
Der Vorwurf, gegen den Presse-Codex mit einer "Unterwasser-Recherche" Verstoßen zu haben, ist hanebüchen. Universitätsvorlesungen sind doch wohl öffentliche Veranstaltungen ohne weitere Zutrittsbeschränkung.
Durchaus niedlich ist, daß Herr Jungen sich nicht zu schade ist darzulegen, wie es ihm gelang eine Zwanzigjährige mit einer lauwarmen Legende abzuspeisen.
Er wird hiermit auch weiterhin Erfolg haben, weil von ihm kein Foto öffentlich verfügbar ist. Ganz im Gegensatz zu den KommentatorInnen aus der Studentenschaft, die sich zuhauf z.B. in studivz entblößen.

So viel Geschrei und Hysterie.
Na, so was gab's bei uns noch nie!
Und alles wegen eines Autors Brief,
der gar nicht stand vor Schleim und Trief.
Denn das ist neu und ungewohnt,
sprechen sonst die Stimmen sehr betont
mit Lob und Gloria von Dortmunds Elite!
- fernab jeglicher Defizite.
Nun schleicht sich einfach tierisch dreist
ein Mann, der schon viel rumgereist,
hinein ins Auditorium.
Undercover ad absurdum.
Einen Tag mit drei Terminen -
Recht und Philo - nicht gerad die Rosinen,
hat er erlebt und schließt daraus:
Journalistik in Dortmund - was ein Graus!
Stempel und Volo. Das seien die Ziele!
Interesse jedoch, das hätten nicht Viele.
Schlecht recherchiert und präsentiert!
les' ich tagsdrauf recht amüsiert.
Pressecodex vier Punkt eins!
Sehr gut aufgepasst - so scheint's.
Viel und lang schrieben die Empörten
zum Text des Autors, dem Unerhörten!
Wir regen uns auf und schreiben es nieder
Bringen tut's nix - Wirkt nur bieder.
Statt langer Betroffenheitstexte,
wär Humor besser das Nächste,
was wir lernen sollten - unbedingt!
Damit's nicht so beleidigt klingt.
Drum nehmen wir es, wie es ist:
Ein Text mit Wahrheit und viel Mist.
Fairniss hin, Polemik her -
Ich habe gelacht. Sogar sehr.

Vielleicht war der Artikel aber auch gar nicht als Enthüllungsjournalismus gemeint, nicht als Meldung, Bericht, sondern eben als Reportage? Als angefeaturete Glosse? Bewusst und vorab offengelegt leicht, persönlich, damit unfair, aber eben: höchst unterhaltsam?

Da hat das offensichtlich versierte Recherche-Ass Jungen ja wahrlich schockierendes aufgedeckt! Ein Bachelor-Studiengang, der verschult ist und im ersten Semester die Defizite des Schulsystems ausgleichen muss? Das hat es so in Deutschland noch nicht gegeben. Und dann diese katastrophale Verkehrsanbindung, inkl. skurrilen Schwebebahnen! Wahrlich, unter solchen Bedingungen können keine Journalisten gedeien. Wie nur sollen sich da die nötige Kompetenz und Berufsethik entwicklen, um zB ein ganzes Studium nach einem halben Tag im Erstsemester beurteilen zu können? Oder sich mit schlecht recherchierten und geschriebenen Possen im Haufischbecken Qualitätsjournalismus zu verstecken?
Am Ende kommen bei so verstaubten Modellen wie in Dortmund eben nur Kanalarbeiter heraus, doch das kann einem Vollblut-Investigativjournalisten wie Jungen ja eigentlich nur Recht sein - So kann ihm das Presseprekariat aus Dortmund so schnell nicht den Job beim "Qualitätsblatt" FAZ streitig machen. Oder hat da einer Angst vor Krokodilen im Kanal?
Mit besten Grüßen aus Dortmund,
Alex Wahl

Asso ich bin ja einen aus`en Volk und hätte nie gedacht, dat man in`ne FAZ so schlicht aufgeklärt wird wie bei Springers. Alle Achtung!! Abba mit dem Test kommen se ja nich ma mit Pisa mit, liebe FAZ.
Eigentlich wollte ich ja de FAZ abonnieren, abba gezz bleib ich doch bei de B-Zeitung, wo sich dat Niwo so angleichen tut.
Abba eine Frage hab ich noch: “Wer verantwortet diesen Föiton blos?“ Da muss wat an Kopp faul sein, sons wär son miserabel gepuzzelten Artikel kaum drin oder Herr Sch.?

Eines muss man dem Autor lassen: Er hat vollbracht, was unter vielen Wissenschaftlern bisher prinzipiell als unmöglich galt: Er hat eine These zweifelsfrei verifiziert!
Seine offenbar ureigenen „generellen Vorbehalte gegenüber einem Journalistikstudium“ waren völlig legitim – was zu beweisen war.
Über diese zumindest diskussionswürdige Ausgangsposition und die kleineren Methodik-Probleme sehe ich gern hinweg. Als größten kleinen Schönheitsfehler sehe ich nämlich an, dass die Analyse nur in einer sonderbaren Welt valide ist.
Diese Parallelwelt mag ja durchaus spannend sein, in der es absurd ist, zum Verständnis bundesdeutscher Politik Begriffe aus der Europapolitik zu erläutern. Statt neugieriger Journalistik-Studentinnen gibt es dort zwar leider nur vorlaute Boulevard-Häschen. Aber wenigstens müssen die nicht an Computerproblemen verzweifeln: ihr persönlicher weltfremder Informatiker hilft gern weiter. Bei Einparkproblemen ihrer dümmlich-drallen Kommilitoninnen wären die Nerds allerdings auch hilflos. Kein Problem: Nimmt man halt den Hubschrauber.
Das hat nicht zuletzt den Vorteil, dass man länger schlafen kann. Und genügend Schlaf ist, darf man dem Autor glauben, immerhin ein Drittel dessen, was guten Journalismus ausmacht!

Niedlich, wie sich die ganze Klasse empört, wenn ihr mal ein Feuilletonist ein bisschen fahrig darüber bescheid gibt, dass es mit Journalistik-Ausbildungen nicht weit her ist -- Bachelor hin oder her. Schön, dass es in Deutschland noch Feuilletons gibt. Und die sollten weißgott weiterhin Autoren beschäftigen, die in ihrem Leben keine Kommunikationsmodelle auswendig, sondern Schreiben gelernt haben (wie, wo und weshalb auch immer). Netter Einwand mit dem Pressekodex... da wird das Volontariat im dritten Studienjahr hoffentlich die Augen öffnen. Und um Himmels Willen, liebe Studenten, nehmt bitte nicht die USA zum Vorbild in Sachen Journalisten-Ausbildung. Lest amerikanische Zeitungen online und vergleicht, ob ihr lieber mechanisch sortierte Fakten lesen wollt, oder Lesestücke wie in der dt. Presse. Eine völlig verschiedene Pressekultur, und das ist auch gut so.

Lieber Autor! Mir fehlen in ihrem Artikel stichhaltige Argumente, warum der Journalistikstudiengang in Dortmund ihrer Meinung nach nichts taugt.
Warum sind kleine Kurse schlecht? Ist es nicht das, was alle immer fordern! Klagen nicht viel zu viele Studenten über überfüllte Seminare?! Warum ist es schlecht, dass Professoren im Kurs keinen Monolog halten, sondern auf die Fragen der Studenten eingehen? Wer nicht fragt, bleibt dumm! Und zeichnet es einen Dozenten nicht gerade aus, wenn er in der Lage ist, seine Seminarstunden mit den Studenten und nicht an ihnen vorbei zu strukturieren? Übrings: Bei dem Professor, den Sie so sehr kritisiert haben, habe ich in meinen 7 Semestern mit am meisten gelernt.
Abgesehen davon, dass ich es unverschämt finde, einem kompletten Studiengang samt Professoren eine ordentliche Arbeit abzusprechen, weil sie an ganzen drei Seminaren teilgenommen haben: Ich habe das Gefühl, dass sie nicht unvoreingenommen an ihre Recherche herangegangen sind - wo bleiben die Stellungnahmen der genannten Professoren, des Institutsvorsitzenden, des Rektors? Gerade dort, wo journalistische Beiträge einen Ruf (hier von der Universität, den Lehrenden und den Studenten) schädigen können, ist Ausgewogenheit geboten!

Mit was für einer offen zur Schau geschriebener Genugtuung sich der Autor an seiner Niederschrift ergötzt, erlaubt die Mutmaßung, dass Herr Jungen bereits mit einer vorgeformten Meinung in seine bahnbrechende Recherche eingetaucht ist. Wie bedauerlich, dass der Aufwand seines mehrstündigen (!) aufopferungsvollen Undercover-Einsatzes - gepaart mit der Unannehmlichkeit, auf unzuverlässige öffentliche Verkehrsmittel zurückgreifen zu müssen und immer in der Angst, dass die gewiefte Tarnung auffliegt - in keinem Verhältnis zum Ertrag steht. Vom Autor eines renommierten Online-Auftritts hätte man weit mehr erwarten dürfen. Zumindest aber eine ausgewogene, faire Recherche - auch ohne N.C. sollte das der Maßstab sein.

...ist natürlich nicht nett. Irgendwie hatte er ja nur Pech.
Wäre er doch an einem anderen Tag gekommen, so hätte er lernen können, dass Journalisten die Wirklichkeit nicht umfassend abbilden können. Mehr noch: Dass niemand sie wirklich vollständig erfassen kann.
Vielleicht hätte ihn das ja nachdenklich gemacht. Dafür braucht's weder einen Universalgelehrten, noch einen Musterschüler-NC...
Oder: Vielleicht wusste er das und hat sich schlicht etwas vorschnell seiner unausweichlichen Verdammung zur Unvollständigkeit hingegeben...
Und zur Sachkenntnis:
Schade, da ist offenbar auch einiges im Argen - denn wie man am 3-Fragen-Kommentator erkennen kann, kommen offenbar nicht alle Leser inhaltlich mit, die den Studiengang nicht kennen:
Medicus-Buch und Rechtsgrundlagen: Das war in zwei verschiedenen Vorlesungen.
Und die "Medicus-Vorlesung" führt die Studierenden eben genau an die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Journalismus an sich - eben der Journalistik heran.
Und so bedeutet Journalismus für uns nicht nur Handwerk, sondern eben auch Sachkenntnis.

Zugegeben, der Artikel ist Investigativ-Journalismus auf die billigste Art, und die Überschrift ist gezwungen abwertend und inhaltlich unpassend formuliert worden.
Und nein, man kann nicht aus drei Vorlesungen auf ein ganzes Studium schließen.
Aber ehrlich gesagt fand ich den Artikel insgesamt amüsant. Auch das Foto.
Wenn man unsere protzige Journalistik-Homepage besucht, und dann die Wegbeschreibung zum Institut nicht stimmt, ist das auch eher lustig.
Das Argument mit dem Voloplatz hat doch - Hand aufs Herz - bei vielen von uns gezogen.
Auch das man sich an den eigenwilligen Stil einiger Profs erst gewöhnen muss, kann ich bestätigen. Und das manche "dämliche" Fragen gestellt haben am Anfang (auch ich) ist ja normal. Und gut so. Denn Journalisten sollen fragen, fragen, fragen.
Wir haben teilweise mit dem Vorurteil zu kämpfen, Theoretiker zu sein. Was, wie ich finde, nicht stimmt, da in unserem Studiengang sehr viel diskutiert, reflektiert und (auf kreative Weise) praktisch gearbeitet wird. Auch unsere (künftigen) Arbeitsgeber wissen das zu schätzen.
Schade ist nur, dass sich Herr Jungen kein vollständiges Bild von uns gemacht

Gewagt, gewagt, die These vom "Stempel holen" nach der Befragung von drei Erstsemestern herzuleiten. Erstsemester wissen naturgemäß längst nicht alles über ihren Studiengang (Sie erinnern sich, Her Jungen?). Dass Abiturienten ihr Studium deshalb unter Umständen nach dessen Ruf auswählen, um den "Stempel" eines renommierten Abschlusses im Lebenslauf zu haben, wird Sie doch nicht ernsthaft überraschen können.
Interessant wäre es gewesen, auch Absolventen oder Hauptstudenten zu befragen. Die hätten Ihnen erzählen können, was dieses Journalistik-Studium abgesehen vom Eintrag in den Lebenslauf nutzt. Keine Angst, genügend kritische O-Töne hätten Sie auch dann gehört. Diese Vorgehensweise hätte jedoch mehr Aufwand bedeutet, als sich einen halben Tag lang mit jenen zu unterhalten, die seit gut zwei Monaten Journalistik studieren. Ich hoffe, Sie wählen bei ihren übrigen Recherchen die "Experten" mit mehr Bedacht aus. Oder lassen Sie sich den Gegenstand Ihrer Artikel immer von jenen erklären, die sich gerade erst in das Thema einarbeiten?
PS: Dafür, dass nicht nur das echte Interesse am Gegenstand den Journalisten antreiben kann, liefern Sie selbst das beste Beispiel. Wenn dem so wäre, hätten Sie schließlich umfassend recherchiert.

Aus neu entfachtem, wissenschaftlichem Eifer nachgereicht: die Quellenangabe zur voran gegangenen Kritik an Oliver Jungens Methodik.
"Journalisten geben sich grundsätzlich zu erkennen. Unwahre Angaben des recherchierenden Journalisten über seine Identität und darüber, welches Organ er vertritt, sind grundsätzlich mit dem Ansehen und der Funktion der Presse nicht vereinbar.
Verdeckte Recherche ist im Einzelfall gerechtfertigt, wenn damit Informationen von besonderem öffentlichen Interesse beschafft werden, die auf andere Weise nicht zugänglich sind."
- Deutscher Presserat, Richtlinie 4.1 - Grundsätze der Recherchen

... ist nicht unbedingt eine Folge der Umstellung auf Bachelor und Master. Ich kenne (Diplom)-Studenten, die - kein Scherz - für ihre Prüfungen (die jeweils anteilig pro teilnehmendem Studenten max 15 Minuten dauern) Bücher (der betreffenden Dozenten ) auswendig lernen (ich wiederholde: auswendig lernen !). Und zwar, so wie ich das sehe, nicht nur für einzelne ausgewählte Fächer, nein: für Prüfungen bei sozusagen allen ihren Dozenten. Geübt wird nicht nur das Herunterleiern von Faktenwissen, sondern - und darauf wird besonderer Wert gelegt - auch das Nachplappern der Meinungen der Lehrstuhlinhaber. Denn 'das wollen die hören', so die Argumentation. Von 'Wissenschaft', kritischem Diskurs und Hinterfragen - keine Spur. Der Witz dabei ist: das funktioniert offensichtlch sogar ! Und zwar selbst an Universitäten, die neuerdings zur 'Elite' gehören. Ich verfolge das jetzt seit Jahren und komme aus dem Staunen nicht mehr heraus.

aber ich möchte auch meinen Unmut über diesen doch sehr schmal recherchierten Artikel äußern.
Sie, Herr Jungen, können doch selbt nicht ernsthaft annehmen aus drei Vorlesungen auf ein Studium schließen zu können. Natürlich sind diese Veranstaltungen am Anfang schwer einzuordnen, doch wenn man dabei bleibt, bilden sie entscheidende Grundlagen für dem Umgang mit moralischen und rechtlichen Problemen im Berufsalltag. Und das ist nur einer der angreifbaren Kritikpunkte. Diese und andere Punkte wurden und werden bestimmt an dieser noch öfter genannt, deswegen gleich das Fazit:
Wenn dieser Studiengang wäre, wie er hier dargestellt wird, würden sich die Betroffen nicht so zu Wehr setzen, sondern wären konstruktiver Kritik eher dankbar. Doch diese tauchte gar nicht auf.
Außerdem würden wohl kaum renommierteste Zeitungen und Rundfunkanstalten gesonderte Ausbildungsplätze für Studienrende der Journalistik bereitstellen, wenn der freie Markt besser geeignete Kandiaten offerieren würde. Von den von unseren Absolventen besetzen vollzeitstellen sprechen sie ja sogar anfangs. Den Grund, schlecht ausgebildete Kräfte im Unternehmen zu beschäftigen, müssten sie mir noch nennen.
Mit freundlichen Grüßen
Daniel Klager
Fachschaft Journalistik

Auch mich hat es zunächst gefreut, dass meinem Studiengang in der FAZ ein Artikel gewidmet wird. Mit den Recherchemethoden des Autors bin ich jedoch nicht einverstanden: er gab sich vor Kommilitonen als zukünftiger Student aus. Laut Pressekodex ist verdeckte Recherche für den Ausnahmefall gedacht, nämlich wenn dringendes öffentliches Informationsinteresse besteht (RL 4.1). Das ist hier nicht gegeben. Weiterhin wurde eine Kommilitonin falsch zitiert. Den Inhalt des Politik- und Rechtskundeunterrichts derart zu verunglimpfen, ist nicht gerecht; der Unterricht ist sehr wohl strukturiert und wissenschaftlich, und die "Ankedoten", wie Herr Jungen sie nennt, sind notwendige Beispiele, die durchaus komplexe Themen in Politik und Rechtskunde veranschaulichen. Was das Seminar "Einführung in die Journalistik" betrifft, ist der Vorwurf der Unvollständigkeit nicht gerechtfertigt: MEINE Notizen beinhalten, was laut Jungen fehlt. Dass dieser offenbar keinen Numerus Clausus von 1,3 hatte, zeigt sich darin, dass er scheinbar Probleme hat, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen. Vielleicht sollte er sich lieber Gammelfleischberichterstattung widmen anstatt die historischen Erläuterungen unserer Profs als "vergammelt" zu bezeichnen.

1. Hat in Dortmund in einer Veranstaltung jemand auf den Artikel aufmerksam gemacht? So viele erboste Kommentare zu so einem nebensächlichen Beitrag...
2. Was doch interessant wäre: stellt die FAZ lieber Journalistik-Absolventen ein oder Germanisten?
3. Bin ich der einzige, der bei "Medicus" etwas irritiert an das Lehrbuch zum Bürgerlichen Recht gedacht hat? Willkommen im Fachidiotentum...

Die Methoden, mit denen sich der Autor Zugang verschafft hat, sind fragwürdig und auch die Absicht will sich nicht recht offenbaren: Soll nun ein öffentliches Informationsinteresse daran bestehen, wie einige Stunden an der journalistischen Fakultät einem Aussenstehenden, der doch von den Hintergründen der Lehrveranstaltungen, den sonstigen Anforderungen, der Vorbereitung etc, kaum einen blassen Schimmer haben kann, erscheinen mögen?
Ob man die Veranstaltungen zum Thema Medienrecht mit der Wikipedia auf eine Stufe stellen sollte, ob man Fragen in einer solchen Veranstaltung einseitig auslegen und zusammenschustern sollte, so dass einem (übrigens fiktiven; die Fragen wurden von unterschiedlichen Studierenden gestellt) Charakter satirisch eine Zukunft bei "einschlägen Blättern" vorausgesagt werden kann, sei dahin gestellt.
Eines jedenfalls sollte sicher sein: Ein solches Sammelsurium an Oberflächlichkeiten macht noch keine fundierte Meinung und noch lange keinen fundierten Artikel. Das ist bedauerlich, denn nicht nur Lehrende, auch Studierende hätten sicherlich großes Interesse an einem solchen gehabt.

Oliver Jungen attestiert der Dortmunder Journalistenausbildung einen Mangel an wissenschaftlich-distanzierter Herangehensweise und an „Diskurs- und Medienkritik“. Da sieht offenbar jemand den Splitter im Auge des Bruders statt des Balkens im eigenen Auge. Sorgfältige Methodik und distanzierte Betrachtung vermisst man in dieser Reportage schmerzlich. Erstens definiert Jungen nicht sorgfältig, was eigentlich in den Kanon eines Journalistik-Studienganges gehört. Stattdessen streut er einzelne Wissens-Schnipsel ein, wirft mit Punktzahlen um sich und behauptet dann, dass so „Phantasie und Sachkunde“ nicht entstehen könnten. Zweitens scheint er von drei Erstsemester-Vorlesungen und den Aussagen einzelner Anfänger auf Inhalte und Anspruch des gesamten Studiums zu schließen. Drittens deutet er an, seine Schlüsse seien auf den Diplom-Studiengang übertragbar. Diplom-Studierende und -Absolventen befragt er aber nicht.
Möglicherweise hätte Jungen in einer der Lehrredaktionen gefunden, was er sucht: Journalisten, die wenig schlafen und viel lernen. Oder „Sensibilität für die deutsche Sprache und Stilistik“: Womöglich hätte sogar ein freundlicher Hauptstudent die langweilige Passage über die Fahrt zur Uni aus Jungens Reportage gekürzt.

Ach ja, noch etwas: das Foto, das zur (übrigens sehr dürftigen) Bebilderung des Artikels genutzt wurde, ist ja wohl sowas von daneben!
Gerade ein durchschnittlicher FAZ-Leser wird Horst Schlämmer nicht unbedingt kennen. Und Ironie (das lernen wir übrigens schon im ersten Semester), Ironie verstehen die meisten Leser nicht.

dem Erz- und Rache-Engel des Qualitätsjournalismus, dem Herrn Sch. Mit soner Truppe soll er den Print gegen das Internet verteidigen. Na ja mit sonem Nachwuchs klappts ja wohl mit dem von ihm gelobten „retardierenden Moment“ in der Kommunikation.

Eigentlich eine feine Idee, so eine Studiengangbewertung im Schnelldurchlauf – wenn sie nicht von vorneherein zum Scheitern verurteilt wäre. Welch sinnvolles Vorgehen, anhand von drei Vorlesungen vier Studienjahre beurteilen zu wollen! Viel mehr stört mich aber Ihre Vorgehensweise, Herr Jungen: Wie Sie sich da als Mr. Undercover ausgeben, die Mensa investigativ aufmischen, mutig Ihr Alter herunterlügen und sich in Ihrem Text in Pseudo-Wallraffismen verstricken – hübsch, aber überflüssig. Ein Herangehen mit offenem Visier wäre vielleicht sinnvoller gewesen, falls Sie auf der Suche nach einem realistischen Bild des Studiengangs waren. Und wenn schon Wallraff, dann auch richtig: Dazu gehört dann auch das Hochklappen des Visiers im Nachhinein und ein offenes Gespräch mit der Institutsleitung oder einigen Studenten. Dazu gehört auch, bei der Wahrheit zu bleiben und nicht um der Dramaturgie Willen drei oder vier Studenten zu einer Studentin zusammenzubasteln, die man dann als Dummchen vom Dienst präsentieren kann. Und dazu gehört schließlich auch, in einem solch langen Artikel mehr Namen zu nennen als nur den eigenen – eigentlich kein Problem, wenn die Fakten stimmen. In diesem Sinne: leider null Credit Points.

Der Autor hat das mit der "Struktur der Rechtsordnung" etwas missverstanden. Aber das ist nicht so schlimm, beim ersten Mal überblickt man noch nicht alles.
Wir bekommen zu Semesterbeginn einen, übrigens sehr gut strukturierten, Plan, was an Rechtsthemen im Semester ansteht. Dort stehen auch jeweils die Seitenzahlen zu der einschlägigen Fachliteratur, die wir VOR der jeweiligen Sitzung lesen müssen. Für die Struktur sind WIR zuständig, die sollen wir uns schon eigenständg während der Lektüre aneignen. Manchmal hat man aber Details nicht verstanden und ist sich unsicher. Genau dafür sind auch die Sitzungen da; nämlich, um im Plenum alles zu besprechen, nachfragen zu können und sein Wissen zu komplettieren. Die Sitzung ist Ergänzung und Leitfaden, nicht mehr und nicht weniger. Lesen können wir selbst. Außerdem ist die Veranstaltung Grundlage für das später kommende Medienrecht.
Eins noch: Mir persönlich wäre es zu riskant, bei einem rechtlich heiklen Artikel, der kurz vor der Veröffentlichung steht, mich auf Wikipedia zu verlassen. Das macht die FAZ auch nicht.

Ist das eine Reportage? Ein Kommentar? Ein Essay? Ein gut recherchierter Artikel ist es jedenfalls nicht. Schade. Hätte mich echt interessiert wie meine Alma Mater sich dem Bachelor stellt. Doch es wurde anscheinend nicht einmal der Versuch unternommen, halbwegs ausgewogen zu berichten! Wie sonst könnte man nach dem einmaligen Besuch von drei Erstsemester-Vorlesungen behaupten: "Die Sachkenntnis kommt übers Zweitfach, die Medientheorie nur übers Selbststudium"? Als Absolventin des Dortmunder (damals noch Diplom-)Studiengangs hatte ich auch so manches an den Veranstaltungen auszusetzen – doch in dieser Darstellung erkenne ich den Dortmunder Journalistik-Studiengang nicht wieder! Man kann dem Studiengang bestimmt einiges vorwerfen, aber nicht, dass die Studenten kein "Interesse am Gegenstand" hätten oder zum "Erfüllungsjournalismus" gedrillt würden. Im Gegenteil: Nie wieder wurde ich so oft dazu herausgefordert, kritisch über den Journalismus zu reflektieren wie während meiner Studienzeit.

Lieber Herr Kollege Jungen,
was haben Sie denn studiert? Boulevardjournalismus an einer Fern-Uni in Absurdistan mit mieser Recherche im Nebenfach? Ihr Stück klingt schwer nach gekränktem Ego: Wohl kein Einser-Abi gehabt, was?

Erstmal Danke, dass sich ein Medium wie die FAZ mit so vielen Zeichen unserem Studiengang widmet. Allerdings bekomme ich durch den Artikel den Eindruck, dass der Schreiber nur einen ersten Eindruck gewonnen hat, sich aber keinesfalls ein wirkliches Bild vom Studiengang machen konnte. Allein die Tatsache, dass die Komponente "Lehrredaktion" nur in einem Nebensatz erwähnt wird, zeigt, dass nicht in die Tiefe des Studienganges eingedrungen wurde. Ich als derzeitiger Student muss dem abschließenden Urteil widersprechen: Es geht nicht ausschließlich um den Stempel! Es geht vielmehr darum, Praxis und Theorie miteinander zu verbinden und beides zu lernen. Meist in Eigenarbeit: keine 6 Klausuren pro Semester, für die man zwei Wochen lernt, um danach alles zu vergessen. Stattdessen: Referate, Hausarbeiten, praktische Arbeit (über das Semester verteilt), in den Semesterferien Zeit für Praktika, ein Volontariat (wenn auch nur einjährig). Natürlich ließe sich einiges verbessern, aber einen perfekten Studiengang muss mir erst jemand zeigen. Zum Abschluss ein Denkanstoß: Wie entsteht ein guter Ruf, ein "Stempel"? Wie kommt es, dass viele gemachte Journalisten aus Dortmund kommen?
PS: Udo Brahnal ist zwar eigen, aber super!

Da meint doch wirklich einer ein Journalistik-Studium in drei (!) Veranstaltungen beurteilen zu können! Ach entschuldigung, sie haben ja auch noch die Homepage gelesen und mit zwei Studenten gesprochen. Aber lieber Autor, Sie hatten sicher nicht mehr Zeit den Lehrplan zu recherchieren, vielbeschäftigt. Und die Lehrredaktionen machen Sinn? Aber sich da einzuschleichen war scheinbar zu schwierig. Ein Tipp fürs nächste Mal: Nicht versteckt recherchieren, dieser Studiengang hat keine Angst vor kritischem Diskurs. Schauen Sie mal in die USA: Hier studiert man Journalistik an der Uni und das funktioniert - und die Studiengänge sind dem Dortmunder so ähnlich! Wenn man den Leuten dort erzählt, dass die Journalistenausbildung in Deutschland eben eine Ausbildung ist, DANN wird man wie ein Kanalarbeiter angeguckt. Aber ich hoffe für Sie, dass Sie nie in diese Situation kommen müssen. Ich habe einen Wunsch: Darf ich Sie mal einen Tag bei ihrer Arbeit begleiten und dann ihr komplettes Leben beurteilen? In einem FAZ-Artikel? Ich sehe es schon, die Kaffeepausen prozentual auf ihr Leben hochgerechnet - das wird ein Spaß. Zum Glück hatte ich Statistik - in meinem Journalistikstudiengang. Wie den Kurs haben Sie gar nicht gesehen? So ein Pech.

es war bisher doch immer so, dass man sich durch die schulzeit kämpfen musste, um später an einer begehrten uni oder ein begehrtes studienfach anfangen zu können. man lernte, nicht des wissens wegen, sondern für den n.c. und jetz geht das spiel weiter und man geht in die uni um dort seinen "stempel" abzuholen. damit verliert mich die uni den status einer forschenden und freien bildungseinrichtung, natürlich kann sich jeder, in seiner freizeit, weiter bilden, aber sollte nicht genau die uni der ort sein, an dem man seine interessen am besten verfolgen kann?
aber nach den berichten bachelor(1-5) komme ich sehr wohl zu der überzeugung, dass auch die professoren, vielleicht aus desinteresse, dieses spiel mitspielen. schade! vielleicht wurde sie auch zum lernen gezwungen und lernten schon für den erfolg und nicht für die bildung. humboldt´sches bildungsideal!

In der Bildungswüste Gesamtdeutschland scheint aus einer gewissen geistigen Insolvenz und bildungspolitischen Inkompetenz wieder erstarken zu wollen, was in der ehemaligen DDR gang und gäbe war, daß fast jeder, der was mit Plasten, Elasten und Schräubchen an der Werkbank zu tun hatte - een Inschenör woar.
Die Billigbildungsabschlüsse Marke Bakkalaureus und „Master of…“ erzeugen nun ja wahrlich eine bedenkenswerte Welle von gesamtdeutschen „Helden der Bildung“ im Kampf der Hochschulen um den Bildungs-Sollerfüllungplan.