Von Claus Tigges
01. Mai 2008 Die amerikanischen Währungshüter halten sich alle Optionen offen: Nach sieben kräftigen Zinssenkungen in ebenso vielen Monaten um zusammen 3,25 Prozentpunkte wollen die Notenbanker um ihren Vorsitzenden Ben Bernanke nun erst einmal abwarten, ob der geldpolitische Impuls die gewünschte Wirkung zeigt und die Konjunktur belebt.
Zugleich ist aber auch klar, dass die Federal Reserve nicht mit weiteren Zinssenkungen zögern wird, falls sich die Wachstumsaussichten weiter verschlechtern oder die Turbulenzen auf den Finanzmärkten einen neuen Höhepunkt erreichen. Das kann geschehen, wenngleich sich die Lage an einer Reihe von Märkten, nicht zuletzt den Aktienbörsen, zuletzt deutlich gebessert hat. Es lässt sich somit auch darüber streiten, ob dieser Zinsschritt noch notwendig war. Immerhin haben zwei Ratsmitglieder für einen stabilen Zins plädiert.
Nun wird es darauf ankommen, den Zeitpunkt für den geldpolitischen Kurswechsel nicht zu verpassen und rechtzeitig das Liquiditätsangebot zu verknappen. Angesichts einer Inflationsrate von rund 4 Prozent kann von Preisstabilität in Amerika schon jetzt keine Rede mehr sein.
Text: F.A.Z.