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| Christina de Bakker, Leiterin Personalmarketing& Recruiting bei Deloitte:»Auch für Kollegen, die das Examen nicht ablegen möchten, gibt es bei uns Tätigkeitsfelder – z.B. in prüfungsnahen Bereichen, da hier Wirtschaftsprüferwissen von Vorteil ist.« |
14. Mai 2009
Wer das Examen zum Wirtschaftsprüfer nicht bestanden hat oder ganz einfach keine Lust auf den Prüfungsmarathon hat, kommt zwar auf der Karriereleiter nicht nach ganz oben, aber ein paar Sprossen sind trotzdem drin. Vor allem die großen Gesellschaften bieten Mitarbeitern, die vom geraden Weg abweichen, mittlerweile mehr berufliche Chancen als noch vor einigen Jahren.
Lang und steinig ist der Weg zum Wirtschaftsprüfer. Erst Studium, dann mindestens drei Jahre Vollzeitjob, parallel dazu Büffeln für das Examen zum Wirtschaftsprüfer - und am Schluss Durchfallquoten von bis zu 50 Prozent. Da überlegt sich manch einer, ob er wirklich aufs Privatleben verzichten und die Ochsentour auf sich nehmen will. Klar ist: Wer das Examen nicht machen will oder es nicht schafft, verringert seine Karrierechancen. Er kann sich nicht als Wirtschaftsprüfer selbständig machen, und ein Aufstieg zum Partner ist in einer WP-Gesellschaft kaum drin. Dennoch bieten auch sie dem examensunwilligen Nachwuchs interessante Tätigkeitsfelder.
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| Klaus Jäcker, Partner im Bereich Assurance, Pricewaterhouse-Coopers Frankfurt:»Das Examen ist ein wichtiger Karriereschritt bei Pricewaterhouse-Coopers.Aber auch ohne Examen kann man eine interessante Karriere machen–bis hin zur Partnerschaft.« |
Zum Beispiel im sogenannten prüfungsnahen Bereich. Auch wenn der Assistent Mandate nicht selbständig betreuen und keine Jahresabschlüsse testieren darf, kann er viele Arbeiten im Vorfeld übernehmen, zum Beispiel überprüfen, ob die Rechnungslegung eines Unternehmens inhaltlich und formal korrekt ist.
Außerdem beschränkt sich die Tätigkeit der Wirtschaftsprüfer nicht auf das klassische Prüfungswesen. Ein wesentliches Aufgabenfeld ist neben dem Steuerfach heute auch die Beratung, neudeutsch gern auch Advisory oder Consulting genannt. Hier sind auch Mitarbeiter ohne Wirtschaftsprüferexamen willkommen. Im Consulting brauchen wir viele qualifizierte Mitarbeiter. Für solche Aufgaben schreibt das Gesetz kein Examen vor, erklärt Christina de Bakker, Personalchefin der Deloitte & Touche GmbH. Deloitte setzt zum Beispiel Teams von Spezialisten ein, wenn ein Unternehmen mit einem neuen Produkt auf den Markt gehen will. Die Branchenexperten gehen in das Unternehmen, sammeln Informationen, erarbeiten Studien und prüfen so die Marktchancen des Produkts.
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| Andreas Butz,Ernst&Young:
»Für uns ist das Examen unverzichtbar.Mitarbeiter ohne,haben keine langfristige Karriereperspektive.Da dies für die meisten nicht attraktiv ist,entscheiden sie sich oft für einen Wechsel aus der Wirtschaftsprüfung.« |
Ein besonderes Beratungsgebiet, in dem Profis ohne Wirtschaftsprüferexamen eingesetzt werden, ist auch die sogenannte Corporate Finance. Hier beschäftigen sie sich vor allem mit Unternehmensbewertungen, Fusionen, Käufen und Verkäufen von Unternehmen, aber etwa auch mit Immobilien-Transaktionen.
Nachgefragt bei Personalverantwortlichen:
Was tun Sie mit Prüfungsassistenten, die - aus welchen Gründen auch immer - kein Wirtschaftsprüfungsexamen machen möchten?
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| Roman Dykta,Personalmarketing KPMG:»Auch Mitarbeiter ohne Examen haben bei KPMG gute Karrierechancen.Gemeinsamen überlegen wir,in welchen Bereichen ein Einsatz am sinnvollsten ist.Es gibt anspruchsvolle Aufgaben,für diedas Gesetz kein Examen vorschreibt.« |
Christina de Bakker, Leiterin Personalmarketing & Recruiting bei Deloitte:
Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Consulting und Corporate Finance - Deloitte hat ein großes Dienstleistungsangebot. Dafür brauchen wir verschiedene Spezialisten. Auch für Kollegen, die das Wirtschaftsprüfungsexamen nicht ablegen möchten, gibt es bei uns geeignete Tätigkeitsfelder - zum Beispiel in prüfungsnahen Bereichen wie Enterprise-Risk-Services, da hier Wirtschaftsprüferwissen von Vorteil ist.
Klaus Jäcker, Partner im Bereich Assurance, Pricewaterhouse-Coopers Frankfurt/Main:
Das Wirtschaftsprüfungsexamen ist nach wie vor ein wichtiger Karriereschritt bei Pricewaterhouse-Coopers. Ohne Examen kann man nicht eigenständig Mandate in der klassischen Abschlussprüfung betreuen. Aber in der prüfungsnahen Beratung bieten sich viele Möglichkeiten. Auch ohne Examen kann man eine interessante Karriere machen - bis hin zur Partnerschaft.
Andreas Butz, Ernst & Young, Human Resources, HR Operations - Key Contact Assurance:
Für Ernst & Young ist das Wirtschaftsprüfungsexamen unverzichtbar. Mitarbeiter, die das Examen nicht ablegen, haben keine langfristige Karriereperspektive. Im persönlichen Gespräch machen wir ihnen deutlich, dass sie in Zukunft nicht mehr Verantwortung übernehmen können, sondern weiter die Aufgaben ausführen werden, die sie bereits bisher übernommen hatten. Da dies für die meisten nicht attraktiv ist, entscheiden sie sich in der Regel für einen Wechsel aus der Wirtschaftsprüfung in ein Industrie- oder Dienstleistungsunternehmen.
Roman Dykta, Leiter Personalmarketing Deutschland von KPMG:
Auch Mitarbeiter, die sich nicht zum Examen anmelden oder es nicht bestehen, haben bei KPMG gute Karriereperspektiven. Denn auch diese Kollegen sind sehr qualifiziert. In gemeinsamen Gesprächen überlegen wir, in welchen Bereichen ein Einsatz für beide Seiten am sinnvollsten ist. Das kann etwa im Audit-Bereich sein, also direkt in der Wirtschaftsprüfung. Aber auch ein Wechsel in die Beratung ist möglich. In beiden Bereichen gibt es anspruchsvolle Aufgaben, für die das Gesetz kein Examen vorschreibt.