31. Dezember 2008 Zehn Jahre Nervenschlacht liegen hinter deutschen Aktionären, mit dem Ergebnis einer Nullrendite. Hätten sie ihr Geld vor zehn Jahren nicht in Dax-Aktien investiert, sondern auf einem unverzinsten Sparbuch liegenlassen, es hätte dieselbe Rendite erbracht. Dem Anleger wäre einiges erspart geblieben: eine Asien-Krise 1998, in der der Dax ein Drittel verlor, eine Internetblase mit anschließendem Kurssturz um mehr als zwei Drittel und nun die Finanzkrise, die im Jahr 2008 ein Dax-Minus von gut 40 Prozent herbeiführte. VW-Aktien wurden ohne fundamentale Grundlage hochgejubelt andere Aktien wie Infineon zu Penny Stocks geprügelt.
Der Vergleich mit einem Spielkasino passte selten so gut wie in diesem Börsenjahr. Gleichwohl verbauen sich Anleger große Renditechancen, wenn sie die Aktie nun ein für alle Mal aus ihren Depots verbannen. Gerade gegen Ende einer Krise bietet diese Form der Geldanlage die besten Renditeaussichten - wobei über den Zeitpunkt des Endes dieser Krise niemand Auskunft zu geben weiß.
Auch sollten die Anleger nicht vergessen, dass mit einem gut gestreuten Depot von 2003 bis Anfang 2008 sehr gute Renditen erzielt werden konnten. Wie übrigens in 41 der 60 vergangenen Börsenjahre.
Text: F.A.Z.