Seinen Arbeitsplatz hat es vor einigen Jahren noch nicht gegeben. Doch heute geht im Automobilbau ohne Menschen wie Jose Peréz nichts mehr. Der 34 Jahre alte Absolvent der Universität Siegen ist Simulationsingenieur - soll heißen, er entwickelt Fahrzeuge virtuell am Computer. Unfall, Dauerlauf, Geräusch, Fahrwerk - all das simuliert er am Rechner. Selbst von Zulieferern beigesteuerte Teile wie Lenksäulen oder Sitze baut er virtuell ins Auto ein und testet, ob sie passen und den Sicherheitsvorschriften entsprechen. Vor allem für die Unfallprävention ist das von enormer Bedeutung, der Bau sündhaft teurer Prototypen kann so minimiert werden. Bis zu 98 Prozent des realen Unfallverhaltens lassen sich heute am Computer abbilden. Gleichwohl: Am Schluss müssen doch echte Autos gegen die Wand gefahren werden, denn auch Perez muss immer noch abgleichen, ob die Realität seinen Berechnungen entspricht. "Man muss seine Grenzen und die Risiken kennen", sagt er. Das gilt wohl nicht für seinen Job - der scheint zukunftsfest, denn auf virtuelle Entwicklung setzen alle Hersteller.
Text: F.A.Z., 15.09.2007, Nr. 215 / Seite C3 Bildmaterial: Opel