Erste Pleite

Der Fall der Weserbank ist kein Fanal

Von Benedikt Fehr

09. April 2008 Die aktuelle Finanzkrise hat schon einige Opfer gezeitigt, die kleine Weserbank aus Bremerhaven zählt aber nicht dazu, auch wenn es der Vorstand anders darzustellen versucht. Die Bankaufsichtsbehörde Bafin hat dies richtigerweise rasch und unmissverständlich klargestellt. Denn in der allgemeinen Unsicherheit über die hohen Verluste einiger Finanzinstitute wäre es sonst womöglich zu Kurzschlussreaktionen verunsicherter Sparer gekommen.

Nach Angaben der Aufsicht ist die Weserbank an dem Versuch gescheitert, sich als eine Investmentbank in Frankfurt zu etablieren. Dieses neue Geschäftsmodell war offenbar fragwürdig, unabhängig von der Lage an den Finanzmärkten. Denn mit einer Bilanzsumme von 120 Millionen Euro war die Bank für diese Art von Geschäften wohl zu klein. Und ebendeshalb, weil sie so klein ist, geht von ihrer Schließung auch kein Risiko für das Finanzsystem aus.

Den rund 2700 Kunden, die der Weserbank ihr Geld anvertraut haben, wird das Debakel keine ins Gewicht fallenden Nachteile bringen. Ihre Guthaben sind in vollem Umfang abgesichert. Der Fall der Weserbank ist kein Fanal, dass sich die Finanzkrise verschärft hat.



Text: F.A.Z.

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