Von Hanno Mußler
01. Juli 2008 Der Markt für Unternehmensübernahmen liegt darnieder. Ein wesentlicher Grund dafür ist, dass die in den vergangenen Jahren sehr aktiven Finanzinvestoren (Private Equity) für ihre Unternehmenskäufe kaum mehr Kredite von den um Liquidität ringenden Banken bekommen. Strategische Käufer, also Unternehmen, die Konkurrenten zukaufen wollen, halten sich angesichts der sich konjunkturell verdüsternden Geschäftsaussichten mit kostspieligen Zukäufen zurück. Die Preise für Unternehmen stehen damit unter Druck.
Daher erscheint der Moment, jetzt das neue Vehikel Spac zu lancieren, günstig: Erst wird Kapital eingesammelt, dann die Börsenzulassung veranlasst und erst anschließend ein Unternehmen gekauft, das den Emissionserlös als frisches Eigenkapital und en passant die Börsenzulassung erhält.
Der mögliche Verkaufspreis mag niedriger liegen. Doch für Familienunternehmer gibt es Vorteile im Vergleich zu einem Verkauf an Private Equity: Die bisherigen Eigner behalten die Mehrheit, bekommen keine Schulden aufgeladen und erhalten fungible Unternehmensanteile, die sie an der Börse verkaufen können. Für Anleger indes kommt es darauf an, dem Management des Spac zu vertrauen oder rechtzeitig zurückzutreten.
Text: F.A.Z.