Längere Vorlesungszeit

Die Kalenderreform der Universitäten

Wir befinden uns in den vorlesungsfreien Wochen: Demnächst wird das anders sein. Bis 2010 sollen die Semesterzeiten verschoben werden, damit Studenten künftig einfacher ins Ausland wechseln können. Doch die Reform verlängert die Vorlesungzeit um einen Monat und schafft neue Probleme. Von Jürgen Kaube

Lesermeinungen zum Beitrag

14. März 2008 12:02

Wer reformiert die Reformer?

Anja Baumhoff (napoleonthe1)

Die Absicht die angeblich so hinterwäldlerische deutsche Uni in die internationalen Ränge hin zu reformieren ist doch gründlich gescheitert. Bitter die Einsicht, dass das was man dringend reformieren wollte, so schlecht gar nicht war. Wie kann es sein, dass man mit Erhöhung des Lehrdeputats und gleichzeitiger Absenkung der Gehälter meint, die Universitäten leistungsfähiger zu machen? Und was soll der Unsinn nun noch einmal die Lehre zu erhöhen in dem die Semesterzeiten angeblich angeglichen werden?
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<br><br>Kann es sein, dass es einfach zu viele Menschen gibt, die in unseren Verwaltungen arbeiten und die nur dann Karriere machen, wenn sie was reformieren? Zu viele Reformer und Politiker verderben die Unis!
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13. März 2008 17:01

Mobilität oder Ausbeutung?

Daniel Weber (DanielWeber)

Bologna - so langsam wird wohl auch den letzten klar, dass die Ziele des Bologna-Prozesses bei der Umsetzung in Deutschland nicht im Ansatz erreicht werden. Dazu zählt auch die Mobilität. War es vor der Reform schon schwierig den Studienort zu wechseln, so ist dies nach der Reform noch schwieriger, und das sogar im gleichen Bundesland geschweige denn international.
Grundsätzlich ist es daher zu begrüßen, dass die Semesterferien einheitlich geregelt werden sollen. Gerade aus Sicht der Studierenden (die in dem Artikel leider mal wieder zu kurz kommen...) ist diese Förderung der Mobilität ein Glücksfall. Dass Semesterzeiten länger werden und Ferien quasi abgeschafft worden sind, daran haben sich die meisten Bachelor-Studis bereits gewöhnen müssen. Nun ereilt diese Einsicht wohl auch die Lehrenden.
Bei einigen Professoren hört sich das Wehklagen allerdings an, wie Klagen auf sehr hohem Niveau. Die berühmten Einzelfälle des "Professor Untat"-Buches lassen grüßen. Für viele Lehrenden, gerade im unteren Segment (Honorarkräfte u.a.) ist die Uni aber schon lange ein Ausbeutungsbetrieb. Ob da die Verschiebung der Semesterferien nun wirklich der richtige Ansatzpunkt für Kritik ist?

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13. März 2008 16:22

Schritte hin zur (weiteren) Provinzialisierung der deutschen Wissenschaft

Christoph Ann (christophann)

Was in den Hirnen deutscher Wissenschaftsregulierer abläuft, die selbst ja kaum je erfolgreich Wissenschaft betrieben haben dürften, verstehe, wer will. Sicher ist: Ausländer werden auch nach einer solchen Kalenderreform kaum mehr nach Deutschland kommen als bisher, denn die Sprache als Hemmnis besteht fort. Auch wird die Mobilität deutscher Studenten wohl eher abnehmen als ansteigen, denn beispielsweise an ein US-Studienjahr würde man ein spätes deutsches Sommersemester mehr anhängen können, anders als heute. Schließlich werden auch die im Ausland bis dato stark nachgefragten deutschen Professoren dort nicht mehr so einfach lehren können wie bisher, wenn hier und dort gleichzeitig Vorlesungspause ist. Damit wäre dann auch der letzte Exportschlager der deutschen Wissenschaft erfolgreich beseitigt. - Wer, um Himmels willen, denkt sich so etwas also aus, hält diesen Provinzialisierungsschub am Ende für Fortschritt? - Die Universität Freiburg/Br. will ihren Kalender angeblich übrigens nicht ändern - aus gutem Grund! - Prof. Dr. Christoph Ann, München

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