auf den Seiten der mittelschicht.com. Denn Ausbildung und Studium muss auch für die Betroffenen und deren Eltern bezahlbar bleiben !
 
Die Hochschulen sollten lieber sich selbst rügen
03.05.2008, 00:31
Die Realität ist:
Professoren üben neben der Uni sehr viele Nebentätigkeiten aus. Ja, ich kann ehrlich sagen, für einige von denen ist die Beschäftigung an der Uni/FH eben eine Nebentätigkeit. Man wird kaum einen Professor finden, der für seine Studenten genügend Zeit opfert.

Ich habe an meiner Universität zwei Professoren gehabt, die gar nicht!! referieren konnten. Die größere Hälfte von den sonstigen tat dies mehr schlecht als recht.

Meistens wird gefordert, dass man hunderte von Seiten auswendig paukt, was man nach jeder Klausur eh alles vergessen hatte, anstatt, dass Denken und Verstehen zu fördern.


Studiengebühren, die an meiner Uni erhoben wurden/werden, haben zu keiner Verbesserung der Lehre geführt. Es wurden zwar zwei oder drei neue Profs angestellt und einige Bücher gekauft, in meinem Fach wurde aber keine einzige !!!!!!!! Stunde an Zusatzleistung angeboten.

Die neuen verkürzten Studiengänge, die neben den alten Diplomstudiengängen liefen/laufen, haben unsere Lehrstühle an ihre Grenzen strapaziert.

Ich bin der Auffassung, dass gut die Hälfte der Studenten an meiner Uni nur studiert, weil sie keine Ausbildung oder Job bekommen haben, oder weil sie sonst nichts Besonderes in ihren Leben wären.
 
Der Ideale Bewerber
02.05.2008, 23:00
Ist 23 Jahre alt, hat vor kurzen abgeschlossen, erwünscht auch ein Doktortitel, 2-4 Semester Auslandserfahrung, hat bereits tiefe Kenntnisse in den Anwendungsgebiete und verfügt ausserdem über Praxiserfahrung. Als Einsteiger gibt er sich natürlich auch mit 33.000 p.a. zufrieden bei nicht festgescrhiebenen Überstundenanzahl.
Also ich bekomme Kopfschmerzen wenn ich Klagen der Wirtschaft nach qualifizierten Fachkräfte lese/höre - die gibt es genug, nur will sie keiner bezahlen!
Logischer Schluss - die Leute gehen dort wo sie gutes Geld für Ihre Leistung bekommen, und die Nachbarstaaten zahlen ja nicht schlecht.
 
Ich bin begeistert...
02.05.2008, 20:19
von soviel Mut zur Wahrheit.
Ein Zeichen dafür, dass es mit der deutschen Hochschulbildung trotz oder wegen den zweifelhaften Bemühungen hin zum Bologna-Abkommen (und damit kürzeren Studienzeiten = weniger Kosten) sehr schlecht steht. Die deutsche Hochschulbildung ist schon lange nicht mehr ihren Ruf wert und politische Instrumentarien wie das hochpushen der Studentenrate auf 40 Prozent ohne dafür etwas auf der Soll-Seite zu tun, ähnelt dem Makulaturgehabe einer Arbeitslosenstatistik - nur heisse Luft. Solange bspw. ostdeutsche Jung-Professoren mit 2000 Euro im Monat (Brutto) 200 und mehr Studenten im Jahrgang betreuen sollen, kann aus Wenig einfach nur noch Nichts werden. Bereits heute findet persönliche Pflichterfüllung und Opferbereitschaft einfach keine hochqualifizierten Kandidaten mehr. Und von wem soll man dann noch lernen als Student. Das Buch als Professorenersatz ala Fernuni ist glaube ich kein adäquater Ersatz für die Akademikernachfrager aus Wirtschaft und Gesellschaft.
*ehemaliger Student aus Leipzig
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