20 jahre Dax

Stürmische Zeiten für die Börse

Von Holger Steltzner

01. Juli 2008 Der Deutsche Aktienindex Dax wird zwanzig Jahre alt, doch kaum jemand mag feiern. Schlechte Nachrichten drücken die Stimmung der Börsianer: hohe Energie- und Rohstoffpreise, steigende Inflationsraten und Notenbankzinsen, der schwache Dollar, die schwächelnde Konjunktur in den Vereinigten Staaten, der Niedergang der dortigen Immobilienmärkte und die sich zuspitzende Finanzkrise.

Bis vor kurzem wähnte sich die deutsche Industrie mit dem Schwerpunkt Anlage- und Maschinenbau in trügerischer Sicherheit. Der Boom in China, Indien und anderen jungen Industriestaaten werde die Einbrüche in Amerika schon auffangen. Zudem seien die Petrodollarmilliardäre aus Arabien und Russland auf strategischer Einkaufstour, vor allem in Deutschland.

Nun weicht die mutige These von der Abkoppelung der Furcht, dass auch die aufstrebenden Wirtschaftsmächte von der guten alten Lokomotive der Weltwirtschaft abhängig sind. In Asien und anderswo hat sich der Ärger über die Teuerung schon in Protesten entladen, Energiesubventionen werden zu teuer, die täglichen Eingriffe in die Devisenmärkte riskanter. Das sind stürmische Zeiten für die Weltwirtschaft - und für die Börse.



Text: F.A.Z.

 

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