Von Markus Frühauf
17. Juni 2009 Es ist das Jahr der Unternehmensanleihen. Die Gründe sind wenig erfreulich: Die angeschlagenen Banken verlangen von den Unternehmen deutlich höhere Risikoaufschläge und halten sich vor allem bei umfangreichen Engagements zurück.
Unternehmen wie nun die Deutsche Telekom weichen deshalb auf den Anleihemarkt aus. Seit Jahresanfang wurden in Europa Unternehmensanleihen im Volumen von 185 Milliarden Euro plaziert. Ein Jahresrekord ist wahrscheinlich.
Hofiert wird der Kleinanleger. Denn die Unternehmen stückeln ihre Emissionen zunehmend in 1000 Euro, so dass auch Otto Normalverbraucher investieren kann. Die Unternehmensanleihen werden deutlich attraktiver als die Tagesgeldkonten der Banken oder Staatsanleihen verzinst. Unternehmen mit guter Bonität zahlen Zinsen, die um 100 bis 200 Basispunkte höher liegen als die entsprechenden Bundesanleihen.
Für den Privatanleger gibt es einen weiteren Vorteil: Er kann die Schuldtitel jederzeit am Kapitalmarkt verkaufen. Doch die Rezession birgt Risiken: Die Anleger sollten deshalb auf Unternehmen mit stabilen Einnahmen achten, wie etwa Versorger, Pharmaunternehmen oder Telekommunikationsdienstleister.
Text: F.A.Z.