11. Oktober 2008

intensiv

Legal, illegal - ganz egal? - Karrieretricks auf dem Prüfstand



Wer auf ganz normalem Wege Karriere machen will - mit einer ehrlichen Bewerbung, einem offenen Vorstellungsgespräch, ordentlichen Leistungen am Arbeitsplatz - der macht heute keine Karriere. Der Ehrliche scheint der Dumme zu sein. Er bleibt auf der Strecke, während der Trickser überall hinkommt: mit geklauten Seminararbeiten, gefälschten Zeugnissen und miesen Finten beim Aufstieg auf der schmalen Karriereleiter. Oder im Jargon der Karriereberater: mit optimiertem Lebenslauf und der richtigen Büropolitik. Die Frage lautet: Wo läßt sich die Grenze ziehen zwischen erforderlichem Selbstmarketing und den Tricks, die eindeutig illegal sind?

Und wenn es so ist, daß heute mehr getrickst und geschummelt wird als je zuvor: Warum? Wohin ist unser Unrechtsbewußtsein verschwunden? Bemerken wir am Ende die eigene Hochstapelei schon gar nicht mehr und leiden kollektiv unter Größenwahn? Oder gehört ein bißchen Lügen und Schummeln einfach zum Menschen dazu?

Bildmaterial: Christopher Fellehner, Labor
 
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Schummeln bei der Bewerbung
Das Ich als Mogelpackung

Wieviel im Bewerbungsprozeß getrickst wird, weiß keiner. Die letzte Stichprobe machte das Detektiv-Institut Kocks bereits im Jahr 2000: Nach Angabe der Düsseldorfer waren damals 30 Prozent von 5.000 Bewerbungen gefälscht. Die häufigsten Fälle waren geschönte Lebensläufe, gefälschte Zeugnisse und unwahre Titelangaben. 

Der grosse Unibluff
Schummeln für einen guten Abschluß

Wer hat auf der Schulbank nicht schon einmal beim Nachbarn gespickt? Harmlos, so etwas. Spätestens im Studium jedoch wird's ernst. Denn dann geht es um eine wissenschaftliche Ausbildung, deren Abschluß und Note einen großen Einfluß auf den späteren Erfolg im Berufsleben haben kann. Mogelmöglichkeiten für eine herausragende Uni-Karriere gibt es viele - die meisten sind strafbar. 


Interview
„Darf man im Vorstellungsgespräch lügen?“

Interview mit dem auf Arbeitsrecht spezialisierten Anwalt Ralf Lauchstedt, Nürnberg 

Alles nur Fassade
Hochstapler


Gert Postel ist der in Deutschland wohl berüchtigste Hochstapler der vergangenen Jahre. Doch er ist nicht der einzige ... 

Kompetenzdarsteller
Mehr Schein als Sein


Ist der Schritt in den Job geschafft, geht das Tricksen, Bluffen und Hochstapeln munter weiter. Vorrangiges Ziel hierbei: Kollegen, Chefs und Mitarbeiter von den eigenen Kompetenzen überzeugen - und zwar auch und gerade dann, wenn man noch gar keine hat. 

Lügenforschung
Warum wir tricksen und lügen müssen


Daß im Dienst der Karriere hartnäckig getrickst wird, wird niemand bestreiten wollen. Doch was sind die Gründe dafür?