28. Januar 2008 Der Ärger ist verständlich: Viele Anleger können ihre Zertifikate derzeit nicht wie gewünscht handeln. Eine rechtliche Handhabe gibt es für die erboste Kundschaft nicht, denn die Emittenten "bemühen" sich lediglich um das zuverlässige Stellen von Kursen. Sie garantieren es nicht.
Was in diesen hektischen Börsentagen besonders übel aufstößt, ist die Tatsache, dass dies nicht zum ersten Mal passiert. Schon an vorherigen umsatzstarken Börsentagen mit großen Kurssprüngen lag der Handel mit Zertifikaten und spekulativen Hebelprodukten oftmals brach. Das ist ein unhaltbarer Zustand. Die Beteiligten schieben sich derweil gegenseitig den Schwarzen Peter zu, wer wann wo nicht genug investiert hat. Vor der eigenen Türe kehren die wenigsten.
Bisher gab es dazu auch kaum Anlass. Die Volumina im Zertifikatemarkt sind weiter gestiegen; der Anleger hat sich immer neue Produktkreationen ins Depot legen lassen. Nun ist er überrascht, dass vermeintlich sichere Produkte nicht halten, was sie versprechen, und er sie in kritischen Zeiten nicht einmal vernünftig verkaufen kann. Die Branche sollte dies nicht auf die leichte Schulter nehmen. Oft werden sich die Anleger den Ärger nicht antun.
Text: F.A.Z., 29.01.2008, Nr. 24 / Seite 24