24. Juni 2009 Zeitarbeiter fehlen einer Studie zufolge häufiger als andere Arbeitnehmer wegen Krankheit am Arbeitsplatz. Im vergangenen Jahr seien Leiharbeiter mit durchschnittlich 14,7 Fehltagen vier Tage mehr krankgeschrieben gewesen als die Beschäftigten anderer Branchen, ergab der am Dienstag in Berlin vorgestellte Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse (TK). Der Krankenstand in der Zeitarbeitsbranche lag bei vier Prozent und damit 1,1 Punkte über dem Bundesdurchschnitt.
Nahezu alle Diagnosen waren bei Zeitarbeitern häufiger anzutreffen: Muskel-Skelett-Erkrankungen traten um 60 Prozent, Verletzungen um 64 Prozent und Atemwegserkrankungen um 23 Prozent häufiger auf, psychische Beschwerden um 34 Prozent öfter.
Meist körperlich belastende Tätigkeiten
Eine Ursache für die höheren Werte sei, dass Zeitarbeiter meist in körperlich belastenden Tätigkeiten beschäftigt seien, teilte die TK zusammen mit dem Bundesverband Zeitarbeit (BZA) mit. Eine Befragung habe ergeben, dass diese Beschäftigten zudem ihren unsicheren Arbeitsplatz, ihre Einkommenssituation, die Diskrepanz zwischen Qualifikation und ausgeübter Tätigkeit sowie die fehlenden Entwicklungsmöglichkeiten als Belastung empfänden.
Der TK-Gesundheitsreport analysiert jedes Jahr die Krankenstandsdaten sowie Arzneimittelverordnungen der 2,7 Millionen bei der TK versicherten Erwerbspersonen.
Text: Reuters
Bildmaterial: AP