Rückschlag im Aufstiegsrennen

„Linker Haken, kein K.o.“: Aachen trifft Mainz hart

Von Uwe Martin

08. Mai 2008 Nach zuvor drei Siegen in Folge hat der Fußball-Zweitligaklub Mainz 05 am Mittwochabend einen heftigen Rückschlag im Aufstiegskampf hinnehmen müssen. Vor 20 000 Zuschauern im Bruchwegstadion verloren die Rheinhessen gegen Alemannia Aachen 0:1 und fielen in der Tabelle auf den vierten Rang zurück. Die Mannschaft von Cheftrainer Jürgen Klopp steht in den verbleibenden zwei Saisonspielen somit unter gewaltigem Erfolgsdruck. „Das war heute ein linker Haken, aber kein K.o.-Schlag“, sagte der Mainzer Manager Christian Heidel. Diesen zu verhindern, darum gehe es nun am nächsten Sonntag im Auswärtsspiel beim 1. FC Köln, dem neuen Tabellenzweiten. „Der Wille war vorhanden heute, aber wir haben die Dinge fußballerisch nicht so gelöst, wie wir es könnten“, sagte Klopp nach dem insbesondere spielerisch enttäuschenden Auftritt von Mainz 05.

Die favorisierten Mainzer Profis taten sich schwer, doch wie von Klopp eingefordert, war die Unterstützung der Fans lautstarker und intensiver als sonst. Die Stimmung erinnerte an die Jahre 2004 bis 2007 in der ersten Liga. Klopp selbst war die Drucksituation deutlich anzumerken. Bis zur Pause stand er ausschließlich in der Coaching Zone, ballte die Fäuste und gestikulierte - und registrierte die ersten beiden Strafraumszenen für seinen Stürmer Srdjan Baljak sowie die erste Mainzer Torchance sicher mit Genugtuung. Chadli Amri hatte die Möglichkeit zum 1:0 auf dem Fuß (34.), doch der Algerier schlenzte den Ball dem Aachener Torwart Thorsten Stuckmann in die Arme. Mainz dominierte die Partie, hatte wesentlich mehr Ballbesitzzeiten, ein Tor aber glückte den Aufstiegskandidaten nicht. Wobei es nach 38 Minuten fast so weit gewesen wäre. Nach dem mangelhaften Abwehrversuch von Nico Herzig schoss Amri den Ball an die Latte. Und Alemannia Aachen? Kapitän Marius Ebbers schoss frei stehend bereits nach zwölf Minuten über das Mainzer Tor - mehr passierte nicht bis zur Pause.

Klopp sah „viele unsaubere Sachen im Passspiel“

Das Engagement der Mainzer war vorbildlich, zu klaren Aktionen kam es dennoch selten, Klopp bemängelte zudem „viele unsaubere Sachen im Passspiel“. Er hatte seine spielstärksten Profis auf dem Feld, aber von den Mainzer Mittelfeldspielern kamen zu wenig überraschende Impulse. Pfiffe gab es im Bruchwegstadion nur, als Klopp nach 69 Minuten für Baljak den Ersatzstürmer Ranisav Jovanovic einwechselte. Sechs Minuten später prallten der in Richtung Strafraum anstürmende Felix Borja und Stuckmann gegeneinander, Schiedsrichter Schößling pfiff zu Recht nicht ab, und so konnte Daniel Brinkmann den direkten Aachener Konter zum 1:0 abschließen (75.). Gunkel hatte die letzte Möglichkeit zur Ergebniskorrektur (85.) für Mainz 05. „Es ist ärgerlich, dass Aachen mit einem Schuss das Ding gewinnt“, sagte der Mainzer Außenverteidiger Tim Hoogland. Sein Kollege Marco Rose sprach von „einem Rückschlag“, der aber „kein Genickbruch“ sei.

Die Stimmung bei den Verantwortlichen war dem Ergebnis entsprechend, Präsident Harald Strutz räumte ein, dass es ihm „nicht gutgeht“. Die Mannschaft könne jetzt noch „zwei Spiele ihres Lebens machen“. Das erste Endspiel um den Aufstieg findet am nächsten Sonntag in Köln statt, eine Woche später kommt es zum Saison-Kehraus im Bruchwegstadion gegen den FC St. Pauli. Ob diese Partie noch eine Relevanz hat für Mainz 05 im Aufstiegskampf, wird womöglich schon in drei Tagen feststehen.



Text: F.A.Z.
Bildmaterial: ddp

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