Von Holger Steltzner
13. März 2008 Die Krise an den Finanzmärkten spitzt sich zu. Die jüngste Rettungsaktion der großen Notenbanken aus Amerika und Europa hat nicht den erwünschten Erfolg gebracht. Die gemeinsame Liquiditätsspritze von 200 Milliarden Dollar hat die Akteure an den Märkten nicht beruhigen können. Im Devisenhandel ist der Dollar so schwach wie noch nie zuvor, an den Kreditmärkten schnellen die Risikoprämien in die Höhe, an den Börsen brechen die Aktienkurse der Hedge-Fonds ein, und an den Rohstoffbörsen klettern die Preise für Öl und Gold von einem Rekordhoch zum nächsten. Der Goldpreis ist das Symbol der allgemeinen Verunsicherung - erstmals in der Geschichte kostet die Feinunze mehr als tausend Dollar.
Die Krisenstimmung erreicht ihren vorläufigen Höhepunkt, wenn sich Händler in Anflügen von Panik die Namen von Banken und anderen Finanzinstituten zuraunen, die pleitegehen könnten. Aus skandalösen Spekulationen mit amerikanischen Häusern ist eine globale, gefährliche Finanzkrise geworden. Sie zieht nicht nur Banken mit zu großem Risikoappetit und unfähigen Risikomanagern in den Abgrund, sie droht sogar auf die reale Wirtschaft überzuspringen. Täglich wächst die Sorge, dass die Kreditklemme zwischen Banken in einer Wirtschaftskrise münden könnte. Weil die Vereinigten Staaten in eine Rezession schlittern, avancieren die geplatzte Immobilienblase und die Spannungen im Finanzsystem zum führenden Thema im amerikanischen Wahlkampf.
Mit weiteren Geldspritzen wird die Fed der Lage nicht Herr
Mit Geldspritzen und erwarteten weiteren Zinssenkungen wird Amerikas Notenbank der Lage nicht Herr werden. Mit Liquiditätshilfen gibt sie den Akteuren seit Monaten Zeit und hofft auf Besserung, die sich jedoch nicht einstellt. Das Gegenteil geschieht: Die Krise frisst sich wie ein Wundbrand von Markt zu Markt. Die betroffenen Banken, Hedge-Fonds und Investoren sollten sich endlich zu ihren Verlusten bekennen, diese in die Bilanz nehmen, die fälligen Abschreibungen vornehmen und, wenn nötig, neues Eigenkapital aufnehmen. Wer das nicht kann, muss sich vom Markt verabschieden. Das kann zu weiteren Verwerfungen führen. Doch nur so trennt sich die Spreu vom Weizen. In diesem Ausleseprozess darf die Notenbank Spekulanten nicht retten, sondern muss sich allein auf die Stabilität des Finanzsystems konzentrieren.
Text: F.A.Z.
| Tops & Flops | +/- | Prozent |
|---|---|---|
| LINDE AG INHABER - A | +2,07 | +2,47 |
| DEUTSCHE BÖRSE AG NA | +1,16 | +1,82 |
| ADIDAS AG INHABER - | +0,66 | +1,68 |
| COMMERZBANK AG INHAB | -0,37 | -1,81 |
| INFINEON TECHNOLOGIE | -0,10 | -1,68 |
| FRESENIUS MEDICAL CA | -0,51 | -1,37 |
| Name | Punkte | Prozent |
|---|---|---|
| Dax | 6.422,30 | +0,03 |
| TecDax | 827,16 | +0,24 |
| DowJones | 11.543,96 | -1,46 |
| Nasdaq | 2.367,52 | -1,83 |
| STOXX 50 | 3.365,63 | +0,18 |
| Nikkei 225 | 13.072,87 | +2,39 |
| S&P 500 Zert. | 12,95 | +1,17 |
| Euro/Dollar | 1,47 | +0,23 |
| Bund Future | 114,16 | -0,12 |
| Gold | 829,80 | +0,00 |
| Öl | 113,83 | -0,54 |