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Der Wirtschaft fehlen Ingenieure

Eine Mangelerscheinung in Zahlen

Von Julia Löhr




21. April 2008 
Kaum ein Tag vergeht, ohne dass sich ein Unternehmen über den Ingenieurmangel beklagt. Gleichzeitig suchen mehrere tausend Ingenieure nach einer Stelle. Wie passt das zusammen?

Die Spezialisierung in den Unternehmen steigt, Detailwissen ist gefragt. Über das verfügen aber nur die wenigsten arbeitslosen, oft älteren Ingenieure. Angesichts des demographischen Wandels dürfte sich dieses Problem in Zukunft verschärfen. Um es zu lösen, stürzen sich die Unternehmen vor allem auf die Jugend. Von Kindesbeinen an soll diese für Technik - und am besten gleich auch für einen potentiellen Arbeitgeber - begeistert werden. Von der Weiterbildung älterer Mitarbeiter ist dagegen nur selten die Rede.

Die wichtigsten Zahlen zu einer Debatte, die die deutsche Wirtschaft wohl noch lange beschäftigen wird.

48.000 Ingenieursstellen konnten die Unternehmen in Deutschland im Jahr 2006 nach Angaben des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln (IW) nicht besetzen. Besonders stark betroffen waren Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Bayern. Dort traten zwei Drittel aller unfreiwilligen Vakanzen auf.

9000 Ingenieure fehlen nach Angaben des Branchenverbands VDMA allein dem deutschen Maschinenbau - mindestens.

999.000 Ingenieure waren im Jahr 2006 in Deutschland angestellt oder selbständig tätig, hat das Statistische Bundesamt ermittelt. Das entspricht 2,7 Prozent aller Erwerbstätigen.

3,5 Milliarden Euro Wertschöpfungsverlust erleidet die deutsche Volkswirtschaft wegen des aktuellen Ingenieurmangels, hat das IW errechnet.

62,2 Prozent der Unternehmen erwarten nach Angaben des IW, dass der Bedarf an Ingenieuren und Naturwissenschaftlern bis zum Jahr 2010 steigen wird - mehr als in jeder anderen Berufsgruppe.

40.914 Studenten haben nach Angaben des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) im Jahr 2006 ein ingenieurwissenschaftliches Studium erfolgreich abgeschlossen. 1996 waren es noch 52.278.

95.000 Ingenieure werden im Jahr 2014 nach einer Hochrechnung des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) im schlimmsten Fall fehlen, im besten Fall 23.000.

86 Prozent aller erwerbstätigen Ingenieure in Deutschland sind Männer.

12.270 offene Stellen für Ingenieure meldeten die Unternehmen im vergangenen Jahr durchschnittlich je Monat der Bundesagentur für Arbeit.

8,4 Prozent betrug im Juni 2007 die Arbeitslosenquote von Ingenieurinnen, gemessen an der Zahl ihrer sozialversicherungspflichtig beschäftigten Berufskolleginnen. Bei den männlichen Ingenieuren lag diese Quote nach einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) bei 3,2 Prozent.

23.080 Ingenieure suchten im März dieses Jahres nach der Statistik der Bundesagentur für Arbeit eine Stelle. 41 Prozent von ihnen waren älter als 50 Jahre.








Text: F.A.Z.
Bildmaterial: FAZNET
 
 
Lesermeinungen zum Beitrag [7]
Herr Treczoks, 24.04.2008, 08:56
Herr Pliester, 23.04.2008, 14:40
Herr Treczoks, die Realität... 23.04.2008, 09:19
 
   
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