Geldmarkt

Zartes Pflänzchen

Von Stefan Ruhkamp

06. Mai 2009 Die Banken leihen sich wieder Geld. Nicht jeder jedem jederzeit und ohne Vorbehalt, aber immerhin weicht das nahezu unbegrenzte Misstrauen auf dem Geldmarkt einer vernünftigen Vorsicht. Noch immer zahlen die Banken für unbesicherte Leihegeschäfte hohe Risikoprämien untereinander, aber bei weitem nicht mehr so viel wie auf dem Höhepunkt der Finanzkrise im vergangenen Herbst. Auch die aus Misstrauen und Vorsicht gehaltene Überschussliquidität sinkt allmählich.

Es ist also ein zartes Pflänzchen der Erholung zu sehen. Das gedeiht allerdings nur dank der Unterstützung der Zentralbank und der Staaten. Stünde der Steuerzahler nicht als Bürge bereit, könnten die meisten Banken nicht aus eigener Kraft stehen. Die notwendige weitere Kapitalzufuhr und eine Lösung für Schrottkredite wird es ohne die Mithilfe des Staates nicht geben. Und auch die extrem freigebige Versorgung mit Zentralbankgeld wird noch für einige Zeit zu den Lebensgrundlagen der Banken zählen.

Ein funktionierendes Finanzsystem sieht anders aus. Dennoch sollte man die Zeichen der Entspannung nicht geringschätzen. Vertrauen kann nur in kleinen Schritten zurückkehren.

Text: F.A.Z.

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