Kommentar

Schlecht beratene Millionäre

Von Daniel Mohr

25. Juni 2009 Die Reichen dieser Welt haben im vergangenen Jahr ein Fünftel ihres Vermögens verloren. Ein Schicksal, dass sie mit vielen weniger reichen Anlegern teilen.

Doch es gibt eine weitere Gemeinsamkeit zwischen Millionären und dem Rest der Anleger: die Unzufriedenheit mit ihrer Anlageberatung. Auch die Reichen kritisieren mangelnde Kommunikation in der Krise. Insbesondere über die Risiken ihrer Geldanlage fühlen sie sich schlecht aufgeklärt.

Nach einer Studie von Merrill Lynch und Capgemini hat gut ein Viertel der Millionäre schon gehandelt und die Kundenbeziehung zu ihrem Vermögensverwalter beendet oder ihm zumindest Teile ihres Geldes entzogen. Viele wollen sich jetzt verstärkt selbst informieren und um ihr Geld kümmern.

Deutlicher könnte der Warnschuss für die Banken nicht sein. Ihr Modell, das Kundengespräch vor allem als Verkaufsveranstaltung selbst gebauter Finanzprodukte unter dem Gesichtspunkt der Provisionsmaximierung zu sehen, ist gescheitert. Von Provisionsüberlegungen unabhängige Beratung muss her. Wenn die Banken dazu nicht in der Lage sind, werden die Kunden sich diese Dienstleistung woanders suchen - gleichgültig, ob Millionär oder Normalanleger.

Text: F.A.Z.

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