18. März 2009 Was lange währt, wird womöglich gut. Peter Long, der Chef des europäischen Reisekonzerns Tui Travel, ließ in den vergangenen Monaten keine Möglichkeit aus, seine angeschlagene Tochtergesellschaft Tuifly abzustoßen. Nach einer Serie von Fehlschlägen mit Germanwings, Eurowings oder Condor erscheint die jetzt vereinbarte Allianz mit Air Berlin als ein Kompromiss, bei dem alle Parteien Nutznießer sind. Werden die Details der Beteiligungen und des Leasingvertrags wie geplant abgesegnet, wäre Long das defizitäre City-Geschäft los und müsste sich mit Hochdruck auf den Ausbau der profitablen Charterlinie konzentrieren.
Jochen Hunold, sein Gegenüber bei Air Berlin, kann auf Neugeschäft sowie die nötige Präsenz in der künftigen Billigflieger-Metropole Köln/Bonn oder der europäischen Wachstumsregion Norditalien hoffen. Zudem dürfte das Personal von Tuifly mit dem Pakt gut leben: Die Belegschaft bleibt von harten Schnitten, die bei Konstellationen mit anderen Konkurrenten drohten, verschont. Doch dieser sanfte Kompromiss bringt Wettbewerber unter Druck. Er dürfte der Auftakt für eine Auslese in einer Branche sein, die mehr denn je von schwacher Nachfrage und Überkapazitäten gebeutelt ist.
Text: F.A.Z.