08. April 2007 Marcelinho macht den Unterschied. Dank seines brasilianischen Mittelfeldstars kann der VfL Wolfsburg dem Endspurt in der Fußball-Bundesliga nach dem 3:2 (1:1) über den FSV Mainz 05 relativ beruhigt entgegensehen. Der 31-Jährige legte erst für Diego Klimowicz den 1:1-Ausgleich (41.) auf und wendete dann das Blatt nach dem erneuten Rückstand mit seinen beiden Supertoren (80., 87.) zu Gunsten der Wölfe.
Ich habe nur meine Arbeit gemacht. Dafür werde ich bezahlt, meinte der Ball-Zauberer nach seinen Geniestreichen, die den VfL auf Rang sieben und damit zumindest an die Spitze der langen Liste der Abstiegskandidaten beförderten. Das machte auch die VfL-Führung glücklich, die in der Winterpause mit der Verpflichtung des als überaus exzentrisch geltenden Regisseurs ein schwer kalkulierbares Risiko eingegangen war. Wir haben zur rechten Zeit die richtige Entscheidung getroffen, sagte VfL-Geschäftsführer Klaus Fuchs.
Marcelinho: Im nächsten Jahr wird es noch besser
Die Millionen schwere Anlage zahlt sich aus. Marcelinho prägt das Spiel der in der Hinrunde noch so biederen Wolfsburger mehr und mehr, hatte auch in dem so wichtigen Duell gegen Mainz mit 102 Ballkontakten so viele wie kein anderer auf dem schwer bespielbaren Rasen der Volkswagen Arena. Nicht auszudenken, wenn der Brasilianer nicht über den Umweg Türkei in Wolfsburg angekommen wäre. Ich bin noch nicht lange hier. Im nächsten Jahr wird es noch besser, versprach der neue Leitwolf und warnte die 19.011 am Ende begeisterten Zuschauer im gleichen Atemzug vor verfrühter Euphorie. Noch sind wir nicht durch.
VfL-Trainer Klaus Augenthaler nahm Marcelinhos Ansage aufmerksam zur Kenntnis, stimmte aber in die allgemeine Beruhigung ein. Wenn wir weiter so zur Sache gehen wie heute, werden wir nicht mehr in Gefahr geraten, befand der 49 Jahre alte Fußball-Lehrer.
Klopp: Wir gehen unseren Weg weiter
Sein Mainzer Kollege Jürgen Klopp hätte gar zu gern ähnliche Zuversicht verbreitet. Nach der dritten Pleite in Serie, die auch Mohamed Zidans Tore (21./Foulelfmeter, 79.), nicht verhindern konnte, sind die Superstarter der Rückrunde wieder auf die Abstiegsplätze zurückgefallen. Wir haben es den Wolfsburgern zu einfach gemacht und nach dem 2:1 nicht schnell genug umgeschaltet, kritisierte Nationalspieler Manuel Friedrich. Den psychologischen Vorteil der zweiten Führung hätten wir über die Runden schaukeln müssen, pflichtete Mittelfeldspieler Fabian Gerber bei.
Aufgeben gilt aber nicht in Mainz. Wir gehen unseren Weg weiter, sagte Klopp trotzig. Gerber bestimmte schon einmal die Richtung. Wir sind eine gute Truppe. Wir werden uns gegenseitig wieder aufbauen. Und dann schlagen wir nächstes Wochenende eben Schalke, kündigte er an.
VfL Wolfsburg - FSV Mainz 05 3:2 (1:1)
Wolfsburg: Jentzsch - Quiroga, Madlung, Hofland, van der Heyden (77. Sarpei) - Santana - Menseguez (44. Makiadi), Krzynowek - Marcelinho - Boakye, Klimowicz (74. Hanke). - Trainer: Augenthaler
Mainz: Wache - Demirtas (90. Gunesch), Friedrich, Noveski, Rose - Gerber, Andreasen, Pekovic, Feulner (90. Vrancic) - Szabics (64. Jovanovic), Zidan. - Trainer: Klopp
Schiedsrichter: Michael Kempter (Sauldorf)
Tore: 0:1 Zidan (21., Foulelfmeter), 1:1 Klimowicz (41.), 1:2 Zidan (79.), 2:2 Marcelinho (80.), 3:2 Marcelinho (87.)
Zuschauer: 19.011
Gelbe Karten: Madlung (5) - Zidan (2), Feulner (5/3)
Text: FAZ.NET mit Material von dpa und sid
Bildmaterial: dpa