24. Juni 2009 Es wird schwer werden für Cynthia Carroll, die Vorstandschefin von Anglo American, den Geist zurück in die Flasche zu zwingen. Seit der Fusionsofferte des Konkurrenten Xstrata steht Anglo unter Handlungsdruck.
Der südafrikanisch-britische Bergbaukonzern kann wohl kaum einfach zur Tagesordnung übergehen. Die Marktlage spricht dagegen. Die Preise für viele Rohstoffe sind durch die Rezession drastisch gefallen und der Abschwung hat die Bergbaubranche auf dem falschen Fuß erwischt.
Eine lange Hausse hat zu einer Serie teurer Übernahmen geführt und die Schuldenlast wiegt nun im Abschwung doppelt schwer. Umso größer ist der Druck auf die kleineren Riesen unter den globalen Bergbaukonzernen: Es ist fraglich, ob Unternehmen wie Anglo American, Xstrata oder Vale allein die Kosten ausreichend senken können.
Die Alternative ist, durch weitere Zusammenschlüsse Größenvorteile auszunutzen. Fusionen sind zwar schwierig und ein Zusammenschluss unter gleichberechtigten Partnern, wie ihn Xstrata vorgeschlagen hat, ist noch weniger erfolgversprechend. Aber es wird schwer werden für Carroll, sollte sie wirklich vorhaben, ihre Aktionäre davon zu überzeugen, dass Anglo allein am stärksten ist.
Text: F.A.Z.