Von Marcus Theurer
15. April 2008 Die Deutsche Fußball Liga (DFL) will nach monatelangen Verzögerungen den mit Spannung erwarteten Verkauf der Bundesliga-Fernsehrechte rasch beginnen. Nach Informationen der F.A.Z. aus Verhandlungskreisen hat sich die DFL und ihr Partner Leo Kirch mit dem Bundeskartellamt darauf verständigt, demnächst eine sogenannte Ankündigungsfrist für die Rechteauktion zu starten.
Die Bundesliga muss laut EU-Recht vier Wochen vor dem eigentlichen Beginn des Verkaufsverfahrens dieses öffentlich ankündigen. Sprecher von Kartellamt, DFL und Kirch wollten sich am Dienstag auf Anfrage nicht zu dem Thema äußern.
Alles wird kartellrechtskonform ablaufen
Der sich abzeichnende Beginn der Ankündigungsfrist deutet darauf hin, dass DFL und Kirch mit einer baldigen Einigung mit den Wettbewerbshütern rechnen. Alles wird kartellrechtskonform ablaufen“, heißt es in der Branche. Erwartet wird, dass die Ausschreibung durch die DFL unter einem kartellrechtlichen Vorbehalt erfolgt.
Der Rechteverkauf liegt seit Monaten auf Eis, weil die Bonner Wettbewerbshüter den Plänen der Fußballvereine bisher noch nicht die kartellrechtliche Freigabe erteilt haben. Auch die zentrale Vermarktung der Fernsehrechte durch die DFL steht auf dem Prüfstand des Kartellamts. Allerdings gilt es als unwahrscheinlich, dass die Beamten die bisher gängige Praxis, wonach die DFL den Verkauf der Fernsehrechte für alle Profivereine zentral organisiert, komplett untersagen werden.
Heftig umstritten
Die geplante Auktion für die Bundesligarechte ab der Saison 2009/2010 ist dennoch heftig umstritten. Die DFL kooperiert dabei erstmals mit dem Medienunternehmer Kirch und dessen neuer Sportrechteagentur Sirius. Die beiden Partner haben angekündigt, Interessenten für die Liveübertragungen anders als bisher nur fertig produzierte Programme zu verkaufen. Dadurch hoffen sie zusätzliche Interessenten aus der Kabelnetz- und Telekommunikationsbranche anzulocken. Bislang ist deren Interesse aber verhalten (siehe Gespräch auf dieser Seite). Der Bezahlsender Premiere, der bisher die Liveübertragungen der Bundesliga ausstrahlt, wehrt sich zudem beim Kartellamt gegen diese Pläne.
Die Kooperation zwischen DFL und Kirch gilt auch als problematisch, weil der Medienunternehmer auf beiden Seiten im Bundesligageschäft mitmischt. So ist der Rechteverkäufer Kirch zugleich Großaktionär beim Fernsehunternehmen EM.Sport. Dieses ist mit seinem Spartensender Deutsches Sportfernsehen (DSF) einer der Interessenten für die Übertragungsrechte.
Text: F.A.Z.
Bildmaterial: dpa