Glosse Wirtschaft

Allzeittief

Von Benedikt Fehr

09. März 2008 Der Dollar fällt und fällt. In der vergangenen Woche hat er fast an jedem Tag zum Euro, den es seit 1999 gibt, ein neues Rekordtief markiert. Nun ist er auch unter sein bisheriges Allzeittief gegenüber den europäischen Währungen abgesackt, das sich ergibt, wenn man die Währungen, die im Euro aufgegangen sind, zurückverfolgt. Der Wert des Dollar war demnach am 2. September 1992 nur noch 65,27 Cent dieses Währungskorbs wert gewesen, am vergangenen Freitag hat die Europäische Zentralbank (EZB) den Wert des Dollar mit 64,86 Euro-Cent erstmals niedriger berechnet.

Der Blick zurück zeigt, dass die derzeitige Dollar-Schwäche ihren Vorläufer hat. Damals stoppte die amerikanische Regierung die Talfahrt durch das glaubhafte Bekenntnis, an einem starken Dollar interessiert zu sein. Der damalige Wirtschafts- und Börsenaufschwung tat ein Übriges. Bis Oktober 2000 stieg der Dollar daraufhin bis auf 1,215 Euro. Angesichts des hohen amerikanischen Leistungsbilanzdefizits wird der Dollar jetzt wohl noch länger schwach bleiben. Doch muss die amerikanische Politik nun wie damals darauf hinarbeiten, dass die Dollar-Schwäche nicht in eine gefährliche „Flucht aus dem Dollar“ umschlägt.



Text: F.A.Z., 10.03.2008, Nr. 59 / Seite 11

 

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