Mainz 05

Ein „Humba“ für die Aufsteiger

Von Markus Schug, Mainz

Nur Fastnacht ist schöner: Das Mainzer Fußballvolk feiert seine Aufsteiger auf dem Gutenbergplatz

Nur Fastnacht ist schöner: Das Mainzer Fußballvolk feiert seine Aufsteiger auf dem Gutenbergplatz

25. Mai 2009 „Einmal ist Zufall, zweimal ist Können“, sagt Arne. Und deshalb sei Mainz erst jetzt, mit dem zweiten Aufstieg nach 2004, tatsächlich im Kreis der erstklassigen Fußballstädte angekommen. Das baldige Wiedersehen mit den Bundesliga-Mannschaften aus Dortmund, Schalke und München ließ gestern nicht nur Arne und seine rot-weiß gekleidete Freunde jubeln. Nachdem der Wiederaufstieg ins Fußball-Oberhaus um 15.47 Uhr feststand, wurde zunächst im Bruchwegstadion und abends dann auf dem Gutenbergplatz vor dem Staatstheater stundenlang gefeiert. 20.300 Zuschauer hatten nachmittags in dem bis auf den letzten Platz ausverkauften Stadion einen zu keinem Zeitpunkt gefährdeten 4:0-Erfolg gegen harmlose Gäste aus Oberhausen miterlebt. Ähnlich groß dürfte auch das Fanaufkommen abends in der Innenstadt gewesen sein, wo Trainer Jörn Andersen endlich aus dem Schatten seines Vorgängers Jürgen Klopp heraustreten konnte.

„Andersen, Andersen“, hallte es über den Theaterplatz. Und der sichtlich gerührte Norweger gab Komplimente an die Anhänger des FSV Mainz 05 zurück: „Ohne Euch hätten wird das nie geschafft“, rief der 46 Jahre alte Trainer, der im Laufe der Saison mit einer lang anhaltenden Heimschwäche seiner Elf hatte fertig werden müssen. Tabellenplatz zwei am Ende ließ jedoch schnell vergessen, was in den vergangenen Monaten alles nicht so gut gelaufen war. „Humba – das Original ist zurück“ stand auf den eigens für 2009 gefertigten Aufstiegs-T-Shirts. Da ließen sich die fastnachtsbegeisterten Mainzer, die nach jedem Sieg im Stadion mit der Mannschaft die „Humba“ zelebrieren, denn auch nicht lange bitten, ausnahmsweise im Mai für etwas Rosenmontagsstimmung am Rhein zu sorgen.

Mögliche Neuzugänge

Am Dienstag sollen die Spieler mit einem Mittagessen im „Haasekessel“ in den Urlaub verabschiedet werden. Für Trainerstab und Manager wird es anschließend darum gehen, die Mannschaft für künftige Erstliga-Einsätze zu verstärken. Doch nach alter Mainzer Tradition sollen alle, die am Aufstieg beteiligt waren, grundsätzlich bleiben können, wie Manager Christian Heidel schon vor dem letzten Saisonspiel versicherte. Es sei denn, der betreffende Spieler möchte aus eigenem Antrieb wechseln – so wie Markus Feulner, der gestern mit viel Applaus nach Dortmund verabschiedet wurde, oder Roman Neustädter, der mit Borussia Mönchengladbach in Verbindung gebracht wird. Zurückholen würden viele Fans offenbar am liebsten Antonio da Silva, der mit Karlsruhe gerade erst abgestiegen ist.

Möglichen Neuzugängen haben die Mainzer nicht nur attraktive Spiele in der ersten Liga zu bieten, sondern auch die Aussicht auf ein modernes und für rund 33.000 Zuschauer gedachtes Stadion. Am 3. Juni sollen die Pläne für die „Coface Arena“ vorgestellt werden, Ende 2010 soll sie vollendet sein. Zumindest so lange sollten sich die Mainzer in der ersten Liga halten können, so der Wunsch vieler Fans. „Die erste Bundesliga und das neue Stadion geben uns ganz andere wirtschaftliche Möglichkeiten“, sagte Vereinspräsident Harald Stutz, der allerdings sogleich beteuerte: „Wir bleiben, wie wir sind: Ganz sicher.“

Text: F.A.Z.
Bildmaterial: Wonge Bergmann

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