Fannie und Freddie konnten ihre Verluste nicht reduzieren

Fannie Mae und Freddie Mac

Eine Zäsur der Wirtschaftspolitik

Fannie und Freddie werden verstaatlicht. Es ist ein auswegloser Sündenfall. Denn wo Gewinne Privatsache sind, sollten Verluste nicht sozialisiert werden. Nun wird der amerikanische Steuerzahler in die Pflicht genommen - schuld daran ist die Feigheit der Politiker. Von Claus Tigges

Lesermeinungen zum Beitrag

10. September 2008 22:32

Der Satz ist trotzdem sinnlos!

Walther Schmidt (silitoe)

Die Ausführungen des Autors zu Gewinnen und Verlusten sind populistisch oft gebraucht, es fehlt aber ein gedankliches Fundament. Die Situation von Gewinnen und Verlusten lässt sich einfach nicht vergleichen. Die Verluste der ehemaligen Eigentumer von IKB oder "Fannie und Freddy" betragen ja ebenfalls an die 100 %. Das lässt sich leicht an den Kursverlusten nachvollziehen. Zudem darf nicht übersehen werden, dass das staatliche Einspringen ja nur im geringen Maße den Altaktionären der Institute nützt (diese haben ihr Geld ja ohnehin verloren, Aktien sind eben nichts mehr wert, siehe Bear Stearns, IKB, Fannie und Freddy,etc.), sondern Schäden am System und bei anderen Banken, die ja nur mittelbar schlecht gewirtschaftet haben, verhindern soll. Was von dem Satz bleibt ist, dass man ihn oft in Polittalkshows hört, dass er inhaltlich aber ziemlich sinnlos ist, weil es eben nicht den Tatsachen in unserer Wirtschaft entspricht. Es werden eben einfach viel mehr Gewinne sozialisiert als Verluste. Und Verluste werden, wie man an den gigantischen Verlusten der Bankaktien in den letzten Monaten eigentlich unschwer nachvollziehen kann, eben ganz in der Regel privatisiert. Punkt.

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08. September 2008 17:23

Purer Unsinn??

Joachim Mense (JMense)

Der Unterschied zwischen der Versteuerung von Gewinnen und der Sozialisierung der Verlusten ist: Die Gewinne werden nur zum Teil versteuert. Wenn eine Bank aber wegen eines drohenden Konkurses verstaatlicht wird, werden die Verluste KOMPLETT sozialisiert. Insofern sind die schulmeisterlichen Anmerkungen über Herrn Tigges etwas maßlos.

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08. September 2008 16:04

Purer Unsinn

Alex Merck (AlexM3)

Gewinne werden versteuert - und "wo Gewinne Privatsache sind ..." etc. sind unsinnige Sprüche, die in diesem Zusammenhang von einem Wirtschaftsjournalisten nicht kommen sollten. Davon abgesehen sind Fannie und Freddie in vieler Hinsicht das Gegenstück unserer IKB und Co. - halbstaatlich, politisch kontrolliert etc. und die Amerikaner machen jetzt nach, was ihnen Deutschland vor kurzer Zeit vorgemacht hat. Dabei haben trotzdem auch die an diesen Instituten beteiligten privaten Aktionäre massive Schäden (Kursssturz sowie auf absehbare Zeit wohl keine Dividenden) zu tragen. Die ganzen Aktionen retten nur kurzfristig das Bankenwesen und die Möglichkeit einer Kreditvergabe in diesen Ländern. Ob sie sinnvoll sind, wage ich auch zu bezweifeln - aber es ist nicht eine Rettung von "bösen Kapitalisten" durch den Staat.

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08. September 2008 16:00

Dummes Los der Geschichte

Peter Sikorski (Hellfire75)

Zu behaupten, diese Entwicklung sei neu, würde der Tatsache nicht gerecht werden. Es gibt genug Beispiele vor der eigenen Tür, statt dauernd über den Teich zu schauen. Diese funktionieren sogar seit Jahrzehnten: Deutsche Bahn, Atomwirtschaft (Endlagerung, Bau von AKW), Kohlebergbau, KfW/IKB, BayernLB, SachsenLB usw. Wie viele Milliarden (inkl. Zins und Zinseszins) wurden und werden da versenkt, sprich "sozialisiert"?

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08. September 2008 15:37

PPP erinnern sie sich noch ?

Winston Hauser (sealgate)

durch Public Private Partnership wird in Deutschland derzeit so ziemlich jedes neue öffentliche oder alte abzulösende Projekt neu finanziert und bis 30 Jahre auf die Schiene gelegt. Der Zug kommt irgendwann an und mit Ihm die höchstmögliche Zahlungsverpflichtung für den Steuerzahlen, die er je gesehen hat. Mathematische potenziert sich hiermit die Neuverschuldung quasi - nicht jedoch auf dem Papier, dort ist Sparen angesagt und wird auch so gebucht und verkauft. Das ist der Ausgangspunkt, wenn jetzt mae und mack qauasi-verstaatlicht werden, also die Verluste, so kann man antizipieren, das Deutschland und Europa und vielleicht rohstoffreiche G7 etc. dafür aufkommen werden mit neuen und weitreichenderen PPP-Projeten und neuen verstrahlten Finanzinstrumenten die Konsumlust bei uns wieder geweckt wird. Na dann prost.

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08. September 2008 15:11

Too big to fail

Stefan Sedlaczek (sedlaczek1)

Diese Idee eines "too big to fail" ist der Grunde für die allgemeine Fusionierung und Konzernisierung, für die schiere Flucht in die Größe. Durch diese Idee wird Größe zum Selbstzweck, unabhängig vom tatsächlichen organisatorischen Optimum und anderen ökonomischen Gegebenheiten. Auch hier wirkt Ideologie marktverzerrend. Hier werden zudem für die Zukunft fatale Signale ausgesendet und nun erst recht auf big business gesetzt. Dies wird, wie im sozialistischen Staatskapitalismus, enorme Fehlallokationen zeitigen. Nur gibt es kein immer bigger: Selbst beim Staat ist beim Weltstaat Schluß. Wir sind nahe davor. Als nächstes nun können nur noch Währungen, Staaten und Wirtschaftssysteme fail gehen. Dazwischen ist inzwischen nichts mehr. Jetzt sollte man aber nicht dem Fehler unterliegen, dies gar Kapitalismus und Marktwirtschaft in die Schuhe zu schieben. Nahezu nichts auf dieser verstaatlichten Welt geschieht ohne Diktat. Und selbst wenn nun der westliche Staatskapitalismus untergeht, bleibt Kapitalismus doch die Methode durch vernünftige Ressourcenkonglomeration mehr zu schaffen als ohne diese und Marktwirtschaft sichert nach wie vor freie Entscheidungen zu meinem ganz persönlichen Wohl. Beides nutzt allen und sollte Bestand haben.

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08. September 2008 13:58

Auch wenn sie nicht verstaatlicht worden wären...

Joachim Mense (JMense)

Auch wenn beide Banken nicht verstaatlicht worden wären: Die Verluste werden in jedem Fall sozialisiert. Denn dass Politiker bzw. Notenbanker den Schneid hätten, angeschlagene Banken durch Verweigerung von Stützungsmaßnahmen Bankrott gehen zu lassen, wäre in der neueren Geschichte immerhin fast einmalig. Das Geld für die Stützungsmaßnahmen wiederum übernimmt der Steuerzahler und/oder die Notenbank und damit indirekt über verstärkte Inflation wiederum der Bürger. Wen verwundert es übrigens, dass just in den letzten Monaten, als die Folgen der Finanzkrise sich auswirken konnten, die Inflationsraten in weiten Teilen der Welt so stark anstiegen? Einerseits bedingt, dass sich das Kapital neue Spekulationsmöglichkeiten (Energie, Nahrungsmittel) suchte, andererseits aber sicherlich auch schon die das starke Herabsetzen der Leitzinsen!

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08. September 2008 13:14

Warum nicht die Bürokraten dranlassen

Moritz Liedtke (Folko)

Viel schlechter als die Wirtschaftsprofis können es Bürokraten ja in Zukunft kaum machen, oder? Und das gilt wohl leider für fast den gesamten Bankenbereich nicht nur Mac, Mae, IKB, WestLB etc.

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08. September 2008 13:12

Ich hoffe die Regierung lagert genügend Öl...

Marco Vogt (VogtNbg)

um die Notenpressen auch ausreichend befeuern zu können, die notwendig sind, um diese Verluste durch (Hyper)inflation zu sozialisieren. Die Weichen sind gestellt, die Inflation wird kommen und in einem Crash enden. Anstatt eine Rezession wählen die USA die Enteignung der Massen durch Inflation. Auch die USA werden die Erfahrungen Deutschlands von 1923 machen.

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08. September 2008 12:53

Herr Tigges, wo leben Sie eigentlich ?

Stefan Uhlig (printul)

Beim Lesen des Artikels reibe ich mir die Augen. Wo lebt denn Ihr Herr Tigges eigentlich ? Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren bzw. dem Steuerzahler auflasten, das illustriert doch die jüngste deutsche (!) Bankgeschichte am besten! Siehe KfW/IKB, siehe (fast) alle Landesbanken. Es ist nun einmal so, dass die Banken das Herzstrück des Kapitalismus sind. Und denen darf es nicht schlecht gehen, sie dürfen nicht pleite gehen, sonst gehen wir alle pleite. So zumindest die Ansicht der Politiker hüben und drüben. Das sind nun mal die Spielregeln der Marktwirtschaft. Das war so, das ist so und das wird immer so bleiben. Deswegen muss man keineswegs gleich Lafontaine wählen, bei dem wäre alles noch viel schlimmer.

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08. September 2008 12:29

Gewinne sind keine Privatsache - da langt der Staat mit Steuern hin!

Walther Schmidt (silitoe)

Der Satz, Gewinne würden privatisiert, Verluste würden sozialisert, wird durch häufige Wiederholung nicht richtig! Verluste werden ganz in der Regel vom Eigentümer getragen, Gewinne werden ganz in der Regel zu einem erheblichen Teil durch Steuern sozialisiert. Wenn im Rahmen der derzeitigen Finanzkrise die Kurse von Bankaktien erheblich in Folge von Abschreibungen, bzw. Verlusten verloren haben, verlieren damit auch die Aktionäre der jeweiligen Banken. Der Wert der Unternehmen sinkt! Ob die Aktionäre ihre Einstiegskurse je wiedersehen ist im übrigen ebenfalls unsicher. Verluste werden also zum weitaus größten Teil von den Eigentümern getragen! Da sollte man nicht die Fakten verdrehen! Ebensowenig beteiligt sich der Staat an den Verlusten, wenn man ein Unternehmen gründet und das Einsatzkapital verspielt, sehr wohl aber an etwaigen Gewinnen, indem er diese besteuert. Der Autor sollte trotz des allgemeinen Klamauks in der Meinungslandschaft nicht den Überblick verlieren!

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