10. Dezember 2007
Nicht nur die Beimischungspflicht von Biodiesel und Bioethanol hält die Forscher der Branche in Atem. Auch bei den Biokraftstoffen selbst gibt's viel zu tun. Statt Ölfrüchte und Getreide sollen künftig Holz, Stroh und Pflanzenreste als Basis dienen. Um diese Visionen zu verwirklichen, sind fitte Verfahrenstechniker, Konstrukteure und Projektingenieure gefragt.
Pro Jahr kommen hier im Labor einige Tausend Proben zusammen, schätzt Dr. Oliver Busch. Der 32-jährige Chemiker arbeitet seit zwei Jahren im Bochumer Forschungszentrum der Deutsche BP AG und beschäftigt sich hier vor allem mit Biokraftstoffen. Er leitet ein zehnköpfiges interdisziplinäres Team, das sich der langfristigen (Bio-)Kraftstoffentwicklung widmet. Während andere Teams Fragen klären, die das Beimischen von Biodiesel zu Diesel oder der Zusatz des Agraralkohols Bioethanol zu Benzin und Super aufwerfen, forscht sein Team, wie sich andere Rohstoffe und Herstellungsverfahren auf die Performance der pflanzlichen Kraftstoffe und pflanzlich-fossilen Mischungen auswirken.
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| Bei den Zahlen handelt es sich um Medianwerte. Sie können dem Einzelfall nicht immer gerecht werden.Individuelle Gehaltsanalyse:www.personalmarkt.de/hochschulanzeiger
Quelle:Personalmarkt
x=nicht genügend Datensätze
PV=Personalverantwortung
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Seit Januar muss die deutsche Mineralölwirtschaft fossilem Diesel 4,4 Prozent Biokraftstoff zusetzen, für Ottokraftstoff sind 1,2 Prozent pflanzliche Beimischung Pflicht. Die Quote steigt jährlich. Wie so oft lauern in der Praxis viele kleine Teufel. So mangelt es Biodiesel an Lagerfähigkeit, er sorgt für Ablagerungen im Motor und lässt Dichtungen spröde werden. Und er gerät leichter ins Motoröl, weil er wegen seines höheren Siedepunkts noch kondensiert, wo der fossile Anteil längst verdampft ist. Die Folge: häufigere Ölwechsel. BP setzt deshalb auf ein Verfahren, in dem Pflanzenöle mit Wasserstoff statt mit Methanol veredelt werden. Dabei entstehen reine Kohlenwasserstoffe, die klare Vorteile bei allen bekannten Problemen aufweisen, erklärt Busch.
Chemiker, Chemieingenieure, Verfahrenstechniker und Konstrukteure, die sich schon im Studium mit Technologien unserer Branche befasst haben, sind kaum zu finden.
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| Bei den Zahlen handelt es sich um Medianwerte. Sie können dem Einzelfall nicht immer gerecht werden.Individuelle Gehaltsanalyse:www.personalmarkt.de/hochschulanzeiger
Quelle:Personalmarkt
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PV= Personalverantwortung
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Sein Team klopft neue Kraftstoffe im Hinblick auf ihren Herstellungsprozess ab, untersucht sämtliche Wechselwirkungen mit Additiven und anderen Kraftstoffkomponenten und prüft ihr Brennverhalten an Motor- und Fahrzeugprüfständen. Letztlich überprüfen die Forscher sämtliche Parameter aus den Kraftstoffnormen. Das sind beileibe nicht wenige, so Busch. Darum die vielen Proben. Wenn eine Stelle in der Kraftstoffmatrix geändert wird, zieht das oft eine Kaskade von Eigenschaftsänderungen nach sich.
An den Untersuchungen sind Verfahrensingenieure, Maschinenbauer, Chemieingenieure und Physiker beteiligt. Im Grunde habe ich den Traumjob für einen Chemiker, schwärmt Busch. Ständig ergäben sich neue fachliche Facetten und Querverbindungen. Und weil die 96.200 Mitarbeiter starke BP ihre Kraftstoffforschung auf Standorte in drei Ländern verteilt hat, gibt es auch regen Austausch mit Experten aus aller Welt. Busch selbst leitete schon drei Monate nach seinem Einstieg ein kleines internationales Projekt. Zum Vielflieger sei er durch die internationale Zusammenarbeit zum Glück nicht geworden: Wir haben uns größtenteils per Mail und Telefonkonferenzen ausgetauscht, erinnert er sich.
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| Bei den Zahlen handelt es sich um Medianwerte. Sie können dem Einzelfall nicht immer gerecht werden.Individuelle Gehaltsanalyse:www.personalmarkt.de/hochschulanzeiger
Quelle:Personalmarkt
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Bewerber wie Busch, der seine Promotion über Feststoffkatalysatoren an Raffinerieverfahren aufhing und dafür auch Testreaktoren konstruierte, sind laut Andrea Dostal rar. Chemiker, Chemieingenieure, Verfahrenstechniker und Konstrukteure, die sich schon im Studium mit Technologien unserer Branche befasst haben, sind kaum zu finden, klagt die leitende Recruiterin. Rund 50 Absolventen und Young Professionals aus Ingenieurwesen und Naturwissenschaften stellt BP pro Jahr in Deutschland ein. Und es dürften noch mehr werden. Denn der Konzern will die Forschung in Deutschland intensivieren. BP wird die Asphalt- und Bitumenforschung für den Gesamtkonzern in Bochum konzentrieren, berichtet Dostal. Spezialisten aus diesem Bereich seien darum ebenfalls sehr gefragt. Busch bestätigt den hohen Bedarf: Eigentlich suchen hier in der Forschung alle Teams fitte Mitarbeiter - wir übrigens auch.
Biokraftstoffe sind der Zukunftsmarkt. Weltweit treiben Regierungen ihren Einsatz voran, weil sie darin einen Ausweg aus Klimafalle und Erdölabhängigkeit sehen. Die USA wollen ihren Erdölbedarf bis 2017 um ein Fünftel senken - und lassen reichlich Fördergeld für Biosprit fließen. In Brasilien wird Benzin schon flächendeckend mit 25 Prozent Ethanol aus Zuckerrohr versetzt, zudem geht ein Viertel der Ethanolproduktion in den Export. Zusammen mit Brasilien wollen die USA in den nächsten Jahren Milliarden investieren, um Forschung und Produktion zu forcieren. Nur zwei Beispiele eines globalen Booms. Laut Internationaler Energie-Agentur wird sich der Biokraftstoffmarkt bis 2020 verdreifachen. Auch die EU hat die Weichen längst gestellt: Pflanzliche Kraftstoffe sollen in drei Jahren 5,75 Prozent des europäischen Kraftstoffbedarfs decken. Deutschland ist dabei Vorreiter. Die Produktionskapazität schnellte hierzulande seit der Jahrtausendwende von 250.000 Tonnen auf 4,4 Millionen Tonnen - mehr als in allen anderen EU-Staaten zusammen. Bis 2020, so die Pläne aus Berlin, sollen Biokraftstoffe 20 Prozent des deutschen Kraftstoffmarktes erobern.
Kein Wunder, dass sich internationale Konzerne in dem Wachstumsmarkt in Stellung bringen. BASF investiert mit Saatguthersteller Monsanto 1,5 Milliarden US-Dollar in die Entwicklung gentechnisch veränderter Pflanzen für Kraftstoffe. Shell ist an verschiedenen Technologieunternehmen beteiligt, die synthetische Pflanzenkraftstoffe entwickeln. Und BP stellt seinem 2006 gegründeten Geschäftsbereich Biofuels 500 Millionen US-Dollar zur Verfügung - und finanziert mit einer weiteren halben Milliarde ein Energy-Bioscience-Institute an der US-Uni Berkeley.
Oberstes Ziel der Milliardeninvestitionen ist es, dass der Energiehunger keinen realen Hunger auslöst. Um Flächenkonkurrenz zwischen Nahrungsmittel- und Kraftstoffproduktion vorzubeugen, verfolgen die Forscher diverse Ideen. So experimentiert unter anderem BP mit Jatropha, einer Pflanze, die auf kargen trockenen Böden hochwertige Öle produziert. Shell ist an der kanadischen Iogen Corp. beteiligt, die ein enzymatisches Verfahren entwickelt, um Ethanol aus Stroh und Holz zu gewinnen. Und ebenfalls mit Shell-Beteiligung bringt Choren Industries in Freiberg/ Sachsen gerade sogenannte Biomass-to-Liquid(BtL)-Kraftstoffe zur Marktreife: Über einen dreistufigen Vergasungsprozess erzeugt Choren hochreines Synthesegas aus Holz und anderen pflanzlichen Rohstoffen, das dann zu flüssigem Kraftstoff verarbeitet werden kann.
Was so zusammengefasst einfach klingt, beschäftigt mittlerweile 100 Ingenieure. Aktuell baut Choren die erste BtL-Anlage in industriellem Maßstab, die 15.000 Tonnen Kraftstoff im Jahr produzieren soll. Parallel laufen Planungen für fünf Anlagen à 200.000 Tonnen Jahreskapazität und weitere Projekte auf Basis der Vergasungstechnologie für internationale Kunden. Das steigert den Fachkräftebedarf. Wir wollen unseren Ingenieurpool schnell ausbauen, so Dr. Annette Schwandtke, der als kaufmännischer Leiterin auch der Personalbereich obliegt. Gesucht: Verfahrensingenieure, die etwas von Vergasungs- und Synthesetechnologie verstehen, und Konstrukteure, die solides Wissen über Hochdruckapparate und die dafür nötigen Werkstoffe mitbringen. Zudem sucht Choren Projekt- und Planungsingenieure, die ihre Technologie in schlüsselfertige Anlagen umsetzen. So ehrgeizig die Wachstumspläne des Freiberger Unternehmens sind, so sehr ist Schwandtke auf ein familiäres Klima im Betrieb bedacht. Das ist schließlich das Pfund, mit dem wir im Wettbewerb um gute Ingenieure wuchern können, sagt sie. Und die werden nun einmal zusehends knapper.
Auch bei Shell ist ein Rückgang an qualifizierten Konstrukteuren und Verfahrenstechnikern spürbar. Campus Marketing Managerin Linda Melbinger berichtet zudem von harter Konkurrenz um Top-Kräfte im Finance-Bereich - obwohl sie bei Shell auf steile internationale Karrieren hoffen können. Vorstandschef Jeroen van der Veer klagte jüngst über zu wenige Deutsche in der Führungsriege: Wir brauchen in unserer Talent-Pipeline wieder mehr Deutsche. Shell habe großes Interesse am Know-how hiesiger Ingenieure und Wissenschaftler.
Absolventen bietet Shell sowohl im Upstream-Bereich, also beim Erkunden, Erschließen und Fördern von Öl und Gas, wie im Downstream-Bereich, der die Veredlung in Raffinerien sowie den gesamten Vertrieb umfasst, zahlreiche Stellen. In Europa sucht der Konzern 500 Hochschulabsolventen jährlich, in Deutschland holt er rund 50 Nachwuchskräfte an Bord. Zur Rekrutierung nutzt Shell vor allem drei Instrumente. Nach Online-Bewerbung und Telefoninterviews können geeignete Kandidaten für ihre finale Vorstellungsrunde zwischen Praktika bzw. Diplomarbeit, dem Shell Recruiting Day oder der fünftägigen Gourami Business Challenge wählen, die zweimal jährlich ausgetragen wird. In dem Planspiel entwickeln Studierende aus ganz Europa einen Fünf-Jahres-Plan für die Energieversorgung des fiktiven Landes Gourami - und stellen ihn am Ende dem Shell-Management vor. Wer in dieser Woche glänzt, hat beste Aussichten auf Übernahme nach dem Studium. Das gilt auch für Preisträgerinnen des Shell She-Study-Awards, in dem Akademikerinnen aus technischen und naturwissenschaftlichen Fächern ihre Dissertationen, Diplom- und Studienarbeiten einreichen können. Die Preisträgerinnen versuchen wir natürlich an Bord zu holen, erklärt Linda Melbinger.
Deutsche BP AG
Zahl der Mitarbeiter: 5.700 für D und 96.200 weltweit
Geplante Einstellungen (Absolventen und Young Professionals): ca. 50 in D und 500 weltweit Karriereseiten: http://www.deutschebp.de
http://www.bp.com
Shell Deutschland Oil GmbH
Zahl der Mitarbeiter: 5.600 in D; 108.000 weltweit
Geplante Einstellungen (Absolventen in D): ca. 50
Karriereseiten: http://www.shell.de/careers
CHOREN Industries GmbH
Zahl der Mitarbeiter in D: 220
Geplante Einstellungen: 10 bis 20
Karriereseiten: http://www.choren.com
Gehälter in der Mineralölindustrie
2 bis 5 Jahre Berufserfahrung Geschäftsführung mit PV x Kfm. Leiter (verantwortlich) mit PV x Vertriebssteuerung/Verkaufsleitung mit PV x Technische F&E 53.240 Software-Entwicklung 46.320 Technik Qualitätswesen 47.300 E-Technik-Ingenieure 50.340 System- und Netzadministration 41.992 Ingenieure in der Produktion 47.770 Ingenieure in der Projektabwicklung 50.040 5 bis 10 Jahre Berufserfahrung
Geschäftsführung mit PV 111.360 Kfm. Leiter (verantwortlich) mit PV 93.800 Vertriebssteuerung/Verkaufsleitung mit PV 82.140 Technische F&E 58.700 Software-Entwicklung 49.680 Technik Qualitätswesen 57.420 E-Technik-Ingenieure 57.140 System- und Netzadministration 46.900 Ingenieure in der Produktion 53.680 Ingenieure in der Projektabwicklung 53.240 über 10 Jahre Berufserfahrung
Geschäftsführung mit PV 136.920 Kfm. Leiter (verantwortlich) mit PV 96.380 Vertriebssteuerung/Verkaufsleitung mit PV 96.940 Technische F&E 60.270 Software-Entwicklung 56.210 Technik Qualitätswesen 59.630 E-Technik-Ingenieure 66.300 System- und Netzadministration 48.700 Ingenieure in der Produktion 59.670 Ingenieure in der Projektabwicklung 59.664
x = nicht genügend Datensätze PV = Personalverantwortung
Bei den Zahlen handelt es sich um Medianwerte (50 Prozent der Werte liegen unterhalb und 50 Prozent oberhalb dieses Wertes). Sie basieren auf statistischen Auswertungen und können dem individuellen Einzelfall nicht immer ganz gerecht werden. Wer den eigenen Marktwert genau bestimmen lassen möchte, kann bei http://www.personalmarkt.de/hochschulanzeiger eine umfassende und individuelle Gehaltsanalyse machen lassen. Quelle: Personalmarkt