21. März 2010

In Deutschland gibt's mehr Handys als Einwohner

Jobs im Mobilfunk

Von Peter Trechow



Thomas Clemens
14. April 2009 
Der Markt ist eng. Trotzdem suchen Mobilfunkanbieter junge Akademiker. Manche Berufsbezeichnung wirft allerdings die Frage auf, wen oder was sie da eigentlich suchen? Vier Einsteiger erklären ihre Jobs

Der Online-Marketing Manager: Thomas Clemens, 28, Bachelor of Business Administration, ist seit April 2008 bei Vodafone in Düsseldorf tätig.

Michael Hubel

Vor einem Jahr stieg ich zunächst als Praktikant und dann fest bei Vodafone ein. Mein Beruf: Online- Marketing Manager. Unser Team speist die Werbekampagnen von Vodafone in unsere Online-Kanäle ein, etwa vodafone.de, vodafone live.de oder arcor.de. Wenn unsere Produktmanager neue Tarife, Handys oder Angebote ins Programm nehmen und dafür werben, gehen viele Kunden online, um sich zu informieren oder sie zu kaufen. Im Vorfeld koordiniere ich die Zusammenarbeit zwischen Produktmanagement und Agenturen, die für uns Banner und Texte entwerfen oder Newsletter verschicken. Mein Schwerpunkt liegt in der Vermarktung von Content - also Musik, Handy-Games oder Mobile-TV. Wir überlegen im Team, welche Kanäle sinnvoll sind, um Kunden zu erreichen, entscheiden, welche Mittel wir einsetzen, und versuchen, unsere Inhalte bei den Online-Redaktionen unterzubringen. Das gelingt nicht immer, weil wir im ständigen internen Wettbewerb mit anderen Produkten von Vodafone liegen. Letztlich ist es eine strategische Entscheidung, wo, wann und wie lange wir Werbung schalten. Am Ende des Tages zählt der Umsatz.

Der Manager Marketing Planning: Michael Hubel, 34, Betriebs- und Volkswirt, wechselte 2007 aus der Konsumgüterbranche zur E-Plus Gruppe.

Caroline Faupel

Der Mobilfunkmarkt ist dauernd in Bewegung. Von der früheren Technikfixierung hat er sich zur hundertprozentigen Kundenorientierung gedreht. Für mich als Manager Marketing Planning ist das faszinierend. Wir müssen das Ohr nah am Markt haben, um schnell auf veränderte Kundenwünsche reagieren zu können. Wir analysieren Marktforschungen, entwickeln daraus Ideen, die wir wiederum in Kundenbefragungen überprüfen lassen. Sobald das Feedback da ist, rufen wir Experten diverser Abteilungen zum Brainstorming zusammen, verfeinern unsere Ideen und sammeln Ansätze zur Umsetzung. Erst dann arbeiten wir die Konzepte aus. Damit ist mein Part weitestgehend abgeschlossen. Die Umsetzung übernehmen dann Kollegen aus Marketing, Kommunikation, Produktmanagement und Vertrieb.

Die Junior Project Managerin: Caroline Faupel, 27, stieg Mitte 2008 nach ihrem BWL-Studium bei Telefnica O2 Germany ein.

Karolos Ignatiadis

Schon als Werkstudentin habe ich viele Facetten des Bereichs Customer Services bei O2 kennengelernt. Heute arbeite ich hier als Junior Project Manager im Bereich Support & Development Services. Wenn O2 neue Produkte auf den Markt bringt, vertreten wir die Interessen unserer Kunden im Gesamtprojekt und sorgen dafür, dass unsere Anforderungen den Weg zu den richtigen Ansprechpartnern in den jeweiligen Abteilungen finden. Das setzt natürlich wohldurchdachte Prozesse voraus, die mit der Produkteinführung reibungslos funktionieren. Um die Prozesse in den verschiedenen Vertragsphasen unserer Kunden schon im Vorfeld zu erfassen, leiten wir die Anforderungen an Prozesse und Systeme ab, die unsere Produktentwickler dann umsetzen. Rückt die Produkteinführung näher, kommen für mich auch Reisen zu den Standorten dazu, an denen unsere Customer Service Agents arbeiten. Wir stehen ihnen vor und nach dem Launch für inhaltliche und prozessuale Fragen zur Verfügung und geben fachlichen Input für ihre Schulung an unserer O2 Sales & Marketing Academy.

Der Software Engineer: Karolos Ignatiadis, 31, hat einen Master in Computer Science und stieß im Oktober 2008 zu Fox Mobile Distribution.

Seit Oktober 2008 arbeite ich bei Fox Mobile Distribution im Team Content & Community Services im Bereich Import/Tools. Hier sind die Aufgaben und Verantwortungsbereiche klar verteilt. Als Software Engineer J2EE kümmere ich mich um Anforderungsanalysen, Design, Software-Entwicklung und Qualitätsprüfung. Mein Team trägt außerdem zur Entwicklung des Backends bei, also des Systems im Hintergrund. Auch koordinieren wir die Plattform für den Musikimport unseres Musikdownload-Portals Jamba Music. Dabei arbeiten wir mit Kollegen aus unserem Datenbank-Team und den Bereichen Music und Qualitätsprüfung zusammen. Wir speisen neue Musikinhalte ein, testen die gelieferten Produkte, prüfen die Qualität von Integrationsprozessen sowie die Kopplung von Content-Management-Systemen. Und nicht zuletzt berate ich Kollegen und Teams aus anderen Abteilungen in fachlichen Fragen.

Text: Hochschulanzeiger Nr. 101, 2009, Seite 41