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| Catharina Hippius |
13. Oktober 2009
So sieht der Berufsalltag von Young Professionals aus
Catharina Hippius, 30, stieß nach ihrer Promotion und einem Post-doc-Aufenthalt in Asien zu BASF. Hier erforscht sie antibakterielle Oberflächen für Kliniken.
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| Oliver Heel |
Nach meiner Promotion über organische Farbstoffsynthese an der Uni Würzburg war ich 18 Monate als Postdoc am Institute of Materials Research and Engineering in Singapur. Dort habe ich in einem Kooperationsprojekt mit der BASF ein Labor für organische Fotovoltaik aufgebaut. Danach konnte ich bei diesem Unternehmen in die Forschung einsteigen. Ich wirke in einem Projekt mit, das speziell modifizierte Oberflächen für den Klinikbereich entwickelt. Keime sollen daran entweder gar nicht erst haften oder abgetötet werden.
Spektroskopie und Oberflächenanalytik ziehen sich als roter Faden durch meine Tätigkeiten. Ich habe aber immer wieder innerhalb kürzester Zeit neue Themen erschlossen. Dabei habe ich die Erfahrung gemacht, dass meine Kollegen wirklich gerne weiterhelfen. Das ist auch in der interdisziplinären Projektarbeit so. Ich leite ein Labor mit drei Laboranten. Sie erledigen die experimentelle Arbeit, deren Ergebnisse ich auf Projektebene mit Chemikern, Physikern oder Biochemikern diskutiere. Teils kommen sie von BASF, teils von Forschungspartnern in aller Welt. Für die internationale Zusammenarbeit ist meine Auslandserfahrung hilfreich. Ich bin sensibel für kulturelle Gepflogenheiten und kann oft zwischen den Zeilen lesen. Ohnehin ist es für Forscher wichtig, sich auf andere Denkweisen einzulassen und Ideen aufzugreifen. Natürlich nur, sofern sie nicht geschützt sind. Kleine Patent- und Literaturrecherchen erledige ich selbst, große übernimmt die Fachabteilung. Interne Projektberichte und Projektanträge runden die Forschertätigkeit ab.
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| Robert Eckl |
Oliver Heel, 35, war nach seinem Elektrotechnikstudium anfangs in Amberg und dann vier Jahre in China als Entwickler für den Industry Sector von Siemens tätig. Heute ist er Produkt-Clustermanager und Gruppenleiter im Produktmanagement für Umrichter.
Als Produktmanager trage ich wirtschaftliche Verantwortung und Portfolioverantwortung für unsere Umrichter bis 250 KW. Ich übersetze Kundenwünsche, über die mich unser Vertrieb informiert, in Anforderungen für neue Produkte. Dabei ist eine genaue Abstimmung mit dem bestehenden Produktportfolio wichtig. Wir wollen ja durch Innovation Marktlücken schließen und unsere Produktpalette ergänzen.
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| Petra Quillfeldt |
Schon bei meiner Tätigkeit als Entwickler war es äußerst wichtig, die Bedürfnisse des Markts von Anfang an in die Überlegungen einzubeziehen. Während einer Entwicklung ist ständiger Dialog mit den Produktmanagern gefragt, um sich ins Endprodukt und die Sicht des Kunden hineinzudenken. Um kundengerechte Technik zu entwickeln, ist solide fachliche Ausbildung ein Muss. Doch das Lernen geht weiter. SoftwareTools, Bauteilverständnis oder viele Normen und Richtlinien sind nach dem Studium ebenso neu wie die Prozesse im Unternehmen.
In China, wo ich bald nach meinem Einstieg bei Siemens vier Jahre gearbeitet und eine Gruppe von bis zu 80 Entwicklern geleitet habe, gab es deutliche Unterschiede in der konkreten Zusammenarbeit. Die Ingenieure dort werden theoretischer ausgebildet, brauchen mehr Anleitung und Feedback. Doch auch dort kommt es vor allem auf effektives Zusammenwirken zwischen Projektleitung und Entwicklern an, auf Austausch und das Erkennen von Marktbedürfnissen. Die Zeit in China hat meinen Blick auf die Welt verändert. Der erweiterte Horizont und Verständnis für die oft völlig anders gelagerten Probleme sind in einem weltweit operierenden Konzern außerordentlich wichtig.
Robert Eckl, 34, ist promovierter Elektroingenieur. Mitte 2007 wechselte er von der TU München zu Linde Engineering. Dort bearbeitet er ein Verbundforschungsprojekt mit 30 Partnern aus Industrie und Wissenschaft. Parallel dazu entwickelt und realisiert er Edelgasanlagen.
Nachdem ich mich im Studium auf elektrische Energietechnik spezialisiert hatte, drehte sich meine Dissertation um In-situ-Diagnoseverfahren für Brennstoffzellen. Dafür habe ich Felder wie Elektrochemie, Thermodynamik oder Strömungsmechanik eigenständig erschlossen. Diese Fähigkeit ist auch im Beruf gefragt. In unserem Forschungsprojekt SUGAR, das von zwei Bundesministerien gefördert wird, wollen wir klären, wie die riesigen Vorkommen an Methanhydraten in den Ozeanen zu erkunden, quantifizieren und fördern sind. Für Linde Engineering ist besonders interessant, ob eine Hydratisierung die Erdgaslogistik weiterbringt. In dem Projekt arbeiten Meeresforscher, Physiker, Chemiker, Schiffs- und Anlagenbauer zusammen. Damit sämtliche Disziplinen an einem Strang ziehen können, müssen alle Beteiligten offen sein und sich jeweils auf die Argumente und Ideen der anderen einlassen.
Im Anlagenbau bin ich an der Entwicklung und Realisierung von Edelgasanlagen beteiligt. Auch hier arbeiten diverse Fachabteilungen und externe Zulieferer zusammen. Alle bringen eigene Erfahrungen und Blickwinkel ein. Um daraus Vorteile zu ziehen, kommt es auf Organisationsgeschick und offene Kommunikation an. Über allem steht natürlich das Ziel, dem Kunden am Ende eine sichere und zuverlässige Anlage zu übergeben - und zwar zu den vereinbarten Kosten und Terminen.
Petra Quillfeldt, 36, pendelt zwischen dem Max-Planck-Institut für Ornithologie in Radolfzell und den Falklandinseln. Die zweifache Mutter leitet seit drei Jahren eine Nachwuchsgruppe, die erforscht, wie sich Seevögel an den Klimawandel anpassen.
Inzwischen werden die Feldforschungsaufenthalte bei mir kürzer. Mit Unterbrechungen war ich fünf Jahre in der Antarktis und sieben Jahre auf den Falklands, um das Verhalten von Seevögeln zu beobachten. Mein Mann ist als Forscher ebenfalls oft im Feld. Teils wechseln wir uns ab oder legen Forschungsreisen in die Schulferien. Die wissenschaftliche Tätigkeit macht drei Fünftel meiner Arbeitszeit aus, ein Fünftel geht in Studentenbetreuung und Lehre und der Rest in Administration. Dazu zählt die Organisation der Forschungsaufenthalte samt Ausstattungschecklisten für unsere jungen Wissenschaftler, die Reisekoordination und alle sonstigen Finanzanträge, Berichte oder das Einholen von Genehmigungen. Aktuell bilde ich mich in Hochschuldidaktik fort. Für Administration hatte ich keine Fortbildung, da wächst man rein. Meine Nachwuchsgruppe wird aus dem Emmy Noether-Programm der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanziert. Wir erforschen, wie Pinguine, Sturmtaucher und andere Seevögel ihren Lebensraum nutzen und sich in Folge des Klimawandels an die veränderten Nahrungsangebote und Ökosysteme anpassen. Es ist erstaunlich, wie schnell sie etwa auf schwankende Wassertemperaturen reagieren - sei es durch veränderte Routen bei der Futtersuche, andere Rhythmen beim Füttern ihrer Küken oder durch körperliche Anpassung auf hormoneller Ebene oder beim Gewicht.