Von Stephan Leibfried und Achim Wiesner
08. Juli 2008 In den Jahren 2006 und 2007 hat die Exzellenzinitiative die meisten deutschen Universitäten in fiebrige Aktivitäten versetzt: Mit Anträgen wurde in drei Förderlinien um 1,9 Milliarden Euro Forschungsgelder konkurriert. Die Gewinner seit Oktober 2007 sind neun ganze Exzellenzuniversitäten, 37 Exzellenzcluster der Forschung und 39 Graduiertenschulen für den wissenschaftlichen Nachwuchs.
Während manche Gewinner noch mit den Startschwierigkeiten in den geförderten Vorhaben kämpfen, ist hinter den Kulissen schon das Ringen um eine Neuauflage der Exzellenzinitiative in vollem Gange. Wie verlängern? - diese Frage wird nun in die Vorwahlkampfzeit hineinreichen. Dass die Initiative fortgesetzt wird, kann nicht überraschen und ist ausgesprochen sinnvoll: Schließlich hat sie in gewollter Weise die Leistungsunterschiede der deutschen Universitäten sichtbar gemacht, ihren internen Prozess der Profilschärfung vorangetrieben und viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu neuen Kooperationen und großen Anstrengungen ermuntert und zudem auch ganz andere Mittelströme in den Ländern und Zustiftungen Privater ermuntert.
Sieben Prüfsteine und drei Erwägungen
Wie müsste eine Neuauflage gestrickt sein, um die positiven Effekte zu verstetigen und negative Effekte zu begrenzen? Dazu dienen die sieben Prüfsteine und drei Erwägungen, die auch über eine zweite Exzellenzinitiative hinausreichen.
Zunächst: Im deutschen Föderalismus ist die Grundfinanzierung der Universitäten Ländersache. Allerdings kann im Rahmen der unechten Gemeinschaftsaufgaben eine Forschungsförderung durch Bund und Länder gemeinsam und einstimmig erfolgen. Das geschieht in der Exzellenzinitiative. Seit längerem geht aber dahinter eine große Schere auf. Als Folge der Länderpolitik treffen tendenziell im Durchschnitt fallende Hochschulhaushalte auf steigende Etats für die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), die Max-Planck-Gesellschaft, die Leibniz-Gemeinschaft, die Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren und die Fraunhofer-Gesellschaft. Diese Schere dürfte demnächst durch steigende Studentenzahlen noch größer werden. Aber die Lösung kann nicht sein, dass vor allem der Bund seine Anstrengungen in der Forschungsförderung zurücknimmt, sondern dass die Länder wieder stärker in die Hochschulbildung und die Lehre investieren. Nebenbei: Nach Artikel 91b Grundgesetz wäre der Bund auch nicht gehindert, mehrere Milliarden Euro in die Verbesserung der Lehre zu investieren, zumal in einem Gemeinwesen, das auf die Einheit von Forschung und Lehre so viel Wert legt - wenn es denn alle Länder zuließen.
Die Frage der Ausstattung
Eine zweite, kleinere, aber hier zentrale Kluft tut sich unmittelbar mit der Exzellenzinitiative auf. Sie trennt große Volluniversitäten und kleinere Spartenuniversitäten auf der einen, mittelgroße, forschungsintensive Universitäten mit dennoch breitem Fächerspektrum auf der anderen Seite. Der Grund: Konkurrenzfähigkeit im Drittmittelwettbewerb setzt in den einzelnen Disziplinen immer eine sehr gute, überdurchschnittliche Ausstattung mit Professuren voraus. Große Volluniversitäten und Spezialuniversitäten können aufgrund der schieren Masse an Professuren und der sich damit ergebenden Spielräume oder aufgrund starker thematischer Konzentration die paradoxe Anforderung eines breiten Profils erfüllen. Bezogen auf die dort überhaupt vertretenen Fakultäten, können sie in hinreichend vielen Disziplinen eine überdurchschnittliche Zahl an Fachgebieten professoral gut abbilden.
Das ist beileibe keine Garantie für den Erfolg, wie man am Abschneiden mancher Universität im Exzellenzwettbewerb erkennt. Die Gewinner aber waren einerseits große Volluniversitäten wie die Ludwig-Maximilians-Universität München (707 Professuren), die Freie Universität Berlin (529) und mit mehr als 400 Professuren noch die Universitäten Göttingen und Heidelberg, andererseits auch die relativ zum Grad ihrer Spezialisierung großen Technischen Universitäten: TU München (410), RWTH Aachen (391) und TH Karlsruhe (247). Der singuläre Fall einer kleinen Spartenuniversität ist Konstanz mit nur 153 Professuren.
Strukturell nicht exzellenzfähig
Freiburg als Volluniversität mit nur 361 Professuren ist als Mitglied im Club of nine der Exzellenten schon die hoch erfolgreiche Ausnahme, ansonsten gilt: Forschungsorientierte Universitäten mit breitem Fächerspektrum sind mit deutlich weniger als 400 Professuren als gesamte Universität strukturell nicht exzellenzfähig - zumindest nach den bisher geltenden Kriterien im Wettbewerb. Die Schere öffnet sich hier zu Lasten von Universitäten wie Bielefeld (245), Bochum (373), Bremen (339), Tübingen (366), aber auch Gießen (361), Jena (341), Kiel (381), Saarbrücken (252) und Würzburg (368), eventuell auch Stuttgart (254) und Hannover (338) als Hybride zwischen Technischer Hochschule und Volluniversität. Sie stehen mit ihrer Forschung in einigen Bereichen sehr gut da, fallen aber in das Förderloch zwischen großer Universität/Spezialuniversität einerseits und Spartenuniversität andererseits.
Der Hinweis zielt ausdrücklich nicht auf eine Zurücknahme der gewollten Differenzierung von sehr guten und weniger guten Forschungsleistungen an Universitäten. Es geht vielmehr um die ungleichen Wettbewerbsbedingungen aufgrund von Größe. Hier liegt ein Ungleichgewicht, das ja über die reinen Fördermittel hinaus schon derzeit durch Abwerbungen wissenschaftlichen Personals und den Zustrom motivierter Studenten immer weiter verschärft wird. Natürlich gehört zum Erfolg auch dann immer noch mehr als reine Größe.
Die glorreichen Neun
Will man Exzellenz in Deutschland auf Dauer stellen, setzt das aber immer ein breites Umfeld voraus, aus dem sie sich regenerieren kann. In Deutschland geraten wir in schwierige Wasser, wenn man systematisch die Lücke zwischen der Spitzengruppe und dem Verfolgerfeld zu weit aufklaffen lässt.
Die Lösung kann nun nicht darin liegen, alle fünf Jahre die Elite der Universitäten neu durchzumischen. Der Sinn der ganzen Übung stellt sich nur mit der Zeit ein - Reputationsgewinne entstehen im Wissenschaftssystem langsam. Dennoch darf es zu keiner ungeprüften Dauerfinanzierung der glorreichen Neun kommen. Wettbewerb setzt voraus, dass Positionen auch wieder verloren werden können. Und außerdem: Vielleicht sollte man bei den Exzellenzuniversitäten sogar an der Zahl neun mutig korrigieren und also in einer zweiten Runde nicht noch mehr Exzellenzuniversitäten küren oder nur manche austauschen, sondern schlicht weniger Exzellenzuniversitäten benennen. Denn neun weltweit leuchtende Orte der Forschung allein in Deutschland sind nicht realistisch, schaut man sich die Verhältnisse in vergleichbaren Ländern wie England und Frankreich an. Dann gäbe es auch den finanziellen Raum, das Verfolgerfeld ebenfalls substantiell zu fördern und so die Spitze auch von unten her nachhaltig unter produktivem Druck zu halten, anstatt sie ganz abzukoppeln.
Besondere Wege ersinnen
Die erste Frage, die sich dann stellt, lautet: Kommt auf Ebene ganzer Universitäten ein vernünftiges Verhältnis zwischen Spitzen- und Breitenförderung zustande? Der Typus der mittelgroßen, forschungsorientierten Volluniversität wird durch die Exzellenzinitiative entweder dazu gezwungen, von der Vollversorgung zugunsten einer disziplinären Selbstbeschneidung abzugehen. Oder er wird langsam in Zweitklassigkeit versinken, wie exzellent auch immer die einzelnen Bereiche waren. Wenn aber die Vollversorgung weiter von Universitäten und Ländern gewollt sind, dann müsste man für diesen Typus in der Exzellenzinitiative besondere Wege ersinnen und gehen. Wird es in der Fortsetzung der Exzellenzinitiative einen solchen Modus geben, der zwischen großen und solchen mittleren Universitäten intelligent unterscheidet und der deren unterschiedliche Ausgangsbedingungen achtet? Auch beim Boxen unterscheidet man mehrere Gewichtsklassen. Und auch in den Vereinigten Staaten wären die großen Forschungsuniversitäten nichts, wenn sie nicht von einem breiten Kranz sehr guter mittlerer und kleiner Universitäten umgeben wären, die für sie ein stabiles Rekrutierungsfeld abgeben.
Eine zweite Frage betrifft die Kriterien für Exzellenz. Wenn die Entscheider, wie im Oktober 2006 deutlich wurde, auf das DFG-Förder-Ranking zur Begründung der Erstauswahl von Exzellenzuniversitäten abstellen, warum stellen sie dann nicht systematisch auch auf die sektoralen Spitzenuniversitäten in einem oder zweien der vier großen Wissenschaftsbereiche ab, also in den Geistes- und Sozial-, den Lebens-, Natur- und Ingenieurwissenschaften? In einem solchen Ranking gibt es Überraschungen schon unter den jeweils exzellenten Zehn: Bielefeld, Bochum, Bremen, Mainz und Stuttgart lagen 2006 allesamt gleich mit zwei von vier Wissenschaftsbereichen unter den Top Ten im Förderranking der DFG. Warum so viel Exzellenz vernachlässigen? Wahrscheinlich braucht es dafür eine eigene Förderkategorie zwischen Cluster und Exzellenzuniversität, denn die Clusterförderung reicht nicht aus, um ganze Wissenschaftsbereiche zu entwickeln - zumal bei Clustern die Verantwortung nah am Fachbereich, bei einer gesamtuniversitären Förderform aber bei der Hochschulleitung läge.
Selbstgeschaffene Förderillusion
Bei der nächsten Exzellenzrunde werden die zwanzig Prozent der Gelder der DFG, die jetzt auf die Exzellenzinitiative konzentriert sind, auch ins Förder-Ranking eingegangen sein. Es entsteht insoweit eine self-fulfilling prophecy durch Indikatoren, die Pseudo-Spreu von Pseudo-Weizen trennt. Man muss also das allgemeine Ranking um den Drittmittelerwerb durch die Exzellenzförderung bereinigen, damit man nicht einer selbstgeschaffenen Förderillusion erliegt, die auf der selektiven Optik der Exzellenzinitiative beruht und noch vorhandene sektorale Exzellenz zum Verschwinden bringt. Man betriebe sonst Exzellenzverdrängung durch Indikatorenpolitik.
Eine dritte Frage betrifft das sogenannte Ortsprinzip. Kommt es immer nur darauf an, dass die einzelne Universität exzellent ist? Sollte nicht endlich eine Prämie auf die von allen gewünschte regionale Konsolidierung der deutschen Wissenschaftslandschaften, auch über die Ländergrenzen hinweg, gesetzt werden? Auch das gäbe kleineren und mittleren Universitäten, die räumlich nicht zu weit auseinanderliegen, die Chance, bei Aufrechterhaltung der Vollversorgung ein eigenes breites Profil zu entwickeln, also eine große Entwicklungschance auf Exzellenz hin. Warum denn das Ortsprinzip nur bei Clustern öffnen und nicht in allen Förderlinien? Und selbst bei den Clustern ist zu beachten, dass sich die Ortslockerung auch auf die außeruniversitären Forschungsinstitute erstreckt - war die Kooperation mit vorzugsweise einer der Max-Planck-Gesellschaften doch in nahezu allen Fällen die faktische Vorbedingung für einen erfolgreichen Cluster-Antrag.
Eine riesige Größenordnung
Schließlich: Wird bei den Exzellenzclustern ein vor allem für die Geisteswissenschaften adäquates Größenvolumen gefunden? 6,5 Millionen Euro pro Jahr über fünf Jahre, wie bisher ausgelobt, entsprechen einem Volumen von etwa vier bis fünf Sonderforschungsbereichen auf einen Schlag. Das ist für manche Disziplin eine riesige Größenordnung, die zu thematisch nicht mehr sinnvoller Übergröße führen kann und für hochproduktive Forschungscluster, die eine Nummer kleiner sind, keine Chance lässt. Zudem sind viele Forscher in den übergroßen Clustern zu beschäftigen. Wird aber zu viel Geld zu schnell in einen engen Bereich gepumpt, um vor allem die entsprechenden Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler für ein Cluster einzustellen, entsteht das Problem des Schweinezyklus: Für die meisten Themen gibt es faktisch gar nicht genug exzellente Leute. Dann aber fördert Exzellenzförderung automatisch ihr Gegenteil oder bestenfalls das Mittelmaß. Ist also Jackpot oder nichts wirklich sinnvoll?
Wie immer man das Format zuschneidet, stellt sich als Nächstes die Frage nach dem Entscheidungsverfahren und den hier angemessenen Kriterien. Wird dafür Sorge getragen, dass - den exzellenten Antrag immer vorausgesetzt - die Chancen bei der Neuauflage etwa so wie im ersten Verfahren verteilt sein werden? Oder wird es ein automatisches Privileg der seinerzeit Erfolgreichen geben?
Doppelt so scharfe Konkurrenz
Natürlich ist beim Nachdenken über die Chancenverteilung zu beachten, dass die Exzellenzinitiative 1 das Potential schon in gewissem Umfang ausgeschöpft hat. Wenn die Exzellenzmittel, so der Vorschlag der Hochschulrektorenkonferenz Ende Mai 2008, insgesamt um fünfzig Prozent erhöht werden und man annimmt, dass ein Viertel der geförderten Anträge nicht verlängert wird, dann wären die Fördersummen jedenfalls gleich verteilt: rund 1,5 Milliarden Euro für alte Projekte und dieselbe Summe für neue. Werden die Mittel aber nur um zwanzig Prozent erhöht und geht man von zwanzig Prozent Nichtverlängerung aus, so würden auf neue Ideen weniger als halb so viel Fördermittel entfallen wie auf die Altprojekte. Kurzum: Die Konkurrenz dürfte, zumal wenn in eine Runde gepresst, als mindestens doppelt so scharf empfunden werden.
Das heißt: Altanträge müssen vor allem auf Grund ihrer Leistung in den zurückliegenden Jahren gegeneinander antreten, Neuanträge eher nach Originalität und Innovationsgehalt ihres Vorhabens vergleichend beurteilt werden. Die Vermischung retrospektiver und prospektiver Beurteilungskriterien war schon in der ersten Exzellenzinitiative ein Problem.
Genau an der Schnittstelle
Welcher Weg wird dem deutschen Forschungssystem, wird uns mit der zweiten Exzellenzinitiative vorgezeichnet werden? Welche Rolle kann und soll beispielsweise die Lehre in einem Exzellenzwettbewerb der Forschung spielen? Doch wohl genau an der Schnittstelle, nämlich im Bereich von Forschungs-Master-Studiengängen und den Graduiertenschulen, und nicht für die ganze Lehre. Gute Lehre in Tateinheit mit exzellenter Forschung ist hier nur möglich, wenn wir uns auf breiterer Front den Lehrdeputaten annähern, die an den immer als Vorbild benannten Exzellenzeinrichtungen der Ivy League und in Oxbridge gelten - dort sind es maximal vier Semesterwochenstunden. Und bei der Betreuungsrelation wird doch wohl 1:10, wie dort schon fürs Studium insgesamt, als oberes Limit für exzellente Verhältnisse gelten?
Eine weitere Weichenstellung betrifft die Möglichkeit, dass es mit der erneuten Exzellenzinitiative zum Durchbruch der administrativ einfacheren bibliometrischen Verfahren des Forschungsratings kommt. Die Alternative besteht darin, dass wir in bedächtigen, selektiven Verfahren alle Jahrzehnte wieder qualitativ und quantitativ genauer in einzelne Fächer hineinschauen. Im informed peer review als Mittelweg könnten sich die beiden Extreme wechselseitig korrigieren. Geht man in der neuen Exzellenzinitiative, wie zu erwarten ist, teilweise vom Urteil der Fachkollegen ab und stärker zu bibliometrischen Wertungen anhand der, ironisch gesprochen, Einschaltquote (Hubert Markl) bei Veröffentlichungen über, dann geht jeder Wissenschaftsbereich seine eigenen Wege, so dass das langsamere Verfahren unter immer stärkeren Druck geraten wird.
Viel tiefer, breiter und treffgenauer
Eine letzte Frage: Soll die zusätzliche Förderung der Spitzenforschung nun allein in einem alle fünf Jahre wiederkehrenden Wettbewerb geleistet werden? Sollte man die Fortsetzung der Exzellenzinitiative nicht weit stärker als bislang mit einem älteren Vorschlag verbinden, der so lautete: Für jedes Forschungsprojekt, das von einer Universität eingeworben wird, erhält sie einen Betrag von 45 bis 55 Prozent zur Deckung der Kosten, die ihr entstehen, weil sie die Infrastruktur auch für dieses Projekt (Bibliotheken, Labors, Rechner) vorhält. Wenn man diesen Gemeinkostenanteil für jedes Forschungsprojekt angemessen ausgleicht, hat man einen Fördermodus für Universitäten, der viel tiefer, breiter und treffgenauer ins Wissenschaftssystem hineinreichen würde als Mega-Euros, die alle fünf Jahre mit großen Exzellenzgeschützen verteilt werden. Derzeit beträgt die neue DFG-Programmpauschale, die schon in diese Richtung weist, zwanzig Prozent.
Einer solchen Förderungsroutine fehlt natürlich die nationale Aufmerksamkeit für Wissenschaft, für das Schaulaufen ums Herausragende, was einen sehr hohen, nicht zu unterschätzenden politischen und öffentlichen Wert hat. Von daher sollte man beide Ansätze nur besser kombinieren als bislang und dabei dem Gemeinkostenanteil deutlich mehr Gewicht geben. Ein solcher gemischter Ansatz gäbe auch den kleineren und mittleren forschungsaktiven Universitäten die Mittel an die Hand, um sich ein wenig gegen die Kannibalisierung zu wehren, die von den Erfolgreichen in der Exzellenzinitiative laufend ausgeht - und dadurch zudem selber exzellenter zu werden.
Die Exzellenzinitiative ist gut, und sie wird noch einmal besser werden, wenn wir solche Argumente ernst nehmen und sie profilschärfend für das Förderungsprogramm verwenden. Und natürlich würde das Profil noch einmal geschärft, wenn wir die Erfahrungen, die mit der ersten Exzellenzinitiative von 2005 bis 2007 und mit ihrer Umsetzung gemacht wurden, auf breiter Grundlage diskutieren könnten. Dazu wird zum 30. November 2008 ein amtlicher Bericht vorliegen. Wenn man auf die Exzellenzreise alle Exzellenzverdächtigen mitnehmen will, dann bedarf es bei dieser Erfahrungsauswertung einer frühen und umfassenden Diskussion durch DFG und Wissenschaftsrat, und zwar weit über die zuständigen Gremien hinaus. Bei dieser Bringschuld helfen gewiss viele gerne mit - denn die Fortsetzung der Exzellenzinitiative tut not.
Stephan Leibfried lehrt Politische Wissenschaft an der Universität Bremen, Achim Wiesner koordiniert dort die Zusammenarbeit der Universitäten Bremen und Oldenburg. Der Beitrag fußt auf einem Bericht Leibfrieds für die Arbeitsgruppe Exzellenzinitiative der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften.
Text: F.A.Z.
Bildmaterial: ddp
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